Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Medienbildung für Schüler, Lehrer und Eltern statt Hass und Fakenews
Region Döbeln Medienbildung für Schüler, Lehrer und Eltern statt Hass und Fakenews
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:46 31.07.2018
Vivian Schuhknecht und Johannes Gersten haben im dritten Stock des Hauses der Demokratie ihr Büro des SAEK mobil eingerichtet. Quelle: Foto: Thomas Sparrer
Döbeln

Mit Videokameras und Mikrofonen sind die Neuntklässler des Lessing-Gymnasiums jedes Jahr bei ihrer Woche des fächerverbindenden Unterrichtes unterwegs. Die Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanäle (SAEK) sind dabei Partner der Schule und reisten von Leipzig oder Riesa an. Das wird ab jetzt anders. Denn die von der Sächsischen Landesmedienanstalt finanzierten Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanäle haben seit 1. Juli in Döbeln eine Außenstelle. SAEK mobil heißt das zunächst für drei Jahre angelegte Projekt, das im dritten Obergeschoss des Hauses der Demokratie an der Bahnhofstraße 56 in Döbeln seine Büroräume bezogen hat. Von hier aus kümmern sich Vivian Schuhknecht und Johannes Gersten, um gute Kontakte zu Vorschulen, Horten, Schulen, Berufsschulen sowie vermehrt auch zu Einrichtungen und Bildungsträgern im Bereich der Erwachsenenbildung.

„Es geht um Projekte und Informationsveranstaltungen in der Döbelner Region, bei denen Kinder, Jugendliche und Erwachsene sich informieren und lernen, kritisch und selbstbestimmt mit Medien umzugehen“, beschreibt Vivian Schuhknecht. Die 30-jährige Leipzigerin hat in Chemnitz Medienwissenschaften und Medienkommunikation studiert und leitet das Döbelner Projekt gemeinsam mit Johannes Gersten. Der 29-jährige Döbelner hat nach seinem Abi am Lessing-Gymnasium in Mittweida Medientechnik studiert und anschließend bei der SAEK in Görlitz einen Abschluss als Medienpädagoge erreicht. Als freischaffender Referent ist er bereits an Schulen der Region und beim Döbelner Treibhausverein durch verschiedenen Workshops bekannt.

Im Hort Schulbergstrolche in Waldheim haben die beiden gerade vier Tage lang mit den Ferienkindern und einem Satz Tablets Trickfilme entwickelt und animiert. Bei den Ferienkindern im Mochauer Hort sind sie ebenfalls noch mit dem Trickfilmprojekt. Danach bieten die Beiden ihr Fachwissen und die dazugehörige Technik, von Filmkameras über Laptops bis zu Mikrofonen, für weitere Projekte an.

Schulprojekte, besonderer Unterricht zu Themen wie dem Umgang mit Social Media Facebook, Whatsapp und Co, Cybermobbing, Datenschutz und Urheberrechte, Konsumverhalten und Werbung, Spiel- und Internetsucht oder damit korrespondierende Themen der Pubertät haben die beiden Medienpädagogen dabei besonders auf dem Zettel. Neben den Schülerworkshops bieten sie meistens auch eine Lehrerfortbildung und einen Elternabend an. „Das ist am nachhaltigsten“, findet Johannes Gersten. „Wir wollen die Medienkompetenz in Zeiten von Hasskommentaren und Fakenews in allen Altersgruppen stärken helfen.“ Für Schüler sind die Angebote komplett kostenlos.

Seit gut 20 Jahren fördern die Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanäle (SAEK) finanziert von der Sächsischen Landesmedienanstalt die Medienbildung im Freistaat. SAEK mobil in Döbeln ist Ersatz für das von der Sächsischen Landesmedienanstalt bisher angebotene Medienmobil, das im Juli eingestellt wurde.

Erreichbar ist SAEK mobil in Döbeln unter 03431/6787403 oder per Mail unter mobil@saek.de oder gersten.mobil@saek.de.

Kommentar: Angebot genau zur richtigen Zeit

Dieses Angebot passt genau richtig. In Zeiten aufgeregter Kommentare zu Facebooknachrichten zweifelhafter Herkunft, in Zeiten von Schwarzmalern, die alles nur Mist finden und von Whats-app-Gruppen, in denen sich schon die jüngsten Tag und Nacht mit scheinbar wichtigen und unwichtigen Mitteilungen bombardieren.

Die Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanäle mit ihren insgesamt acht Standorten in Sachsen sind nicht erst jetzt auf diesen Trichter gekommen. Mit einer Außenstelle in Döbeln sind sie aber mit ihren medienpädagogischen Angeboten noch näher dran an dieser Region. In der aktuellen Medienlandschaft wird gerade deutlich, dass viele Menschen und bei weitem nicht nur Kinder und Jugendliche, mit der Flut an Werbung, recherchierten Nachrichten und Fakenews überfordert sind. Glaubwürdige und unglaubwürdige Quellen nicht mehr unterscheiden können und im Eifer Dinge von sich und manchmal auch Beschimpfungen öffentlich preisgeben, ohne zu merken, wie sie sich dabei öffentlich lächerlich machen.

Dieses Weiterbildungsangebot brauchen nicht nur Schüler und alle ständig auf Bildschirme guckenden Erwachsenen. Auch für manchen Stammtischpolitiker wäre es hilfreich, der die öffentlich-rechtlichen Sender als Staatsmedien oder Zeitungen als Lügenpresse bezeichnet, ohne auch nur eine Ahnung von den Strukturen zu haben, die diese Staatsnähe durch kritischen Journalismus verhindern sollen.

th.sparrer@lvz.de

Von Thomas Sparrer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Gegen Schlammlawinen bei Starkregen und Tauwetter hat die Teilnehmergemeinschaft Schrebitz einen Bauplan erstellt: Bis 2021 sollen Rohrleitungen und Gräben erneuert, zwei Rückhaltebecken gebaut und ein Weg asphaltiert werden. Die Kosten teilen sich Bund, Land und voraussichtlich die Gemeinde Ostrau.

30.07.2018

Ab 1. August ist Michael Berg Roßweins neuer bevollmächtigter Schornsteinfegermeister. Unbekannt ist er im Bezirk nicht. 22 Jahre war er als Geselle seines Vaters Peter unterwegs.

30.07.2018

Ein Säurefund wird am Sonntag der 245. Einsatz für Döbelner Ortswehr in diesem Jahr. Fahrlässige Brandstiftung war die Ursache des Balkonbrandes am Sonnabend in Döbeln-Nord.

30.07.2018