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Döbeln Letzte Chance Maßregelvollzug: Döbelner wegen Raubes zu Haft und Therapie verurteilt
Region Döbeln Letzte Chance Maßregelvollzug: Döbelner wegen Raubes zu Haft und Therapie verurteilt
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Nach dem letzten Raubversuch nahm die Polizei Heiko G. in Döbeln fest. Nun hat ihn das Gericht verurteilt. Quelle: Sven Bartsch
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Döbeln

Im Dezember vergangenen Jahres versuchte Heiko G. in Döbeln zwei älteren Damen die Handtaschen zu rauben. Am Mittwoch hat das Schöffengericht des Amtsgerichtes den Drogensüchtigen verurteilt. Es sprach den 37-Jährigen des versuchten Raubes in Tateinheit mit Körperverletzung schuldig und verhängte ein Jahr und drei Monate Haft als Strafe. Außerdem ordnete das Gericht an, Heiko G. zur Drogentherapie in den Maßregelvollzug zu schicken. Von dem zweiten Tatvorwurf des versuchten Raubes sprach das Gericht den Angeklagten frei. Es steht zwar objektiv fest, dass der Döbelner versucht hatte, einer 82-Jährigen vor der Sparkasse die Handtasche wegzunehmen. Da ihn Psychiater Ulrich Zönnchen aber zu diesem Zeitpunkt für schuldunfähig hielt, konnte das Gericht den Döbelner nicht für diese Tat verurteilen. Sollte das Urteil rechtskräftig werden, ist es mit den 15 Monaten Haft nicht getan. Dazu kommen noch sechs Monate aus einer früheren Verurteilung wegen eines Drogenvergehens. Hier droht der Widerruf der Bewährung. Zudem dauert eine Therapie im Maßregelvollzug im Falle des 37-Jährigen mindestens zwei Jahre und wird auf die Haftzeit angerechnet. Aber nur, wenn er sie erfolgreich absolviert. Tut er dies nicht, sitzt er die vollen zwei Jahre im Gefängnis ab.

Vor lauter Wut nicht mehr Herr seiner Sinne

Etwa eine Stunde nach dem Überfall vor der Sparkasse, versuchte G. eine 93-Jährige auf der Ritterstraße zu berauben. Scheiterte jedoch am Widerstand der Dame. Ein Zeuge beobachtete das und griff ein, hielt G. fest bis die Polizei kam. „Die zweite Tat war deutlich gezielter. Sie haben die Frau verfolgt. Wer eine alte Dame von weit über 80 Jahren zu Boden zerrt, nimmt billigend in Kauf, dass sie sich dabei verletzt. Das hätte auch viel schlimmer ausgehen können“, sagte Richterin Karin Fahlberg, Vorsitzende des Schöffengerichtes, als sie dessen Urteil begründete.

Anhand von Zeugenaussagen waren beide Taten gut nachzuweisen. Zudem hatte sie der Angeklagte selbst eingeräumt und in seinem letzten Wort die Geschädigten um Verzeihung gebeten. Er wolle ihnen zudem erklären, wieso er sie zu berauben versuchte. „Ich hatte solche Schmerzen“, sagte er. Vor dem Übergriff auf die erste Geschädigte hatte er drei Stunden lang versucht, auf der Sparkasse Geld zu bekommen. Seine Vermietungsfirma hatte ihm 111 Euro in Aussicht gestellt – eine Rückzahlung von Nebenkosten für seine mittlerweile gekündigte Wohnung. Er war an diesem Dezembertag schwer auf Turkey, spürte schmerzend den Entzug, brauchte das Geld für Heroin, von dem er seit zehn Jahren abhängig ist. Aber G. bekam auf der Sparkasse nichts. Laut Gutachter Zönnchen ließ Heiko G. das derart wütend werden, dass er letztlich „nicht mehr Herr seiner Sinne war“, wie es der Sachverständige sagte. Nicht Herr seiner Sinne heißt hier konkret, nicht schuldfähig zu sein. „Ihr Drogenproblem ist Motor für alles. Unter Drogendruck neigen Sie zu solchen Straftaten“, sagte Richterin Fahlberg, weshalb das Gericht den 37-jährigen im Maßregelvollzug untergebracht wissen will.

Einst in der rechten Szene aktiv, um seinen Hass auszuleben, wie es Psychiater Zönnchen sagte, nun mit 50 Kilogramm ein klapperdürres körperliches Wrack – der Heroinkonsum hat Heiko G. schwer gezeichnet. „Es wird ein langer Weg, es ist der letzte Weg. Mit 50 Kilo haben sie nicht mehr viel Zeit“, sagte Richterin Fahlberg.

Von Dirk Wurzel

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