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Lieblings-Ort vom Liegenschafts-Chef ist Leisnigs Tennisplatz

Lieblings-Ort vom Liegenschafts-Chef ist Leisnigs Tennisplatz

Tomas Schulze gibt es zu: Dass er nur noch zwei Wochen zu arbeiten hat, erfüllt ihn mit Wehmut. Dabei hat er als Rentner ein volles Programm, widmet sich dem Tennis und dem Radfahren.

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Tomas Schulze an seinem Schreibtisch, auf dem Bildschirm ein Satellitenbild vom Leisniger Markt. Im September geht der 65-Jährige in den Ruhestand.

Quelle: S. Robak

Der Mann, der 25 Jahre lang die Wirtschaftsförderung und die Liegenschaften Leisnigs unter seiner Regie hatte, geht in den Ruhestand.

 

"Ich bin kein wandelndes Grundbuch", schmunzelt er und verweist auf sein "dienstliches Heiligtum", einen Schrank mit 90 Aktenordnern. Darin sind alle Grundstückskäufe und -verkäufe dokumentiert, in die Leisnig ein Vierteljahrhundert lang involviert war. "Christine Bicknäse und ich haben das angelegt. Das ist gewissermaßen das Resultat dienstlicher Sammelleidenschaft." Die begann damit, dass der studierte Fertigungstechnologe aus dem Werzeugmaschinenbau, zuletzt bei den Schuhverschlüssen in der Leisniger Weststraße, mit der Wende seinen Betrieb in die Knie gehen sah. Der Maschinenpark stammte aus der Zeit zwischen Erstem und Zweitem Weltkrieg und wurde nicht modernisiert - das Ende war abzusehen. 1990 bewarb sich Schulze bei der Stadt für eine Stelle, auf der er "kommunale Angelegenheiten" zu erledigen hatte. Später wurde "Wirtschaftsförderung und Liegenschaften" draus. "Man hat immer mit Menschen zu tun, keiner ist wie der andere, und selbst bei schwierigen Dingen trifft man bei den meisten auf Einsicht in die öffentliche Notwendigkeiten." Schulze erwähnt den Aufbau des Leisniger Gewerbegebietes und der Umgehungsstraße als die Mammutprojekte. Er verrät zwei Grundsätze, von denen er sich leiten ließ. "Erstens: Man trifft sich immer zweimal im Leben. Zweitens: Man muss darauf achten, niemand zu bevorteilen, aber auch niemand zu benachteiligen."

 

Leisnig habe mit seinen Gewerbegebieten einen schweren, weil späten Start gehabt. "Die Russische Arme zog erst im Februar 1993 ab. Erst dann konnten wir loslegen, und die einzigen Flächen, die sich gut nutzen ließen, standen voller Kasernen." Als Leisnig mit der Erschließung begann, boten Kommunen wie Waldheim schon fertige Flächen an. Als spannend habe er die Zeit empfunden, als sich die Leisniger Handwerker im Gewerbegebiet Nord-West III ihre Domizile und Werkstätten suchten, aus der Stadt an die Ringstraße zogen und unter anderem die früheren Panzergaragen nachnutzten. "Das war eine wunderbare Aufbruchzeit. Da rechneten wir noch mit 11 000 Einwohnern für Leisnig."

 

Die Ernüchterung kam nach und nach, das erste große Hochwasser und eine Kreisreform, die Schulze heute noch als politische Fehlentscheidung bezeichnet. "Wir gehören nicht zu Freiberg." Sein Herz schlägt und schlug schon immer für Leisnig, im Speziellen für den Tennissport. Ende der 80er Jahren war es Schulze als Sektionsleiter Tennis von Motor Leisnig gewesen, der über den Tennisplatz-Neubau an heutiger Stelle schon laut nachdachte. Die Stadt gab das Gelände dafür. "Nach der Wende war das dann plötzlich Privatland und gehörte einem Mann aus dem Saarland. Die Stadt musste kaufen, und das dauerte sieben Jahre." Ab dem Jahr 2000 war der neue Tennisplatz nutzbar. In der Zeit des Aufbruchs sei viel Gutes geworden, sagt Schulze, "und es tauchten auch immer mal wieder verrückte Leute auf. Einer wollte sogar die Fischendorfer Brücke kaufen, um sie zu bebauen", erinnert er sich und schmunzelt wieder.

Steffi Robak

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