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Mehr Väter beziehen Elterngeld

Mehr Väter beziehen Elterngeld

Papa kümmert sich ums Kind - nicht immer, aber immer öfter, dank Elterngeld. Das lässt sich aus den Daten der letzten drei Jahre ablesen: Während im Bund die Zahl der Elterngeldbezieherinnen sank, steigt die Zahl der Väter, die Elternzeit in Anspruch nahmen an.

Region Döbeln.

 

 

 

 

 

 

 

Drei Ziele werden mit dem Elterngeld politisch gern verbunden. Erstens um die Entscheidung für das eigene Kind zu unterstützen. Zweitens, um mehr frühkindliche Beziehungsförderung mit der Mutter zu ermöglichen. Und drittens, um auch die frühkindliche Beziehungsförderung mit dem Vater zu unterstützen. Vor allem Väter haben sich dabei in den vergangenen Jahren immer wieder verbale Hiebe eingefangen, weil sie die Elternzeit weniger nutzen als die Mütter.

 

 

 

Der Blick auf die verfügbaren Daten, die in Sachen Elterngeld gesammelt werden, zeigt: Zur Zahl der Eltern und den finanziellen Auswirkungen lässt sich die Erkenntnis gewinnen, dass nach wie vor mehr Frauen als Männer das Elterngeld nutzen. Allerdings sind die Männer auf dem Vormarsch - die Zahl der Väter, die sich für den Nachwuchs eine berufliche Auszeit nehmen, steigt stetig. Im Landkreis haben sich im vergangenen 726 Elternpaare die Elternzeit geteilt. In diesen Fällen hat der Vater das Elterngeld beantragt. Dieser Anteil lag - bezogen auf die Zahl der Mütter im Kreis Mittelsachsen (2397) - bei 30,3 Prozent. Im Jahr davor waren es 29,7 Prozent der Männer gewesen und 2009 hatte diese Quote noch bei 26,9 Prozent gelegen.

 

 

 

Rein rechtlich wäre es auch möglich, dass nur der Mann in Elternzeit geht und die Frau nach der Geburt unverzüglich in den Beruf zurückkehrt. Diese Daten erfasst die Statistik aber nicht. Auch die Frage, wer denn berufstätig war oder nicht, wird nur geschlechtsneutral beantwortet: 2011 waren 2325 der Elterngeldbezieher vor dem Elterngeldbezug erwerbstätig und 798 nicht. Die Erwerbstätigenquote liegt damit bei 74,4 Prozent. (Vorjahr: 71,0 Prozent).

 

 

 

Fürs Kind gibt es höchstens für 14 Monate Elterngeld. Aber: Mutterschaftsgeld wird auf das Elterngeld angerechnet. Die rechnerisch naheliegendste Reaktion aus Sicht der Eltern wäre also, dass der Vater die ersten zwei Monate zu Hause bliebe. Dann könnten sich beide ums Kind kümmern und bekommen die maximal mögliche Geldmenge bezogen auf ihre Einkommensverhältnisse. Das Maximum an Elterngeld kann aber nur "herausholen", wer gut verdient. Darum gilt: Was die Kinder wert sind, richtet sich nach der Gehalts- und Steuerklasse der Mutter vor ihrer Schwangerschaft. Der Maximalbetrag von 1800 Euro ist abhängig vom Nettoeinkommen.

 

 

 

Da sich steuerliche Gestaltungsspielräume für Menschen ergeben, die nicht Arbeitnehmer sind, haben Bundestag und Bundesrat im Juli ein Gesetz beschlossen, dass die Regelung vereinfacht. Demnach wird das Nettoeinkommen vereinfachter berechnet, als bisher.

 

 

 

Für Kinder, die ab 2013 geboren werden, wird es etwas weniger Leistungen geben als bisher. Zumindest als Gutverdienende, für die der Maximalbetrag des Elterngeldes in Frage kommt.

 

 

 

Insgesamt summierte sich das im Kreis Mittelsachsen 2011 zu Ausgaben von 20,478 Millionen Euro (Vorjahr: 19,896 Millionen) und bundesweit kamen rund sechs Milliarden Euro fürs Elterngeld zusammen. Das waren rund 494 Millionen mehr als im Vorjahr: Immerhin haben bundesweit 11 346 Männer und 10 515 Frauen mehr als 2010 das Elterngeld in Anspruch genommen.

 

 

 

Aus Sicht des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ja. Aber nicht damit, dass die Eltern mehr Zeit mit dem Kind verbringen. Das Familienministerium hat in seiner Bilanz fünf Jahre nach der Einführung des Elterngeldes positive Schlüsse gezogen. So belege eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), dass das Gesetz seine Zielsetzungen erreicht hat, teilt das Bundesministerium mit. Das Elterngeld habe dazu beigetragen, dass die Erwerbstätigkeit von Müttern gestiegen ist. So waren 2010 bereits 40 Prozent der Mütter wieder berufstätig. Mehr als die Hälfte dieser Frauen kehrte mit mehr als 20 Wochenstunden an ihren Arbeitsplatz zurück.

 

 

 

Den Mindestbetrag von 300 Euro bekamen im Kreis Mittelsachsen insgesamt 987 Frauen und Männern (Vorjahr: 1042). Zwischen 300 und 500 Euro lag der Elterngeldanspruch von 431 Frauen und Männern (Vorjahr: 459). Zwischen 500 und 750 Euro waren es bei 939 Frauen und Männern (Vorjahr: 905), zwischen 750 und 1000 Euro bekamen 466 Eltern (Vorjahr: 489).

Die weitere Staffelung: bis 1250 Euro waren es bei 276 Personen (Vorjahr: 238), bis 1500 Euro waren es bei 143 Personen (Vorjahr: 124), bis 1800 Euro waren es bei 73 Personen (Vorjahr: 50), und über 1800 Euro Anspruch hatten 143 Personen (Vorjahr: 124). Der Maximalbetrag wurde inzwischen auf maximal 1800 Euro begrenzt.

Elterngeldbezüge im Landkreis Mittelsachsen

Teja Banzhaf, Thomas Lieb

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