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Döbeln Massenhaft Kinder in Döbeln erkrankt
Region Döbeln Massenhaft Kinder in Döbeln erkrankt
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19:03 26.09.2012

Allein in der Grundschule Am Holländer fehlten gestern rund 30 Mädchen und Jungen. "Das Telefon hat ständig geklingelt, weil Eltern ihre Kinder krank melden wollten", sagte die Sekretärin. Auf den Unterrichtsablauf habe die Vielzahl der Erkrankungen noch keine großen Auswirkungen gehabt, da die Klassen relativ gleichmäßig mit drei bis fünf Schülern betroffen waren. "Gestern noch alle fit, heute schon über 20 Kinder krank. Da geht wohl ein Magen-Darm-Virus um", war aus dem Sekretariat der Kunzemann-Grundschule zu hören, dass der vermeintliche Infekt förmlich über Nacht zugeschlagen hat. Betroffen ist auch die Evangelische Grundschule in Technitz mit über zehn Kindern, am Lessing-Gymnasium gab es schon zum Wochenbeginn rund 20 Krankmeldungen, auch in der Musikschule mussten etliche Schüler ihren Unterricht absagen. In Kindertagesstätten, wie im Kinderhaus Am Holländer oder im Kindergarten Niederstriegis traten bislang gar keine oder nur Einzelfälle auf.

Stress hatten gestern wegen der Situation die Döbelner Kinderärzte. "Ich hatte allein an diesem Tag zirka 70 Patienten, die über Durchfall und Erbrechen klagten", sagte Dr. Eckardt Erdmann am Nachmittag. "Es sieht nach einem Margen-Darm-Infekt aus. Um Genaueres zu sagen, muss erst der Erreger bekannt sein und möglichst die Infektionskette ermittelt werden", verweist Erdmann ans Gesundheitsamt des Landkreises. Auch bei der Kinderärztin Dr. Margit Richter war der Warteraum rappelvoll. "Eigentlich schließen wir jetzt, doch wir machen länger, weil noch so viele Patienten da sind", erklärte die Sprechstundenhilfe.

"Dass bislang bei zwei erkrankten Kindern Noro-Viren nachgewiesen wurden, heißt nicht automatisch, dass es sich bei den anderen Erkrankten um die gleiche Ursache handelt", erklärte André Kaiser, Pressesprecher des Landratsamtes. Da sich aber die Symptome ähneln, liegt die Vermutung nahe. In den betroffenen Einrichtungen sind laut Kaiser Maßnahmen getroffen worden, um die Weiterverbreitung des Virus zu unterbinden. Dazu gehört zum Beispiel, das kranke Kinder zu Hause bleiben beziehungsweise nach Hause geschickt werden. Weitere Ergebnisse von Untersuchungen des Gesundheitsamtes sollen voraussichtlich am Freitag vorliegen.

Da die Schulen und Kindereinrichtungen, in denen zahlreiche Krankheitsfälle aufgetreten sind, in der Regel vom Essenversorger Sodexo beliefert werden, machte unter Eltern gestern schnell die Vermutung die Runde, Auslöser könnte die Schulspeisung gewesen sein. "Wir schließen derzeit eine Erkrankung durch das Essen ebenso aus wie eine Übertragung durch unsere Mitarbeiter in den beliefernden Küchen. Es gibt derzeit keinerlei Hinweise darauf", sagte dazu Stephan Dürholt, Sprecher des Unternehmens. Trotzdem seien für alle Sodexo-Küchen im Großraum Sachsen verstärkte Hygienemaßnahmen veranlasst worden - vor allem um einen Virenbefall durch rücklaufendes Geschirr und durch Gerätschaften zu verhindern. Dürholdt: "Darüber hinaus lassen wir derzeit unsere Mitarbeiter auf entsprechende Erkrankungen untersuchen."

Olaf Büchel

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