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Döbeln „Lieber Menschenfreund, Gott segne dich“
Region Döbeln „Lieber Menschenfreund, Gott segne dich“
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17:00 29.09.2017
Christoph Zenker bei seiner Spende vor vier Wochen. Quelle: Foto: DSD
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Hartha

Christoph Zenker aus Hartha hat einem ihm unbekannten Leukämiepatienten die Chance auf Leben gegeben. 2014 hat er seinem genetischen Zwilling Stammzellen gespendet. Vor vier Wochen hat er mit einer Lymphozytenspende seinem Empfänger nochmals ein gesundes Leben ermöglichen können. „Es ist einfach Leben zu retten. Man spendet etwas, was wieder nachwächst“, sagt der junge Mann, der gern bereit ist, mit seiner Geschichte als Botschaft für andere potenzielle Spender an die Öffentlichkeit zu gehen.

Als sich Christoph Zenker vor zwölf Jahren als Student bei der Deutschen Stammzellspenderdatei (DSD) registrieren ließ, war er nicht davon ausgegangen, tatsächlich jemals als Spender aktiv zu werden. „Natürlich muss man sich bewusst sein, was man da macht“, sagt der Harthaer Zahnmediziner, „aber die Wahrscheinlichkeit, kontaktiert zu werden, ist schon sehr gering.“ In seinem Fall war es das verrückterweise nicht, erzählt der 32-Jährige. Denn schon drei Jahre, nachdem er sich hatte registrieren lassen, kam der erste Anruf und der Harthaer kam in die engere Auswahl für eine Spende, wurde dann aber doch nicht ausgesucht. Genauso war es wieder fünf Jahre später, doch wieder passte er nicht beziehungsweise ging es dem Patienten bereits zu schlecht. Im Sommer 2014 dann aber wurde es ernst. Zunächst kam Christoph Zenker wieder in eine engere Auswahl, bekam schließlich ein Paket mit Kanülen, um beim Hausarzt Blut für eine exakte Typisierung nehmen zu lassen. Zwei Wochen später die Information: Es passt. Die Einwilligungserklärung, tatsächlich zur Spende bereit zu sein, hatte er bereits vorher abgegeben. Was dann noch kommt, ist ein Rundum-Check in der Uniklinik Jena. „Das ist schon eigenartig – man will ja nicht immer unbedingt wissen, wenn irgendetwas in einem schlummert“, erinnert sich Christoph Zenker daran, wie er sich damals gefühlt hat. Doch es ist alles in Ordnung bei ihm, es gibt die Freigabe für die Spende und dann geht es im Oktober 2014 los. Vier bis fünf Stunden, erzählt er, liegt man mit der Kanüle im Arm an der Maschine, es ist „wie eine Blutwäsche bei Dialysepatienten“. Am Tag nach der Spende fühlt er sich topfit. Wem er seine Stammzellen gespendet hat, weiß Christoph Zenker nur ungefähr. Männlich, 80 Kilo schwer. Aus einer schönen Region. „Ich vermute, es ist ein älterer Mensch“, schlussfolgert der Harthaer aus einer Postkarte, die er als Antwort auf seine eigene – natürlich anonym – über die Uniklinik verschickte Post bekommen hat. „Lieber Menschenfreund, Gott segne dich“ steht auf dieser als erster Satz geschrieben. Die gewisse Distanz zum Spenden-Empfänger findet Christoph Zenker gut.

Jetzt hat er noch einmal eine mit einem einfachen „C.“ unterschriebene Karte verschickt. Vor vier Wochen wird er wieder angerufen und gebeten, Lymphozyten, also Blutabwehrzellen für „seinen“ Empfänger zu spenden. Diese Zellen sind in der Lage, gegen Krankheitserreger im Blut zu kämpfen. „Ich habe mir gesagt – das mache ich jetzt nochmal, sonst wäre meine Spende vor drei Jahren ja sinnlos gewesen.“

Alle 45 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Leukämie. Die Deutsche Stammzellspenderdatei mit Sitz in Dessau ist eine der größten Dateien in Deutschland zur Gewinnung von Freiwilligen, die anonym und unentgeltlich durch ihre Blutstammzellspende erkrankten Menschen helfen.
www.deutsche-stammzellspenderdatei.de

Von Manuela Engelmann

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