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Döbeln Linken-Politikerin aus Roßwein bekommt Brief mit Todesdrohung
Region Döbeln Linken-Politikerin aus Roßwein bekommt Brief mit Todesdrohung
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15:52 09.06.2016
Marika Tändler-Walenta, stellvertretende Kreisvorsitzende der Linken in Mittelsachsen, wird anonym bedroht. Quelle: Sven Bartsch
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Roßwein/Döbeln/Mittelsachsen

Fanpost sieht anders aus: Einen Brief mit ganz üblen Inhalt hat jetzt die mittelsächsische Linken-Politikerin Marika Tändler-Walenta bekommen. Die Person, die das Schreiben verfasst hat, bezeichnet die stellvertretende Kreisvorsitzende der Linken in Mittelsachsen als „Viehzeug“ und fragt, ob man dafür „nicht nochmal die Öfen in Buchenwald aktivieren“ könne. Der Brief war an die Geschäftsstelle der Linken in Döbeln adressiert. „Was mich so schockiert hat ist, dass sich jemand die Mühe gemacht hat, einen brief zu schreiben, in ein Kuvert zu stecken und per Post zu senden“, sagt Marika Tändler-Walenta. Bisher habe sie mal die eine oder andere böse Email bekommen. Aber diese Qualität ist ihr neu. Ungewöhnlich ist eine solche Bedrohung per Postbrief in Zeiten von Facebook-Hetze in der Tat.

Marika Tändler-Walenta: „Vorgehen ist unanständig und primitiv“

„Nachdem ich mich mit meiner Familie beraten habe, habe ich Strafanzeige gestellt. Wenn ich ehrlich bin, habe ich vor allem in Verbindung mit meinen Kindern, mit denen ich selbstverständlich auch mal alleine unterwegs bin, doch zunehmend bedenken. Im Sinne des demokratischen Prinzips bin ich jederzeit für konstruktive Kritik und auch politische Auseinandersetzung bereit, aber ein solches Vorgehen ist einfach nur unanständig und primitiv“, sagt Marika Tändler-Walenta.

Der Brief hat nun auch die Staatsschutzabteilung der Kriminalpolizei auf den Plan gerufen. „Wir haben in diesem Fall Anzeige wegen des Verdachts der Beleidigung aufgenommen. Gleichzeitig wird geprüft, ob der Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt ist. Das Dezernat Staatsschutz der Kriminalpolizei führt die Ermittlungen“, sagt Jana Kindt, Sprecherin der Polizeidirektion Chemnitz, auf Nachfrage der DAZ.

Papier als Spurenträger

Rein objektiv haben die Ermittler mit einem Brief Spuren, die sie besser auswerten können, als dies zum Beispiel bei Kommentaren im Internet der Fall ist. Die Handschrift verrät eine Menge über den Verfasser. Theoretisch kann man das Papier auch auf DNA und Fingerabdrücke untersuchen, was bei Einträgen im Internet naturgemäß nicht geht. Mit welchen Methoden die Polizei aber die Person ermittelt, die das Schreiben verfasst hat, wird jedoch nicht bekannt gegeben.

Von Dirk Wurzel

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