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Döbeln Manege frei für Ostrauer Zirkuskinder
Region Döbeln Manege frei für Ostrauer Zirkuskinder
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00:37 06.05.2018
Artistisch ging es für einige Grundschüler bei der Generalprobe zu. Quelle: Sven Bartsch
Ostrau

Völlig verwaist zeigte sich die Grundschule Ostrau am Donnerstagvormittag ab 11 Uhr. Gab es bei frischen 17 Grad schon hitzefrei? Weit gefehlt – die 110 Schüler der ersten bis vierten Klasse kamen sogar richtig ins Schwitzen, rund 100 Meter weiter im Zelt des Projektcircus Andre Sperlich neben dem Ostrauer Sportplatz.

Da flogen Reifen, Ringe und Bänder durch die Luft und auch die Protagonisten selbst hob es akrobatisch in Richtung Zeltdach. Besucher, die heute zu den Vorstellungen um 10 Uhr und 17 Uhr kommen können, dürfen sich auf schwertschwingende Piraten, Fakire, Seiltänzer Trapezkünstler und vieles mehr freuen.

Kinder lernen Kunststücke in nur drei Tagen

Seit vergangenen Sonnabend ist der Zirkus zu Gast. Fleißige Eltern hatten sich den freien Nachmittag beim Aufbau um die Ohren geschlagen. Nach den schulfreien Tagen am Montag und Dienstag starteten am Mittwoch die Proben für eine 90-minütige Show in der Manege, die am Donnerstag schon Premiere feierte.

Tauben sind die letzten Tiere beim Projektcircus Sperlich. Eine Schlange und die Pferde wurden aus Tierschutzgründen bereits abgeschafft. Quelle: Sven Bartsch

Die Schüler sowie 20 Kinder aus der großen Gruppe des Ostrauer Kindergartens haben in kürzester Zeit Kunststücke gelernt, die selbst erfahrene Pädagogen wie Schulleiterin Ingrid Przewloka staunen lassen. „Es ist immer wieder ein Phänomen, wie die Zirkusleute es schaffen, dass die Kinder innerhalb von drei Tagen ihre Kunststücke aufführen können“, sagt sie und lobt: „Die Trainer haben ein unglaubliches pädagogisches Geschick. Sie machen klare Ansagen, aber so, dass die Kinder sich gut fühlen und über ihre Grenzen hinaus gehen.“

Letzter Projektzirkus für Schulleiterin

Vor zehn Jahren kam der Zirkus das erste Mal nach Ostrau, ist nun zum vierten Mal an der Schule. „Normalerweise kommt er alle vier Jahre, damit jedes Schulkind das mindestens einmal erlebt. Eigentlich waren wir erst 2019 wieder dran, aber weil ich im Sommer in den Ruhestand gehe, wollte ich es nochmal erleben. Dadurch haben unsere vierten Klassen zum zweiten Mal das Vergnügen und freuen sich riesig“, erklärt Przewloka.

Durch die Grundschule Großweitzschen sei sie auf den Zirkus gestoßen. „Nach der Generalprobe bin ich sofort nach Hause und dachte, das müssen wir auch machen!“, erinnert sie sich. Die Begeisterung der Kinder gibt ihr recht.

Theorie im Unterricht vorbereitet

Schon in der Vorwoche hatte die theoretische Vorbereitung auf den Zirkus begonnen – mit Akrobatik im Sportunterricht, Zirkusliedern in Musik, passenden zusammengesetzten Substantiven in Deutsch und Sachaufgaben in Mathe.

In der Praxis zeigte sich aber in den letzten beiden Tagen, dass nicht alle Schüler für das Zirkusleben gemacht sind. „Zwei Kinder sprechen einfach nicht, wollten in keine der Gruppen gehen. Daher schauen sie nur zu“, sagt Przewloka.

Motorische Fähigkeiten der Kinder schwächer

Die Zirkustrainer bescheinigen ihr zudem, dass die Anstrengungsbereitschaft einiger Kinder deutlich zurückgegangen sei. „Vielen fehlen motorische Voraussetzungen, die sie früher schon aus dem Kindergarten oder von zu Hause mitgebracht haben“, sagt Przewloka und erinnert an ein vor Jahren neu aufgestelltes Klettergerüst, von dem zu Beginn mehrfach Kinder fielen, inzwischen aber nicht mehr.

Um so viele Reifen zum Schwingen zu bringen, braucht es viel Geschick. Das sei bei früheren Schülergenerationen besser ausgeprägt gewesen, sagen die Zirkustrainer. Quelle: Sven Bartsch

Auch im Unterricht seien die Anforderungen im Vergleich zu früheren Generationen heruntergeschraubt worden. „Das ist der Grund, warum wir dafür kämpfen, dass solche Angebote wieder Zirkus, Sport und Musik nicht gekürzt werden“, sagt die Schulleiterin und hofft, dass auch ihre Nachfolger den Projektcircus wieder einladen.

Von Sebastian Fink

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