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Döbeln Manege frei für den rollenden Zoo und waghalsige Akrobatik
Region Döbeln Manege frei für den rollenden Zoo und waghalsige Akrobatik
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18:00 27.09.2018
Tigerin Delhi (19 Jahre) und Tiertrainer Tom Dieck jr. (35) sind ein Team, seit Delhi geboren wurde. Mit seiner gemischten Raubtiergruppe ist Dieck ein Weltstar. Quelle: Bartsch
Döbeln

Eines der größten und traditionsreichsten deutschen Zirkusunternehmen gastiert von Freitag bis zum Sonntag auf dem Zirkusplatz in den Döbelner Klosterwiesen. Mit 40 Anhängern, 18 Zugfahrzeugen und 35 Wohnwagen reiste der Circus Probst am Mittwoch an. Rund 50 Mitarbeiter aus zwölf verschiedenen Ländern und ein annähernd 70 Tiere umfassender rollender Zoo gehört zu dem Familienunternehmen. Circus-Chef Reinhard Probst setzt auf die Qualität und damit auf die Attraktivität einer international bestückten Manegenshow, wie man sie eher selten zu sehen bekommt.

Träumen mit offenen Augen

„In der neuen Inszenierung “Fanstastico“ präsentiere ich hochtalentierte, von uns entdeckte junge Künstler und besonders artenreiche Tiergruppen. Außerdem sorgt unser eigenes Orchester mit sechs Musikern für einen zeitgerechten, mitreißenden Touch“, verspricht Direktor Reinhard Probst. „Ein 2½-Stunden-Programm mit Tempo, Spannung und Sensationen wechseln einander ab. Wir werden die Zuschauer mit offenen Augen zum träumen zu bringen,’’ verspricht der Prinzipal.

Zebras grasen vor ihrem 45 mal 15 Meter großen Stallzelt. Quelle: Bartsch

Der 1200 Zuschauer fassende und gut temperierte Zeltbau, die langen Stallzelte mit ihren großräumigen Tiergehegen sowie der umfangreiche Wagenpark kann seit Donnerstag besichtigt werden. „Wir sind offen und transparent und zeigen auch zirkuskritischen Menschen sehr gern, die Haltungsbedingungen unserer Tiere. Wir stehen für einen gut geführten Tierzirkus“, sagt Mathijs te Kiefte. Der 31-jährige Holländer leitet das Produktionsbüro des Circus Probst. Maximal drei bis fünf Stunden sind die Tiere unterwegs. So werden die Tourneen geplant. Dann werden als erstes die Tierzelte und zugehörigen Freigehege aufgebaut und können die Tiere wieder die Gehege erkunden, mit Artgenossen tollen oder einfach die Sonne genießen. „Die Direktionsfamilie ist stolz auf ihre vorbildliche Tierhaltung.„Die Leidenschaft zu den Tieren spiegelt sich auch in den Eintragungen der lokalen Amtstierärzte wieder. In jeder Spielstadt kontrollieren Experten unangekündigt den Tierbestand und dessen Unterbringung. Die Prüfberichte dokumentieren eine durchweg sehr gute Haltung der Tiere und das seit Jahrzehnten“, so der Tourneeleiter.

Auch Kamele gehören dazu. Quelle: Sven Bartsch

2018 reist der Circus Probst 40 Tourneeorte in neun Bundesländern an. Zu den in diesem Jahr gebuchten Artisten gehört der deutsche Tierlehrer Tom Dieck Junior mit seiner temporeiche und spannungsgeladenen Raubtiernummer mit zwei prächtigen weißen Löwen, zwei Ligern (Kreuzung aus Löwe und Tiger) und vier flinken Tigern. Der 35-Jährige schwört bei der Tierausbildung auf das Vertrauen und die Harmonie zwischen Mensch und Vierbeinern. In dritter Generation ist er Tiertrainer. „Das französische Wort Dompteur steht für Bändiger. Das bin ich nicht. Ich muss meine Raubtiere nicht bändigen und schon gar nicht werden sie geschlagen. Sie haben Respekt aber keine Angst vor mir. Ich arbeite und ich lebe mit ihnen“, so der zweifache Familienvater. Der 1,20 lange Stock dient in der Manege dazu, bei Bedarf einen Sicherheitsabstand zwischen Mensch und Tier herzustellen. Die Peitsche dient zum führen der Tiere, ähnlich der Longe im Pferdesport, beschreibt er. Zwei Mal wurde Tom Dieck beim internationalen Zirkusfestival in Monte Carlo für seine Darbietung und als Paradebeispiel dafür, wie man mit Tieren im Circus umgehen sollte, mit einem Clown, dem Oscar der Zirkuswelt, ausgezeichnet.

Tom Dieck jr. gilt als Paradebeispiel dafür, wie man mit Tieren im Circus umgehen sollte. Daher wurde er beim Internationalen Circusfestival von Monte Carlo mit einem der begehrten Clowns ausgezeichnet. Quelle: Bartsch

Mit Raubtieren, rassigen Pferden, Zebras, Kamelen, Lamas, Watussi-Rindern, Pferden und Emus sowie Weltklasse-Akrobaten und einzigartiger Jonglage gastiert der Circus bis Sonntag in Döbeln. Die Premiere am Freitag um 17 Uhr ist für alle Familien mit kleinerem Geldbeutel als Familientag mit Preisen von 10 Euro auf allen Plätzen gedacht. Weitere Vorstellungen sind Samstag, 16 und 19.30 Uhr sowie Sonntag 11 und 16 Uhr zu Preisen zwischen 14 und 30 Euro je nach Platzwahl.

Watussi-Kuh Bella gehört zur großen Freiheitsdressur mit Zebras, Kamelen, Lamas, Watussi-Rindern, Pferden und Emus, die Reinhard Probst präsentiert. Quelle: Bartsch

Die DAZ verlost fünf mal zwei Freikarten für die Vorstellung am Sonnabend, um 19.30 Uhr, unter allen, die bis Freitagnachmittag, 17 Uhr, eine e-Mail mit dem Betreff „Circus Probst“ sowie Name, Vorname, Wohnort und telefonischer Erreichbarkeit an daz.aktion@lvz.de senden. Wir benachrichtigen die Gewinner und veröffentlichen sie am Sonnabend in der Zeitung.

Mehr zum Circus Probst lesen sie hier.

Von Thomas Sparrer

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