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Limmritzer Zschopaufurt soll bleiben – fordern die Anwohner

Zank um Zufahrt Limmritzer Zschopaufurt soll bleiben – fordern die Anwohner

Wenn Naturschutz auf menschliches Gewohnheitsrecht prallt, ist derzeit beim Zank um die Limmritzer Zschopaufurt zu erleben. Die Talsperrenverwaltung will die historische Flussquerung wegmachen – die Anwohner der Bungalowsiedlung wollen aber eine ihrer Zufahrten behalten.

Mit Schmackes durch die Furt in Limmritz: Geht es nach dem Willen der Anwohner, soll die Flussdurchfahrt bleiben. Die Landestalsperrung will diese aber wegbaggern, damit die Fische besser durchkommen, wenn die Zschopau mal Niedrigwasser hat. Bilder wie auf unserer Fotomontage würden dann der Vergangenheit angehören.

Quelle: Sven Bartsch

Döbeln/Limmritz. 8000 Tonnen Geröll sollen ab Ende Februar aus der Zschopau bei Limmritz gebaggert werden. 300 000 Euro soll diese Hochwasserschutzmaßnahme kosten. Bei dieser Gelegenheit wollte die Landestalsperrenverwaltung auch gleich die Zschopaufurt, eine Jahrhunderte alte, flache Flussdurchfahrt beseitigen. Doch dieser Plan schlägt Wellen. Anwohner, Freiwillige Feuerwehr und die Siedler des Bungalowvereins schlagen Alarm. Sie nutzen die Furt noch regelmäßig als kürzeste Verbindung, etwa zu den 38 Bungalows auf dem anderen Zschopauufer. Kindergartenkinder und Feriengäste des Natur- und Freizeitzentrums Töpelwinkel nutzen die Flachwasserstelle der Furt, um die historische Flussquerung früherer Zeiten kennenzulernen, aber auch um sicher mit den Füßen im Flusswasser zu spielen.

Die Aufregung um die Zschopaufurt in Limmritz hat Axel Bobbe, Leiter der Landestalsperrenverwaltung, Mulde, Elbaue, Untere Weiße Elster in Rötha, überrascht. „Die Furt mit ihrem Pflaster aus dem Fluss zu baggern, ist nicht unser Wille, sondern beruht auf einer Entscheidung des Landratsamtes auf der Grundlage von Gewässerschutzrichtlinien“, sagt Axel Bobbe.

Durch die ausgebaute Furt seien besonders in wasserärmeren Zeiten extrem geringe Wassertiefen von unter 30 Zentimetern Normalität. Das sei für die Wanderung von Fischen zu wenig, so das Argument des Gewässerschützer. Die LTV als Eigentümerin des gepflasterten Flussstückes wollte das Thema nur jetzt anfassen, weil sie für die Beseitigung des angeschwemmten Flusshegers ohnehin gerade die Genehmigung zum Baggern hat und die Bagger und Lastwagen anrollen lässt. „Es wäre einfach effektiver, die Furt jetzt wegzunehmen und die Bagger einen Tag länger einzusetzen, als später einen Extra-Auftrag auszulösen“, so Bobbe. Den Sturm der Entrüstung, der sogar in einer privaten Anzeige gegen die LTV mündete, weil die Furt angeblich unter Denkmalsschutz stehe, schockierte den Betriebsleiter. Er sieht die Stadt Döbeln und die Untere Wasserbehörde beim Landratsamt am Zug. „Wir müssen die Furt nicht wegbaggern und uns zum Buhmann machen“, sagt er deutlich.

Dass Wegbaggern der Furt kann auch Eckhart Paulick nicht verstehen. Der 73-jährige Döbelner hat seit Jahrzehnten ein Wochenendgrundstück in Limmritz. Beim Bau gab es einst drei Zufahrtsmöglichkeiten über den Schwarzen Weg von Steina, über Saalbach und durch die Furt. „Ich finde als Notzufahrt und als Zufahrt für die Feuerwehren ist die Furt auch weiterhin wichtig. Ganz zu schweigen, dass sie auch historisch sicher bedeutsam ist“, findet der langjährige Vorsitzende des Bungalowvereins. 38 Bungalows stehen auf dem gegenüberliegenden Ufer, 14 weitere am Mühlgraben. „Ich finde, dass mit gutem Willen und wenig Geld eine Lösung gefunden werden kann, die den Erhalt der Flussdurchfahrt möglich macht und den Fischen gerecht wird. Vielleicht hilft ein Rohr den Fischen“, sagt Eckhart Paulick.

Gestern fand zum Erhalt der Furt ein Gespräch zwischen Vertretern der Stadt Döbeln und des Landratsamtes statt. „Die Beteiligten werden jetzt geeignete Lösungen prüfen“, sagt dazu Cornelia Kluge, Pressereferentin des Landratsamtes auf Anfrage.

Von Thomas Sparrer

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