Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Meinsberger fordern Tempo 30 im Dorf
Region Döbeln Meinsberger fordern Tempo 30 im Dorf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:19 11.01.2019
Nach dem tödlichen Unfall kurz vor Meinsberg fodert das Dorf nun Tempo 30 im Ort. Auch das Orteingangsschild soll in Richtung Ziegra wandern. Quelle: Foto: Sven Bartsch
Waldheim/Meinsberg

Durch Meinsberg nur noch mit Tempo 30! Das fordert der Dorfclub in einem Zehn-Punkte-Plan. Diese Petition haben 262 Meinsberger unterschrieben. „Das ist eine ganz schöne Durchgangsstraße, wo es schon viele Unfälle gegeben hat. Und für 100 Kilometer pro Stunde ist die Straße am Schalthaus nicht gemacht“, sagt Jens Koßack, Vorsitzender des Dorfclubs. Mit ein Grund für dessen Vorstoß war der tödliche Unfall am 9. Oktober, bei dem ein zehnjähriger Junge am Schalthaus ums Leben kam. Dort darf man 100 Kilometer pro Stunde fahren. Darum fordert der Dorfclub in seiner Petition auch, das Meinsberger Ortseingangsschild weiter in Richtung Ziegra zu verlegen.

Bushaltestelle ins Unterdorf

Aber die Forderungen reichen noch weiter und sogar bis nach Kaiserburg. So soll dort eine Querung für Fußgänger und Radfahrer mit dem entsprechenden Gefahrenzeichen „Achtung Fußgänger“ geschaffen werden. Außerdem soll außerorts zwischen Meinsberg und Kaiserburg Tempo 70 gelten. Der Fußweg am oberen Ortseingang von Meinsberg gehört aus Richtung Ziegra kommend nach Ansicht der Dorfbewohner verlängert, sodass eine geradlinige Querung der Straße möglich ist. Außerdem fordert die Petition am oberen Ortseingang eine Verkehrsinsel. Die Bushaltestelle soll ins Unterdorf wandern, weil dort mehr Platz ist. Diese alte Forderung des Ortschaftsrates hat nun der Dorfclub erneut aufgegriffen und mit in die Petition geschrieben.

Nicht auf die lange Bank

„Fußgänger und Radfahrer geraten im Straßenverkehr immer weiter in eine defensive Position. Diese Verkehrsteilnehmer sind dadurch erheblichen Gefahren ausgesetzt“, begründet der Dorfclub seinen Zehn-Punkte-Plan. Den hat nun auch das Ordnungsamt der Stadtverwaltung auf dem Tisch. „Wir klären jetzt mit dem Landratsamt die Zuständigkeiten ab. Auf einer Anwohnerversammlung in Meinsberg werden wir dann auf die Punkte eingehen und mitteilen, was machbar ist“, sagt Waldheims Bürgermeister Steffen Ernst (FDP). Gut möglich, dass die Meinsberger schon bald vom Rathaus hören. „Wir werden das nicht auf die lange Bank schieben“, verspricht der Bürgermeister. Die Stadt hat das Landratsamt (LRA) Mittelsachsen einbezogen, weil es sich um eine Kreisstraße handelt. Entscheidungen über Tempolimits auf solchen Straßen kann nur die Kreisverkehrsbehörde treffen.

Kommentar: Meinsberger fordern das Richtige

Von Dirk Wurzel

Das kann man nur unterschreiben. Was die Meinsberger für die Verkehrssicherheit im Dorf fordern, ist absolut richtig. Die Kreisstraße 7532 ist die Einfallstraße aus Richtung Döbeln nach Waldheim. Es ist kreuzgefährlich, dort schnell zu fahren. Leider braucht es immer solche schlimmen Ereignisse, wie den Unfalltod eines Kindes, damit einem das mal wieder klar wird. Darum sind die zuständigen Behörden wie Stadtverwaltung, zuvorderst aber das Landratsamt Mittelsachsen, gefragt, dort etwas zu ändern. Da müssen auch bisherige Regelungen auf den Prüfstand. Auch wenn sich vielleicht nicht alle Forderungen der Meinsberger werden erfüllen lassen: Es ist die verdammte Pflicht der zuständigen Behörde, die Anliegen der Anwohner ernst zu nehmen und dafür zu sorgen, dass in und vor Meinsberg langsamer gefahren wird, Fußgänger und Radfahrer sicher an der Straße entlang und über diese hinweg kommen. Und vielleicht gibt es ja bei den Fachämtern kreative Ideen, wie sich das umsetzen lässt. Beispiel Grünlichtenberg: Hier wollte die Bürgermeisterin an der Kreisstraße ein Tempo-30-Schild vor der Schule, was aber rechtlich nicht möglich war. Aber die Kreisverkehrsbehörde hat das Schild dann trotzdem aufgestellt. Weil in dem Bereich nämlich eine unübersichtliche Kreuzung ist, war das möglich. Das hilft nun auch den Schülern.

Auf ein Tempolimit können sich die Meinsberger aber offenbar wenig Hoffnung machen. Das geht aus der Antwort auf eine Anfrage der DAZ an das LRA hervor. Demnach hat die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises gemeinsam mit der Polizei am 19. November vor Ort die Verkehrssicherheits-Situation und Unfall-Auswertung geprüft „In dessen Folge gab es keine neue verkehrsrechtliche Anordnung. Die Straße ist vergleichsweise ausreichend breit und hat keine Engstellen. Aktuell werden darüber hinaus die Möglichkeiten mobiler Geschwindigkeitskontrollen auf dieser Verbindungsstraße insgesamt nochmals geprüft“, teilt LRA-Sprecher André Kaiser mit.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Mit der Staatsanwaltschaft Chenitz beschäftigt sich einer weitere Behörde mit der Kreisstraße. Sie ermittelt wegen fahrlässiger Tötung gegen die Unfallfahrerin. „Die Ermittlungen dazu dauern an“, sagt Oberstaatsanwältin Ingrid Burkhart, Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Chemnitz. Momentan hat der beauftragte Sachverständige die Unfall-Akten.

Von Dirk Wurzel

Rund drei Millionen Euro sind in die Modernisierung der Haßlauer Milchviehanlage investiert worden. Jetzt kommt auch noch Solar aufs Dach.

11.01.2019

Die Staatsanwaltschaft ist beim Ermittlungsrichter abgeblitzt. Nun hat sie Beschwerde beim Landgericht gegen dessen Entscheidung eingelegt, die mutmaßlichen Döbelner Bombenleger nicht in Untersuchungshaft zu nehmen.

14.01.2019

Über 12 000 Broschüren wurden jetzt an die Förder- und Oberschulen und Gymnasien des Landkreises geliefert.

10.01.2019