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Littdorfer Landwirt lässt Maisschädling mit Multikopter aus der Luft bekämpfen

Landwirtschaft Littdorfer Landwirt lässt Maisschädling mit Multikopter aus der Luft bekämpfen

Der Maiszünsler gehört zu den wirtschaftlich bedeutendsten Schädlingen im Körner- und Silomaisanbau. Der Littdorfer Landwirt Heinz Schönleber möchte den Einsatz von Insektiziden reduzieren und hat sich deshalb zur biologischen Maiszünsler-Bekämpfung mit Schlupfwespen entschieden. Diese wirft ein Multikopter aus der Luft ab.

Landwirt Heinz Schönleber (r.) und Axel Weckschmied mit Multikopter.

Quelle: Olaf Büchel

Littdorf. Der Maiszünsler gehört zu den bedeutendsten Schädlingen im Maisanbau. Die gefräßigen Raupen des Zünslers können sowohl erhebliche Ernteverluste als auch Qualitätseinbußen verursachen. Der Littdorfer Landwirt Heinz Schönleber möchte den Einsatz von Insektiziden reduzieren und hat sich deshalb zur biologischen Maiszünsler-Bekämpfung mit Schlupfwespen entschieden. Diese wirft ein Multikopter aus der Luft ab.

Die Schlupfwespe (Trichogramma brassicae) ist ein effizienter natürlicher Feind des Maiszünslers. Die Ausbringung der Wespen ist zwar konventionell mit Hilfe von Anhängern möglich. „Doch in der modernen Landwirtschaft ist diese manuelle Variante – die Anhänger werden per Hand an die Maispflanze gehängt – kaum noch machbar“, sagt Heinz Schönleber. Der Landwirt, dessen gleichnamiger Betrieb in diesem Jahr rund 300 Hektar mit Mais bewirtschaftet, hat sich deshalb nach Alternativen umgehört.

Axel Weckschmied, Inhaber der Firma Hexapilots, bietet diese Alternative mit seinen Multikoptern an, also mit zivilen Drohnen. Der Dresdner ist zertifizierter Agrarpilot für die luftgestützte Ausbringung der Schlupfwespen. Dabei hebt er nicht selbst ab, sondern lenkt seine Hexakopter mit dem Steuerpult vom Boden aus. Hexakopter deshalb, weil seine Kopter über sechs Motoren und Propeller verfügen. Mit einem Geschäftspartner hat Weckschmied einen Behälter entwickelt und konstruiert, der unten am Fluggerät angebaut ist und der etwa 700 zwei Zentimeter kleine Kügelchen aufnehmen kann. In jeder dieser Kugeln, deren Hüllen aus leicht abbaubarer Zellulose oder aus Maisstärke bestehen, befinden sich etwa 2000 Schlupfwespen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien, dass heißt als Eier oder als bereits ausgebildete Wespen. „Die abgeworfenen Kugeln müssen möglichst oben in den Blättern der Maispflanze hängen bleiben, weil sich dort auch der Maiszünsler befindet. Die Schlupfwespe macht sich an dessen Eier heran, doch sie ist relativ faul und will sich nicht weit bewegen. Wir helfen ihr sozusagen, Fressen zu finden“, erklärt Axel Weckschmied.

In den Kugeln befinden sich kleine Löcher oder Schlitze, durch die die Miniwespen in mehreren Wellen etwa über 14 Tage lang ins Freie schlüpfen, um ihre Aufgabe verrichten zu können. Die nur 0,4 Millimeter großen Tierchen sterben später ab und stellen laut Weckschmied keinerlei Beinträchtigung für mögliche Feldanrainer dar. Der Dresdner Hexapilot: „Es gibt schon mal kritische Nachfragen von neugierigen Beobachtern, die wissen wollen, was ich da mache. Wenn ich erkläre, dass es sich um biologische Schädlingsbekämpfung handelt, dann stößt das auf Zustimmung.“

Mit Hilfe eines Laptops und GPS programmiert Axel Weckschmied vor Ort die Flugroute und Flughöhe für das Abfliegen der wünschten Flächen per Autopilot. Er beachtet dabei Hindernisse wie Strommasten oder Bäume und kann jederzeit eingreifen sowie manuell steuern, wie er auch den Start der Hexakopter per Hand übernimmt. In einem Raster von zehn mal zehn Metern fällt automatisch eine Schlupfwespenkugel auf den Maisbestand, also pro Hektar etwa 100 Kugeln, was zirka 200 000 kleine Wespen bedeutet. Der Wirkungsgrad liegt zwischen 40 und 85 Prozent, wobei der Zeitpunkt der Ausbringung entscheidend ist. Die Schlupfwespen sind frisch produziert, unterliegen einer Kühlkette. „Sie müssen innerhalb von vier Tagen verflogen werden, lieber ein bisschen zu früh, als zu spät.“

Für Heinz Schönleber ist das Befliegen zunächst ein Test für 30 Hektar. Er ist einer der ersten Landwirte in Sachsen überhaupt, die jetzt mit dieser Variante Erfahrungen sammeln: „Der Raum Döbeln ist ein Hotspot des Maiszünslers, er bereitet uns hier zum Teil massive Probleme. Wenn die Bekämpfung aus der Luft funktioniert, können wir zunehmend auf Insektizide verzichten.“

 

Von Olaf Büchel

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