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Lommatzscher Pflege rückt sich in den Fokus

Symposium zur Zukunft der Landwirtschaft mit Politprominenz und mehr als 200 Besuchern Lommatzscher Pflege rückt sich in den Fokus

Mehr Aufmerksamkeit für den ländlichen Raum, das ist der Wunsch der Lommatzscher Bürgermeisterin Anita Maaß (FDP), den sie mit dem Symposium zur Zukunft der Landwirtschaft anlässlich 500 Jahre Lommatzscher Pflege erfüllen konnte. Neben viel Politprominenz kamen mehr als 200 Besucher ins Schützenhaus.

Die Zukunft der Landwirtschaft spielt gerade für die Kornkammer Sachsens, wie die Lommatzscher Pflege genannt wird, eine große Rolle: Kleinere Maschinen und mehr Zusammenarbeit unter den Landwirten ist gefordert.

Quelle: picture alliance / dpa

Lommatzsch/Ostrau. Bei einem ganztägigen Symposium wie am gestrigen Freitag in Lommatzsch, ist gutes Essen und Trinken essentiell, um all die Vorträge, Podiumsdiskussionen und Gespräche aufmerksam zu überstehen. Die Organisatoren vom Förderverein Lommatzscher Pflege aber sahen das Essen anlässlich 500 Jahre Lommatzscher Pflege auch als inhaltlichen Bestandteil der Veranstaltung. „Das ist eine bewusste Entscheidung: Wenn wir eine Konferenz machen, dann wollen wir vom Saft übers Wasser bis zum Essen zeigen, was von hier kommt“, erklärte Lommatzschs Bürgermeisterin Anita Maaß (FDP). Da gab es Lommatzscher Bauernschinken, Apfelkompott von einer Lommatzscher Streuobstwiese und Kartoffeln und Quark mit Erdäpfeln aus Pulsitz – alles angerichtet von der Lommatzscher Fleischerei Münch.

Mehr Regionalität geht kaum und sollte zeigen, was die Region zwischen Ostrau und Klipphausen alles kann. „Wir wollen mit der Veranstaltung in den Fokus der Öffentlichkeit rücken, denn wir empfinden uns etwas als vergessenen Raum“, meinte Maaß und erklärte: „Ich habe mitunter den Eindruck, dass es selbstverständlich ist, dass Landwirtschaft betrieben wird. Dabei werden unsere Bedürfnisse vergessen. Ländlicher Raum und Landwirtschaft werden nicht mehr im Einklang finanziert. Stadt und Land und Landwirtschaft und ländlicher Raum sollten mehr ineinander greifen“, forderte sie am Rande der Veranstaltung.

Mit der Teilnahme von Bundesinnenminister Thomas de Maiziére (CDU), des Sächsischen Landwirtschaftsministers Thomas Schmidt (CDU) und des Europaabgeordneten Peter Jahr (CDU) hatte Maaß für die gewünschte breite Öffentlichkeit gesorgt. Der Saal im Lommatzscher Schützenhaus war mit mehr als 200 Gästen prall gefüllt. Neben den Einzelvorträgen zu Themen wie Bioenergiedorf oder Digitaler Pflanzenbau sorgten die Podiumsdiskussionen für große Aufmerksamkeit.

Befragt zu seiner Vorstellung von der Zukunft der Landwirtschaft, sagte Peter Jahr: „Der Landwirt verdient Geld, es gibt einen Wirtschaftskreislauf im ländlichen Raum und wir schonen die Umwelt.“ Wolfgang Vogel, Präsident des Sächsischen Landesbauernverbandes, mahnte, dass es mit Regionalität allein nicht getan sei. „Das ist eine Nische. Es muss auch einen Markt außen geben, an den ich etwas verkaufen kann.“

Aus dem Publikum kamen mehrfach kritische Nachfragen, beispielsweise zu den immer größer werdenden Landwirtschaftsmaschinen. „Bei den Maschinengrößen haben wir eine Stufe erreicht, über die wir nicht mehr drüber können, eher sogar wieder darunter gehen“, entgegnete Landwirtschaftsminister Schmidt.

Einig war man sich in der Frage der Nachwuchsgewinnung. „Wir müssen in die Schulen, die Schüler auf den Traktor lassen. Mit der Agricon-Technik fahren wir auf zwei Millimeter genau, da kann nicht viel passieren“, meinte der Lommatzscher Landwirt Wolfgang Grübler, der das Jahnaer Unternehmen mehrfach in seinen Redebeiträgen erwähnte. Das wiederum freute Ostraus Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) im Publikum. „Ich bin stolz , wenn es hier um Zukunftstechniken geht, die wir mit der Firma Agricon schon bei uns haben“, sagte er. Ostrau identifiziere sich trotz Randlage mit der Lommatzscher Pflege und freue sich, dass die Gelegenheit genutzt wurde, die Dachmarke bekannter zu machen.

Von Sebastian Fink

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