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Lokalrunde: Ein Stück Ungarn in Döbeln

Lokalrunde: Ein Stück Ungarn in Döbeln

Csarda ist ungarisch, doch nicht mit dem berühmten Tanz zu verwechseln. Csarda - so wird in der Puszta eine typische Kneipe genannt, mit überdachter Terrasse und getrockneten Paprika an den Balken.

Döbeln.

 

 

 

 

Der Vater von Gottfried Jakob, ein Fleischer, stammte aus Ungarn und kam nach dem Zweiten Weltkrieg nach Deutschland, landete in Döbeln. Der Sohn schaute ihm immer über die Schulter, wenn es ums Zubereiten von Speisen ging und wälzte damals schon gern Kochbücher. Auch später, in der PGH Elektro Döbeln, war der gelernte Elektromeister Jakob Junior der "Versorgungsbeauftragte" der Brigade. "Wenn es etwas zu kochen oder zu grillen gab - das war mein Ding", sagt der heute 56-Jährige. Der Kontakt zu Ungarn riss nie richtig ab. Oft besuchte Gottfried Jakob seine Verwandten in Gyönk, einem Städtchen südlich des Balaton-Sees. Nach der Trauung mit Frau Konstanze, wie soll es anders gewesen sein, ging die Hochzeitsreise nach Ungarn. Seit geraumer Zeit fahren beide jedes Jahr einmal im Frühjahr und einmal im Herbst in das osteuropäische Land. Allerdings nur für ein verlängertes Wochenende. Denn zu Hause wartet viel Arbeit. Neben dem Csarda Eck betreiben die Jakobs im Sommer auch den Imbiss im Döbelner Freibad.

Mit Imbiss-Wagen hatte nach der Wende für das Ehepaar die gastronomische Laufbahn begonnen - als ausgebildete Gärtnerin ist auch Konstanze Jakob eine Seiteneinsteigerin. Da es im Winter im Imbiss immer sehr kalt war und im Mai 2002 die Gaststätte in der Albertstraße frei wurde, fassten sich Jakobs ein Herz und eröffneten den "Ungarn". Das Hochwaser erforderte eine Zwangspause, doch danach ging es richtig los.

"Wir bieten ungarische Gerichte nach originalen Rezepten an, das heißt gut gewürzt und fast immer mit Paprika", sagt die Chefin. Dazu gehören beispielsweise eine scharfe Fischsuppe oder Gefülltes Kraut - das ist eine Spezialität von Gehacktem mit Sauerkraut, verfeinert mit Paprika, Knoblauch und Tomate. Als Beilage werden oft Nockerln angeboten, vergleichbar mit den österreichischen Spätzle. Natürlich gibt es Kesselgulasch, Weiße Bohnen-Suppe und wer eine echte ungarische Wurstplatte haben möchte, ist im Csarda Eck ebenfalls richtig. Die Wurstwaren, sowohl Salami als auch eine sehr pikante Knacker, beziehen die Wirtsleute von einem ungarischen Fleischer, der heute in Mittelsachsen lebt und ein Geschäft betreibt. Beim Paprika greifen Jakobs auf eigene Bestände zurück. In ihrem Garten haben sie rund 500 Paprikapflanzen stehen, hauptsächlich für scharfen und einen kleineren Teil für Gemüsepaprika. Sauer eingekocht, kitzeln die roten und grünen Schoten dann die Gaumen der Gäste.

Die angebotenen Weine, ob rot, weiß, trocken oder lieblich - alle stammen aus Ungarn und werden über einen Vertreter bezogen. Wem nach deftigem Mahl nach einem Schnäpschen ist, der erhält einen Palinka. Das ist ein duftender Obstbrand, der von Kirschen, Aprikosen, Birnen und Pflaumen angeboten wird.

Das Ambiente stimmt auch: Ein Teil der Gaststätte ist einer Csarda nachempfunden. An der Wand befinden sich große, farbenfrohe Bilder mit ungarischen Motiven, wie Weinlese oder Hausfassaden voller getrockneter Paprika. Regelmäßig veranstalten Jakobs Wein- und Schlachtfeste, bei denen die ungarische Küche im Mittelpunkt steht. Was nicht heißt, dass das Paar mit deutschen Gerichten gar nichts am Hut hat. Wenn außer Haus geliefert wird, stehen auch Roulade oder Marinierter Hering auf dem Speiseplan. Olaf Büchel

"Wir bieten ungarische Gerichte nach originalen Rezepten, das heißt gut gewürzt und fast immer mit Paprika."

Konstanze Jakob/Wirtin

 

 

 

 

 

 

...immer ein offenes Ohr für die Gäste haben.

 

 

 

...weil sie mal richtig gut ungarisch essen wollen.

 

 

 

... sind das Knoblauchsteak und der Puszta-Gulasch.

 

 

 

...eine italienische Gaststätte, davor in den 60er Jahren eine Fleischerei.

 

 

 

...auf dem Paprikafeld unseres Grundstückes in Zschackwitz.

Csarda Eck

Albertstraße 1

04720 Döbeln

Telefon: 03431/60 57 86

Öffnungszeiten:

Montag bis Mittwoch und Freitag bis Sonntag: 11 bis 13 Uhr und ab 17 Uhr. Donnerstag: Ruhetag

Kapazität

Gaststube: 32 Plätze

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