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Döbeln Mehr Volt für die Region
Region Döbeln Mehr Volt für die Region
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23:22 24.06.2013
Die Mitnetz-Strom bringt derzeit etliche Freileitungen in der Region Döbeln unter die Erde. Das funktioniert beim Hochspannungsnetz nur selten. Um Masten und Kabel dieser spannungsreichen Anlagen zum Energietransport zu begutachten, chartert der Netzbetreiber einen Helikopter und fliegt die Leitungen ab. Quelle: W. Sens

Der starke Zuwachs an Photovoltaikanlagen stellt den Netzbetreiber Mitnetz Strom vor neue Herausforderungen. "Drei Viertel unserer Investitionen sind wegen der gestiegenen Strom-Eispeisungen aus diesem Bereich nötig", sagt Uwe Härling, Leiter der Netzregion Westsachsen bei Mitnetz. Nicht nur Solarzellen wandeln die sogenannte erneuerbaren Energien (in diesem Fall das Sonnenlicht) in elektrischen Strom um, dazu gehören auch Windkraft-Anlagen. Aber gerade die Photovoltaik-Anlagen haben sich in Sachsen im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent vermehrt. Das setzt den alten Leitungen Grenzen, weswegen der Netzbetreiber neue Strippen zieht, vor allem unter der Erde. Diese Leitungen sind auf Reserve ausgelegt, können also auch künftige Strommengen aufnehmen. "Aber nur die von Dachanlagen", sagt Uwe Härling. Die Masse der Elektrizität aus Flächen-Anlagen verkraftet selbst das neue Netz nicht und es wäre nach Uwe Härlings Worten auch zu teuer, es darauf auszurichten.

Das Negative am "grünen Strom" ist dessen Unberechenbarkeit, denn das Wetter ist immer anders. Deshalb muss die Mitnetz Strom Überkapazitäten in andere Regionen ableiten. Es fehlen Speicher und der Neubau von Pumpspeicherkraftwerken ist schwierig. Zumal selbst einem der vorhanden das Aus droht. Wegen fehlender Preisschwankungen bei Tag- und Nachtstrom wird das einzigartige Pumpspeicherwerk Niederwartha bei Dresden unwirtschaftlich. Deswegen will Eigentümer Vattenfall den Betrieb einstellen. "Das darf eigentlich nicht passieren", sagt Mitnetz-Mann Uwe Härling.

Von der Elbe an die Zschopau: In Waldheim und Massanei steckt die Mitnetz in diesem Jahr eine Viertelmillion Euro in den Ausbau des Mittel- und Niederspannungsnetzes. Die Mittelspannung-Leitungen transportieren den Strom mit einer Spannung von 15 bis 20 Kilovolt vom Umspannwerk weg ins Versorgungsgebiet, wo ihn Transformatoren in die 400-Volt-Niederspannung umwandeln. Mit dieser Spannung fließt die Elektrizität dann in die Haushalte. In Massanei selbst kommen 1,1 Kilometer Mittelspannungs-Freileitungen unter die Erde. Dazu erneuert die Mitnetz 200 Meter Niederspannungskabel. In Waldheim lässt die Mitnetz 730 Meter 400-Volt-Leitungen von den Masten reißen, bringt diese unter die Erde und passt 29 Hausanschlüsse an.

Roßwein bekommt stärkeren Strom, zumindest was die Zuleitung im Mittelspannungsnetz betrifft. "Wir wollen das Umspannwerk Etzdorf von 15 auf 20 Kilovolt umstellen", sagt Uwe Härling. Dazu müssen die Trafos in Etzdorf und in Roßwein ausgetauscht werden. Während der Bauarbeiten versorgt die alte 15-Kilovolt-Leitung die Muldestadt weiter. Erst wenn Mitnetz auf die neue Anlage umschaltet, wird wohl kurz der Strom ausfallen. Die 20-Kilovolt-Zuleitung soll die Versorgungssicherheit verbessern.

Erdkabel statt Freileitungen im Niederspannungsnetz auf 1,1 Kilometer an der B 175 in Hartha, Neubau einer Trafostation und Anpassung von 19 Hausanschlüssen. Das kosten 118 000 Euro und soll bis September dauern.

In der Dorfstraße in Steina verbuddelt die Mitnetz 1,4 Kilometer Mittelspannungskabel fachgerecht, die einen halben Kilometer Freileitungen ersetzen. Zugleich kommen 1,5 Kilometer Freileitung im Niederspannungsnetz als Kabel unter die Erde, worauf die Hausanschlüsse angepasst werden. Zugleich ersetzt die Mitnetz in Steina und Hartha zwei Trafostationen. Die Vorhaben kosten 150 000 Euro und dauern bis September.

Die Leitungen für die Hausanschlüsse mit 400 Volt Spannung werden auf der Flemingener Straße und am Butterberg Hartha zu Erdkabeln, was mit einer Erneuerung von 14 Hausanschlüssen einhergeht. Das kostet 200 000 Euro und soll noch bis Juli dauern.

Unter der Massaneier Straße in Waldheim lässt die Mitnetz 900 Meter Mittelspannungskabel verlegen, um auf die Spannungsumstellung von 15 auf 20 Kilovolt im Umspannwerk Etzdorf vorbereitet zu sein. Das dauert noch bis August und kostet 36 000 Euro.

Neue Niederspannungs-Erdkabel und die Anpassung von 29 Hausanschlüssen gehören ebenfalls zum Bauvorhaben an der Massaneier Straße. Bis August haben die von der Mitnetz beauftragten Firmen damit zu tun. Kosten: 97 000 Euro.

In Massanei leiten künftig 200 Meter Erdkabel statt 1,1 Kilometer Freileitungen Strom im Mittelspannungsnetz. Darum lässt Mitnetz an der Straße Zum Vorwerk graben. Die Verlegung kostet 117 000 Euro und dauert bis August

Dirk Wurzel

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