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Döbeln Lessing-Abiturienten feierlich verabschiedet
Region Döbeln Lessing-Abiturienten feierlich verabschiedet
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00:19 22.06.2017
Schulleiter Michael Höhme gratuliert den Absolventen zum bestandenen Abitur. Quelle: Sebastian Fink
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Döbeln

Die Sporthalle hatten fleißige Helfer dem Anlass entsprechend umgestaltet: Grüner Filzboden, jede Menge Blumen und Großpflanzen sorgten für ein würdiges Ambiente. Schulleiter Michael Höhme begann seine Rede an die Abiturienten, Eltern und Gäste mit einem kleinen Lateinexkurs: „Abitur heißt übersetzt ja Abgang. Das klingt etwas hart. Ein freundlicheres Wort ist Reifeprüfung. Das passt besser: Was hart war, wird weich, was sauer war wird süß“, erklärte er.

20 Mal zu spät: Winston Churchill

Höhme ließ es in seiner Ansprache auch in der Folge häufig humorbetont angehen. „Viele von Ihnen hätten sich bei der ein oder anderen Note eine höhere Punktzahl gehabt. Gute Noten sind erstrebenswert, geben aber nur bedingt Auskunft darüber, was Sie zu einem Menschen macht“, sagte er in Richtung der Absolventen. „Ich möchte Ihnen dazu das Beispiel eines Schülers geben. 20 Mal zu spät, er ist ein Ärgernis für alle. Und da einigen Jungs hier schon die Schweißperlen auf der Stirn stehen, möchte ich hinzufügen, dass es sich nicht um einen Schüler aus Ihrem Jahrgang handelt. Es geht um Winston Churchill, der zwei Mal britischer Premierminister war und 1953 den Nobelpreis für Literatur bekam.“

60 Prozent mit besserem Durchschnitt als 2,0

Mit solchen Auflockerungen nahm der Schulleiter den sichtlich angespannten Abiturienten die Nervosität. Höhme mahnte angesichts der heutigen Zeit mit ihrem medialen Großangebot: „Ich bitte Sie, sich nicht von Fake News oder dümmlichen Verschwörungstheorien beeinflussen zu lassen. Sie sind klug, bilden Sie sich eine eigene Meinung!“ Dass Letzteres durchaus zutrifft, zeigten auch die Zahlen, die Höhme präsentierte: 73 von 75 Schülern haben das Abitur abgelegt. Der Notenschnitt liegt bei 2,34. 60 Prozent der Schüler schafften eine Note besser als 2,0.

Michael Höhme appellierte zudem an die Empathie der jungen Erwachsenen auf ihrem weiteren Lebensweg. Er beschrieb eindringlich das Beispiel der elfjährigen Hanin aus Syrien, die mit ihrer Familie vor dem Krieg aus Syrien nach Europa geflüchtet war und betonte in Richtung seiner Schüler: „Sie sind atemberaubend privilegiert aufgewachsen. Das ist keine Kritik, nur eine Feststellung.“

Von Sebastian Fink

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