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Döbeln Licht aus in der Gerüchteküche: Saalbacher Gaststätte „Merkur“ bleibt
Region Döbeln Licht aus in der Gerüchteküche: Saalbacher Gaststätte „Merkur“ bleibt
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16:09 25.04.2018
Birgitt und Bernd Paul betreiben die Gaststätte in Saalbach seit 1981. Ans Aufhören denken sie noch nicht. Quelle: Sven Bartsch
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Saalbach

Die Gerüchteküche in der Harthaer Region brodelt: „Das Merkur macht zu“, heißt es da. Gemeint ist die Gaststätte von Bernd und Birgitt Paul. Diese Unwahrheiten sind dem Ehepaar selbst auch schon zu Ohren gekommen. Mit klaren Worten halten die Betreiber dagegen: „Wir machen weiter!“ Und das freut nicht zuletzt die Stammgäste, die seit vielen Jahren ihren Weg dorthin finden. Carin Lau, Ortsvorsteherin von Steina, ist eine von ihnen. Auch sie hat die Gerüchte gehört, war umso erfreuter, dass nichts wahres dran ist. Sie hat für ihre Seniorenweihnachtsfeier im nächsten Jahr gleich wieder den Saal gemietet. „Es geht zum Merkur, hieß es früher schon bei meinen Eltern. Da würde mir was fehlen“, sagt Carin Lau.

Mit 69 und 64 Jahren sind Bernd und Birgitt Paul nicht mehr die Jüngsten. Das merken sie nach jedem vollen Wochenende immer deutlicher in den Knochen. Deshalb haben sie ihre Öffnungszeiten auch vor kurzem eingedampft. Montags und dienstags ist mittlerweile als „Ruhetag“ deklariert. Obwohl „Schließtag“ zutreffender wäre, weiß Bernd Paul, der seit Anbeginn der Zeit in der Küche steht. „Es gibt immer was zu tun“, pflichtet seine Frau, die den Service schmeißt, ihm bei. „Das ist ein großes Haus, was in Schuss gehalten werden will.“

Seit 1981 leben und wirken die Pauls in Saalbach. Ursprünglich stammen sie aus dem Voigtland. Durch einen Bekannten sind sie auf das Gebäude, das idyllisch zwischen Saalbach und Steina liegt, aufmerksam geworden. „Als wir das erste mal von der Hauptstraße runter nach Saalbach gefahren sind, hab ich zu meiner Frau gesagt ’Guck mal, das sieht aus wie bei uns’“, erinnert sich Bernd Paul. Ihre neue Heimat schloss die Familie damals sofort ins Herz. Mit dabei waren auch die beiden Söhne, damals ein und sechs Jahre alt. „Die Anfangszeit war hart“, weiß Birgitt Paul. „Aber wir brannten dafür.“ Bis 1995 pachtete das Ehepaar die Gaststätte von dem VEB Papierfabrik Limmritz-Steina. Dann kauften sie das gesamte Gebäude. „Wir haben renoviert und 1996 die Pension ausgebaut“, erzählen die Inhaber weiter.

Vor wenigen Wochen, am 11. Dezember, feierten sie ihr 35-jähriges Bestehen. Und es besteht kein Zweifel daran, dass sich die Pauls hier eingelebt haben. Gäste, die schon zu DDR-Zeiten im „Merkur“ schmausten, schauen heute immer noch gern vorbei. „Zu manchen Gästen haben wir ein so gutes Verhältnis, dass es auch mal eine Umarmung gibt“, verrät Birgitt Paul.

Solange es geht will das Ehepaar weitermachen. „Lange im Voraus planen kann man in unserem Alter sowieso nicht mehr, aber für das nächste Jahr haben wir schon viele Buchungen.“ In der Vergangenheit musste die Familie schon viele – vor allem gesundheitliche – Krisen bewältigen. Aufgegeben haben sie nie. Und wenn es nach Bernd und Birgitt Paul geht, soll das auch noch lange so bleiben.

Gaststätte „Merkur“, Saalbach 21. Öffnungszeiten: Montag/Dienstag – Ruhetag; Mittwoch bis Freitag 17 bis 22 Uhr; Sonnabend 17 bis 24 Uhr; Sonntag 11.30 bis 16 Uhr.

Von Stephanie Helm

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