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Mahlitzscher Mulde-Pegel erreicht fast ersten Richtwert

Mahlitzscher Mulde-Pegel erreicht fast ersten Richtwert

Nur noch wenige Zentimeter trennte gestern früh die Freiberger Mulde in Mahlitzsch von einem Pegelstand, bei dem die Hochwasseralarmstufe I ausgerufen worden wäre.

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Bei einem Pegel von knapp 1,90 Meter stand die Freiberger Mulde gestern Nachmittag in Mahlitzsch. Der Wasserstand war, wie vom sächsischen Landesamt für Umwelt vorhergesagt, bereits wieder gesunken. Am Morgen erreichte der über Nacht angeschwollene Fluss fast den Richtwert für die Hochwasserwarnstufe I.

Quelle: Wolfgang Sens

Region Döbeln. Während im Radio die ersten Nachrichten über überflutete Pirnaer Straßen und Plätze in Elbnähe zu hören waren, hatte gestern zur besten Frühstückszeit auch der Mahlitzscher Mulde-Pegel den bisherigen Höchststand des Jahres erreicht. Bei 1,98 Meter stand er zwischen 7 und 9 Uhr. Zum Vergleich: Nur vier Tage zuvor plätscherte der Fluss noch einen dreiviertel Meter niedriger durch den Niederstriegiser Ortsteil. Der Richtwasserstand für die Alarmstufe I beträgt an der Messeinrichtung in Mahlitzsch 2,10 Meter. Es fehlten also nur ein paar Zentimeter, bis zum Ausrufen der ersten Warnstufe.

"Wir hatten und haben für die Mulde keine überregionale Hochwassergefahr. Die Situation in ganz Sachsen ist nicht kritisch", sagte gestern Vormittag Karin Bernhardt, Sprecherin des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Zwar hatten einzelne Pegelstände an Spree und Schwarzer Elster die Alarmstufe II sowie an Elbe und Lausitzer Neiße die Stufe I ausgelöst. Aber: "Wir rechnen mit einem Rückgang der Wasserstände. Es soll nicht mehr so viel Niederschlag geben und kälter werden. Damit sinkt die Schneefallgrenze unter 300 Meter." Die Hydrologen des sächsischen Landeshochwasserzentrums gingen deshalb von sinkenden Pegelständen aus.

Dass, wie auch in den letzten Tagen an der Döbelner Mulde zu beobachten war, die Wassermassen im Fluss deutlich anwuchsen, lag laut Bernhardt an den zunehmenden Niederschlägen und der Tatsache, dass die Böden bereits stark mit Nässe gesättigt sind. "In einigen östlichen Gebieten Sachsens hatten wir Niederschlagsmengen von bis zu 20 Litern pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden", so die Sprecherin.

Die Pegel der Freiberger Mulde in Nossen und Leisnig, den Zschopaupegel in Kriebstein und den Striegispegel in Böhrigen betrachtet, war der gestern Vormittag erreichte Wasserstand noch deutlich vom Richtwert für die Warnstufe I entfernt. Dass das in Mahlitzsch anders war, kann an den örtlichen Gegebenheiten des Flusses und an dem kurz vor dem Pegel erfolgendem Zusammenfluss von Freiberger Mulde und Striegis liegen.

Doch ungeachtet der Pegelstände umliegender Messeinrichtungen: Wenn die 2,10 Meter in Mahlitzsch überschritten worden wären, hätte Alarmstufe I gegolten. Diese Stufe bedeutet Meldebeginn des Hochwassernachrichtendienstes. Das heißt, dass ein gewisser Empfängerkreis per SMS die Information über den Beginn des Nachrichten- und Alarmdienstes erhalten hätte. Diese SMS lautet konkret: "Hochwassernachrichtendienst für Freiberger Mulde eröffnet." Darauf ist von den Empfängern eine Rückantwort zu geben. Denn diese ist Bestandteil der Überprüfung der Informations- und Meldewege, die bei Hochwasserstufe I gefordert ist. Zu den Empfängern gehören Verantwortliche der Städte, Gemeinden und Landkreise im Flussgebiet, aber auch Landesdirektionen, Polizeidirektionen, Landestalsperrenverwaltung und Betreiber von Talsperren. Die sogenannten Hochwassereilbenachrichtigungen erhalten zusätzlich ausgewählte Dritte, die von den Gemeinden in die Alarmierungsunterlagen aufgenommen wurden und eine direkte Information vom Landeshochwasserzentrum wünschen. Das können zum Beispiel Eigentümer oder Bewohner besonders gefährdeter Grundstücke sein. Dass dieser große Kreis informiert wird, auch wenn die eigene Region gar nicht direkt betroffen ist, lässt sich nicht vermeiden. "Bei der großen Anzahl von Pegeln ist es nicht möglich, punktgenau zu informieren", erklärt Karin Bernhardt. Die Empfänger wüssten aber die Nachrichten einzuordnen und könnten sich schnell auf anderen Wegen detailliert kundig machen. Olaf Büchel

www.hochwasserzentrum.sachsen.de

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