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Döbeln Limmritz: Bei Schneks bleibt der Job mit dem Fisch in der Familie
Region Döbeln Limmritz: Bei Schneks bleibt der Job mit dem Fisch in der Familie
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18:13 07.10.2018
Auf der Festwiese am Limmritzer Viadukt war wieder mal die Hölle los. Quelle: Gerhard Dörner
Limmritz

In gepflegter Biergarten-Atmosphäre reihen sich die Hungrigen am vergangenen Wochenende auf den Bierbänken unter Zelt und freiem Himmel. Malerisch sitzt es sich beim Limmritzer Fischerfest direkt zwischen Zschopau und imposantem Viadukt, das über die Festwiese ragt. Und das bei bestem Wetter. Alle Fischfans stehen meterweit Schlange, um ein schönes Stück Räucherfisch, ein Lachsbrötchen oder einen Lebendfisch für die hauseigene Pfanne zu ergattern. Für Niklas Schnek und seine Familie ein gutes Geschäft, aber auch eine Menge Stress und vor allem Teamarbeit. Niklas ist gerade 16 und steht hinter der Theke wie ein Profi. Er hilft nicht nur mal eben aus, wenn Not am Mann ist, sondern will langfristig das Geschäft seines Vaters übernehmen.

Lebendfisch am laufenden Band

Während der 16-Jährige in stoischer Ruhe über seine Zukunft im Familienbetrieb sinniert, wird hinter ihm am laufenden Band Lebendfisch verkauft. Dafür keschert Helfer Martin Vogler ein Tier nach dem anderen aus den drei großen Wassertanks. Hunderte Karpfen, Forellen, Hechte und Störe tummeln sich in den Bassins. Mit der bloßen Hand packt er die Kraftpakete, betäubt sie mit einem Schlag auf den Kopf und setzt einen gezielten Schnitt an der Bauchdecke. Einen nach dem anderen. „Das muss laufen. Der Schlag darf nicht daneben gehen. Wenn man da abrutscht und dem Fisch dann ein Auge fehlt – nicht so gut vor den Leuten“, erklärt er während ihm ein Fisch eine Ladung Wasser verpasst. Vogler kennt die Familie gut und hilft gerne; eigentlich ist er Produktionsarbeiter.

Martin Vogler hilft beim Fischerfest. Quelle: Gerhard Dörner

Auf der Festwiese ist die Hölle los

An diesem Tag ist auf der Festwiese die Hölle los und jede helfende Hand wertvoll. Auf dem Gelände wuselt, neben anderen Unterstützern, die gesamte Familie Schnek. Jeder ist Mädchen für Alles, ob nun Gläser geräumt werden müssen oder neuer Fisch aus der Kühlung geholt. Ein echter Familienbetrieb, der den kurzen Draht zum Kunden, wie auf solchen Veranstaltungen, schätzt. Und die Kunden kommen gerne – für den leckeren Fisch, aber auch wegen der Atmosphäre. Familie Löffler aus Westewitz zum Beispiel geht mit geräuchertem Lachs und Schillerlocken nach Hause. „Das ist toller Fisch. Außerdem ist es immer schön, Leute hier wieder zu treffen. Man kennt sich.“

Sein eigener Chef sein

Der Kontakt zu den Menschen gefällt Niklas, genauso wie die Tatsache, später sein eigener Chef zu sein, wenn er einmal Fisch-Schnek leitet. Auf die Frage, welchen Fisch er am liebsten mag, erwidert er trocken, dass Fisch nicht sein Ding sei. „Nur wenn man mal eingeladen wird“, erzählt er; probiert habe er das Sortiment aus beruflichen Gründen aber schon.

Von Lisa Schliep

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