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Häufiger illegale Ablagerungen in Zschaitz, Großweitzschen und Ostrau

Wilde Müllhalden Häufiger illegale Ablagerungen in Zschaitz, Großweitzschen und Ostrau

Alte Reifen, Flaschen, Teppiche und sogar Asbest: In den Gemeinden Ostrau, Großweitzschen und Zschaitz-Ottewig sind illegale Müllablagerungen an der Tagesordnung. Vielen Leuten ist der Weg zum Wertstoffhof zu weit, andere wollen auf zweifelhafte Weise sparen. Dabei drohen empfindliche Strafen.

Alte Reifen werden häufig einfach in die Landschaft geworfen. Ein Ärgernis ist das für die Kommunen, denen durch die Entsorgung Kosten für Bauhofmitarbeiter und den Transport entstehen. Bezahlen müssen letztlich die Steuerzahler.

Quelle: Stefan Hanschmann (Archiv)

Großweitzschen/Zschaitz/Ostrau. Vor kurzem war es wieder so weit: Bei Großweitzschens Bürgermeister Ulrich Fleischer (parteilos) flatterte eine Meldung über illegale Müllablagerungen am Mühlenberg unmittelbar hinter Gallschütz auf den Schreibtisch. Gemeinderätin Susann Munz war darauf aufmerksam geworden. Fleischer treibt das regelmäßig die Zornesröte ins Gesicht. „Manche Leute scheinen an bestimmten Wegen, vielleicht auf ihrem Arbeitsweg, einfach Sachen abzuladen“, sagt er verärgert. Tapetenreste, Fußbodenbeläge, manchmal ganze Anhängerladungen voll, landen an Straßenrändern, nicht nur bei Gallschütz. „Im Gewerbegebiet an den versteckten Straßen wird oft am Wochenende immer wieder Müll abgeladen, wenn dort keiner ist“, berichtet Fleischer.

Das Problem habe sich seit der Zentralisierung der Schrottannahme bei den Wertstoffhöfen Anfang 2014 verstärkt. „Die Leute fahren vielleicht Richtung Wertstoffhof, aber lassen ihren Müll dann unterwegs liegen“, sagt Fleischer. Die Entfernung zu den Wertstoffhöfen nach Leisnig, Hohenlauft oder Waldheim lasse er nicht als Entschuldigung gelten. „Bis Leisnig sind es zehn Kilometer. Das dürfte kein Hindernis sein“, sagt Fleischer. Allerdings mit Betonung auf „dürfte“.

Andererseits sei das vorherige System mit der Sammlung von Elektroschrott auf den kommunalen Bauhöfen bewährt gewesen. Als Kommune nun wieder selbst zu sammeln, wäre zu aufwendig. „Der Container steht mindestens einen Monat. Das Bringen und Holen müsste gewährleistet sein, aber dahin wird es sich nicht zurück entwickeln“, glaubt Fleischer, der sich neben der Umweltverschmutzung über die Kosten für Lohn und Transport ärgert, die das Einsammeln des Mülls der Gemeinde verursacht.

Ähnlich akut ist das Problem in der Gemeinde Zschaitz-Ottewig. In der Ratssitzung zu Beginn der Woche prangerten mehrere Gemeinderäte die Zustände an. An der Zufahrt zur Sandgrube in Zschaitz sowie am Eichberg liege massenhaft Müll herum, hieß es. „Da hat einer wohl sein Motorrad-Hobby aufgegeben“, meinte Bürgermeister Immo Barkawitz (Freie Wähler) mit Galgenhumor in Bezug auf herumliegende Reifen, Helme und eine Motorradkombi. Am Eichberg würden Flaschen und anderer Müll fast wie ein Sport im Weitwurf ins Gelände befördert.

Doch zu sicher sollte sich keiner der Abfallsünder sein. Alle gemeldeten Fälle werden ans Umweltamt beim Landkreis weiter geleitet. „Die schauen den Müll nach Dokumenten durch, die Rückschlüsse auf den Verursacher zulassen“, sagt Fleischer. Die meisten Strafen liegen bei mehreren Hundert Euro, doch schnell sind auch ein paar Tausend Euro fällig. Fleischer ruft die Einwohner seiner Gemeinde zur Mithilfe auf. „Wir wollen die Leute sensibilisieren, Courage zu zeigen. Wer etwas sieht, soll die Gemeinde oder das Umweltamt anrufen“, sagt Fleischer. Auch bei der Polizei können Straftaten angezeigt werden.

Das ist beispielsweise bei Sondermüll, wie er schon in Jahna nahe des Steudtenbaches gefunden wurde, angebracht. „Dort lagen Asbest und Bauschutt herum“, erzählt Ostraus Bürgermeister Dirk Schilling (CDU), der ebenfalls bestätigt, dass das Problem seit 2014 zugenommen hat. Verständnis gibt es auch bei ihm nicht: „Man lädt den Müll ja schon auf einen Hänger und geht dann das Risiko ein, wirklich hohes Bußgeld zu zahlen. Da kann man auch einfach weiterfahren nach Hohenlauft.“

Von Sebastian Fink

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