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Döbeln Plan der ungenutzten Chancen
Region Döbeln Plan der ungenutzten Chancen
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10:00 25.08.2018
Mit der Sanierung kommen auch wieder die Linden an den Lindenplatz von Leisnig. Quelle: Foto: Dirk Wurzel
Leisnig

Es ist eine Kompromissvariante und gleichzeitig ein Plan der ungenutzten Chancen. Thomas Schröder vom Bau- und Ordnungssamt von Leisnig hat zur jüngsten Ratssitzung den neuen Plan für den Leisnigs Lindenplatz vorgelegt. 2019 will die Stadt den Platz sanieren.

Erster Plan stieß auf Widerstand

Der erste Sanierungsplan stieß bei den Anwohnern auf vielfältigen Widerstand. Beanstandet wurden unter anderem das Fehlen eines Fußwegs entlang der Nordseite sowie die Verkehrsführung. Die Stadtverwaltung ließ daraufhin neu planen.

Heißes Eisen Thälmann-Denkmal

Randthema mit Potenzial für unterirdische Grabenkämpfe: Kann das Ernst-Thälmann-Denkmal vor der Schule ausgetauscht werden gegen einen Gedenkstein für die Opfer von Gewaltherrschaft? In den 90er Jahren war das schon mal Thema und ein derart heißes Eisen, dass selbst der damalige Bürgermeister Heiner Stephan die Finger davon ließ.

Chance für Veränderung

Als Lindenplatzbewohner denkt er heute, wo es um die Sanierung des Platzes geht, zumindest halblaut darüber nach. Um dann – ach nee, lieber doch nicht. Andere ebenso profane wie bedeutende Details haben die Oberhand. Mit der bevorstehenden Sanierung ist den Stadtvätern die Chance in die Hände gelegt, all diese Belange den modernen Gegebenheiten anzupassen.

Konsequenteres Umdenken vermisst

Diese sind vor allem von einer Tatsache geprägt: Am Lindenplatz liegt der Leisniger Schulkomplex, der im Auto-Zeitalter von eiligen Eltern frequentiert wird – am extremsten zu Spitzenzeiten morgens vor Schulbeginn. Ratsmitglied Hans-Hermann Schleußner meint: „Mit dem Plan nutzen wir nicht konsequent die Chance, den Platz städte- und verkehrsplanerisch den modernen Erfordernissen anzupassen.“

Kreuzung bleibt unentschärft

So bleibe der Kreuzungsbereich vom Lindenplatz mit der Chemnitzer Straße unangetastet. Schleußners Fazit zum Sanierungsplan: „Gut für Autofahrer – für alle anderen Beteiligten nicht.“ Diese anderen Beteiligten sind vor allem die zu Fuß gehenden Schulkinder und Anwohner.

Lange Parkbucht für „Kiss and Go“

Neu am Lindenplatzplan, was den Autofahrern entgegen kommt, ist eine „Kiss-and-Go“-Zone vor der Schule: Da ein Großteil der Eltern ohnehin nicht akzeptiert, dass ihr Kind nicht zwingend bis direkt vor die Schule gefahren werden muss, gibt es vor den Toren der Grundschule eine eigens dafür angelegte lang gezogene Parkbucht zum Ranfahren, Kind aussteigen lassen, weiterfahren. Das war beim ursprünglichen Plan auch schon so.

Ausfahrt Richtung Bergstraße

Anders ist: Die Verkehrsführung als Einbahnstraße – oben an der Hundert rein und an der nördlichen Ausfahrt wieder raus auf die Chemnitzer Straße – ist abgewählt: Die Ausfahrt ist zu unübersichtlich. Die Verkehrsführung bleibt also, wie sie jetzt ist: An der Hundert rein, und wer will, kann beispielsweise nach dem Parken auf dem großen Parkplatz an der Hundert auch wieder den Lindenplatz verlassen. Jedoch können die Autos dann auch Richtung Bergstraße weiter fahren.

Nun doch Fußweg für Nordseite

Klingt alles nicht danach, als hätte der neue Plan umwerfend Neues zu bieten gegenüber dem alten oder auch gegenüber den gegenwärtigen Zuständen. Herauszuheben ist: Die zu den Schulen führende Straße wird mit fünf Metern richtig breit. An der Nordseite wird die Fahrbahn 3,5 Meter breit. Dort wird es nun doch, im Unterschied zur alten Planvariante, einen Fußweg geben. Das freut die dortigen Lindenplatz-Anwohner. Auf den Fußweg wollten sie nicht verzichten – ein Grund, gegen den vorherigen Plan Einwände vorzubringen.

An drei Stellen das Grün queren

Ebenfalls neu am aktualisierten Sanierungsplan: Der breite lange Grünstreifen, der auch heute den Lindenplatz prägt, bekommt an drei Stellen Querungen für Fußgänger. Das solle der Tatsache gerecht werden, dass Schulkinder aus Richtung Markt kommend über das Grün kommen.

Aufpflasterungen sollen zum Bremsen zwingen

Mathias Voigtländer (CDU) verlangt Aufpflasterungen dort, wo diese Grünflächenquerungen die Fahrbahn queren. Autofahrer sollten dort dringend unter den Reifen diese Aufpflasterungen spüren, damit sie abbremsen: „Wenn sie dort entlang fahren und vom Grünstreifen läuft ein Kind über die Straße zur Schule – richtig wohl ist mir bei dem Gedanken nicht.“ Aber man könne es auch nicht jedem recht machen.

Von Steffi Robak

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