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Döbeln Letzte Ruhe für Anagarika Govinda in Waldheim
Region Döbeln Letzte Ruhe für Anagarika Govinda in Waldheim
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00:46 23.04.2018
Buddhistische Mönche sprechen Segenssprüche über Weisheit und Mitgefühl, zwei hohe Tugenden der Religion, am Ehrengrab von Anagarika Govinda. Quelle: André Pitz
Waldheim

„Mit der Beisetzung der Asche von Anagarika Govinda schließt sich ein Kreis. Ein Weitgereister kehrt an den Ort zurück, an dem sein Leben seinen Ausgang genommen hat.“ Mit diesen Worten schloss Waldheims Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) am Freitag sein Gedenken an den buddhistischen Würdenträger, der 1898 in Waldheim als Ernst Lothar Hoffmann geboren wurde, den Großteil seines Lebens in Indien verbrachte und dort auch den Namen Anagarika Govinda annahm.

Am Ehrengrab von Anagarika Govinda auf dem Waldheimer Friedhof können Infos zum Leben des Sohnes der Stadt einfach mit dem Smartphone über einen QR-Code abgerufen werden. Quelle: André Pitz

Neben dem Stadtoberhaupt nahmen unter anderem auch einige Stadträte, Museumsleiterin Katja Treppschuh sowie Altbürgermeister Steffen Blech nahmen an dem Festakt teil. Auch François Maher Presley, dessen Stiftung den Grabstein für das Ehrengrab stiftete und Ekkehart Stark als Stiftungsbotschafter waren anwesend, um dem Gedenken und der Beisetzung beizuwohnen.

Bürgermeister und Stiftungschef würdigen Anagarika Govinda

„Auf allen Stationen seines Lebens hinterließ Anagarika Govinda Spuren“, würdigte Steffen Ernst in seiner Ansprache in der Friedhofskapelle. Govindas Arbeiten machten nicht nur die buddhistische Kultur in Europa und Amerika bekannt, sie ließen ihn zum Weltbürger werden. Und so steht es auch auf seinem Grabstein geschrieben: „Autor, Künstler, Weltbürger“. Drei wesentliche Begriffe, die den Sohn Waldheims charakterisierten, wie der ebenfalls anwesende Prof. Dr. Volker Zotz als Vorsitzender der Lama und Li Gotima Govinda Stiftung es beschrieb.

Drei prägende Bezeichnungen

Autor, weil Anagarika Govinda bereits im Kindesalter erste Verse verfasste und sein Leben lang Gedichte Drehbücher und auch den Bestseller „Der Weg der weißen Wolken“ schrieb.

Künstler zu sein war für Anagarika Govinda das Wesentliche“, trug Zotz weiter vor. „Er schrieb einmal ’Ich möchte als Künstler wiedergeboren werden’.“ Denn die wesentlichen Dinge ließen sich nicht in Worten, sondern nur in der Kunst ausdrücken.

Weltbürger, weil sich der Würdenträger selbst als „indischer Staatsbürger europäischer Herkunft und buddhistischer Religion, der einem tibetischen Orden angehört und an die Bruderschaft der Menschen glaubt“ bezeichnete, das auch bis zu seinem Tod im Januar 1985 lebte und damit weltweit seine Spuren hinterließ. In Tibet sammelte er archäologische Funde, die zuletzt im Völkerkundemuseum St. Gallen ausgestellt wurden. Weitere Teile seines Schaffens lassen sich heute zudem in der Bibliothek der renommierten New Yorker Columbia-Universität finden.

Letzte Ruhe 33 Jahre nach dem Tod

Doch warum findet ein Mensch dieser Strahlkraft erst jetzt, gute 33 Jahre nach seinem Tod, seine letzte Ruhe? „Ein Lama hat nach seinem Tod festgestellt, dass es sich bei der Asche um eine buddhistische Reliquie handelt, weil Govinda so ein besonderer Mensch war“, erklärte Prof. Dr. Zotz den Gästen. Teile der Asche wurden bereits in Indien und in Kalifornien, wo Govinda zuletzt lebte, verstreut. „Doch damals war an eine Beisetzung in der DDR nicht zu denken“, führte der Stiftungsvorstand weiter aus. Doch die Zeiten haben sich geändert. Nun hat Anagarika Govinda auch auf dem Friedhof seiner Geburtsstadt einen würdigen Platz gefunden.

Von André Pitz

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