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Döbeln Mehr als 300 Bügeleisen und eine Teddy-Schau in Schleinitz
Region Döbeln Mehr als 300 Bügeleisen und eine Teddy-Schau in Schleinitz
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22:26 21.03.2012
Schleinitz

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Sie sah das Museum und war beeindruckt von dem, was der Verein zusammengetragen hatte. Der bekam daraufhin die rund 160 Bügeleisen umfassende Sammlung aus dem Nachlass von Schneidermeister Mönnich vermacht.

Nocheinmal so viele hatten die Vereinsmitglieder schon vorher zusammengetragen. Nun sind die rund 320 "heißen Eisen" in einer Sonderschau ab Anfang April zu sehen. Unter den historischen Stücken finden sich allerhand ausgefallene Kuriositäten. Eines, das wie eine Bratpfanne aussieht. Solche, die auf Spiritus, - Kohle- oder Strombasis funktionieren. Große fürs Grobe und Winzige für Kragenspitzen und Feinheiten. "Das erste Bügeleisen muss eine Bratpfanne gewesen sein", scherzt Jürgen Dämmig, Mitglied im Schleinitzer Förderverein.

In den letzten vier Wochen sind die Exponate auf Vordermann gebracht und geputzt worden. Für den richtigen Glanz sorgte neben Dämmig vor allem Harro Faßbender. Letzterer ist seit 2007 Mitglied des Fördervereins und sich sicher: "Das Sprichwort vom mehrere Eisen im Feuer haben kommt von den alten Bügeleisen. Es gibt hier welche aus Gußeisen oder Kohleeisen, die aufgeheizt werden mussten. Man fragt sich, wie die Frauen damit - ohne sich die Finger zu verbrennen - bügeln konnten. Ganz einfach: Es gibt Wechselgriffe. Solche stellen wir hier auch aus."

Darüber hinaus sind historische Untersetzer von Bügeleisen zusammengetragen worden. Alle Stücke bekommen gerade einen Platz in den Wandregalen in der Waschküche. Dort warten zudem historische Waschmaschinen und Wäschemangeln auf begeisterte Besucher. Eine der Mangeln ist noch heute für Frauen aus dem Ort im Einsatz, erzählt Vereinschef Oefner. Wenn am 1. April das Museum für diese Saison öffnet, sind neben der Sonderschau "Waschen-Plätten-Mangeln" (zu der die Bügeleisen zählen) auch "Teddybären im Märchenland" zu bestaunen. In 57 Einzelpositionen präsentiert Brigitte Zimmermann handgefertigte Teddys in typischen Szenen von Kindermärchen: Rotkäppchen neben dem Rattenfänger von Hameln oder Schneeweißchen und Rosenrot. Auch die sieben Geißlein sind dabei. "An die hatte ich mich erst nicht getraut - wegen der Ziege. Ich war unsicher, ob ich die richtig hinbekomme. Aber immer wieder sagten die Besucher, da fehlt doch ein Märchen..."

Ihre Ausstellung geht wegen der großen Nachfrage bereits ins zweite Jahr - "Die Resonanz war einfach überwältigend. Besucher vom letzten Jahr werden Bekanntes sehen und Neues entdecken. Denn die sieben Raben sind erstmals dabei." Während Teddymutter Zimmermann und ihr Mann weiter an der Bären-Schau werkeln, wienert Gottfried Grahl eine Etage tiefer die Modelle der größten Radio-Ausstellung Sachsens mit einem weichen Tuch und Möbelpolitur. Der Sammler zeigt im Schleinitzer Museum zirka 650 Radioempfänger inklusive Röhren. Das sei jedoch nur ein Drittel der gesamten Sammlung, betont Hartmut Oefner. "Außerdem wechselt Gottfried Grahl die Ausstellungsstücke immer wieder."

Für einen Abstecher lohnen sich auch die Abteilungen Post, Schneiderei und Schuhmacher. Im Handwerkerhof wird in der Schmiede gefeuert, Sattler und Holzwerksattt zeigen ihr tradiertes Handwerk. Zimmermeister Günter Kämpfer aus Roßwein ist beispielsweise stolz auf die historische Bandsäge von 1893, an der er noch heute Teile für Holzräder per Hand zurecht sägt. Am 1. April werden einige der alten Berufe dann zu erleben sein: "Wer da ist, zeigt sein Handwerk", so Vereinschef Hartmut Oefner.

❏ Gegründet wurde der Verein 1994. Momentan zählt er 75 Mitglieder inklusive Ehrenmitglieder. Hartmut Oefner ist der amtierende Vereinsvorsitzende.

❏ Das Museum für ländliches Brauchtum ist auf rund 1000 Quadratmetern und über mehrere Etagen im ehemaligen Getreidespeicher des Schlosses untergebracht. Zirka 700 Namenstafeln von Spendern hängen im Treppenaufgang des Museums.

❏ Die Mitglieder treffen sich regelmäßig montags zur sogenannten Mittwochsgruppe und den Veranstaltungen. Darüber hinaus zur Schleinitzer Runde, jeden ersten Freitag im Monat.

❏ Das Museum hat an Sonn- und Feiertagen von 13 bis 18 Uhr geöffnet.

Natasha G. Allner

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