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Döbeln Messer-Attacke im Staupi: Angeklagter schweigt zum Tatvorwurf
Region Döbeln Messer-Attacke im Staupi: Angeklagter schweigt zum Tatvorwurf
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Das Amtsgericht Chemnitz verhandelt gegen einen 25-Jährigen. Dem Rumänen liegt ein Messerangriff im Döbelner Staupitzbad zur Last. Quelle: dpa
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Döbeln/Chemnitz

Helle Aufregung herrschte in den frühen Morgenstunden des 22. Januars im Staupitzbad Döbeln. Gegen 3.15 Uhr bekam ein 23-jähriger Döbelner mehrere Messerstiche ab. „Er war sehr aggressiv, ich wollte in den anderen Raum gehen. Da hat er mit dem Messer von hinten auf mich eingestochen“, sagte der junge Mann gestern im Amtsgericht Chemnitz im Prozess gegen den Mann, der ihn verletzt haben soll. Auch von vorne trafen den Mann mehrere Stiche der zehn Zentimeter langen Klinge des Messers.

Anklage vorm Schöffengericht

Ein 25-jähriger Rumäne gilt der Staatsanwaltschaft Chemnitz als Messermann vom Staupitzbad. Sie hat ihn der gefährlichen Körperverletzung vorm Schöffengericht angeklagt. Das bedeutet, die Anklage erwartet eine Strafe von zwei bis vier Jahren Haft. Das Amtsgericht Chemnitz ist zuständig, weil der Angeklagte in Untersuchungshaft sitzt.

Erst gestochen, dann bedroht?

„Aufgrund der stämmigen Konstitution des Geschädigten verletzten die Messerstiche keine lebenswichtigen Organe“, heißt es im Anklagesatz. Einen weiteren Zeugen habe der Rumäne auch verletzt mit dem Messer. Bevor das die Sicherheitsleute des Staupis aus der Hand winden konnten, habe er die Männer bedroht, heißt es in der Anklage.

Angeklagter räumt Fehler ein

Ließ das Crystal den Rumänen womöglich derart austicken? Der Geschädigte jedenfalls meint, ihn wie jemanden erlebt zu haben, der Drogen nimmt. Er kennt den Mann. Hatte ihn laut eigenen Angaben noch gegrüßt und ihn gefragt, wie es geht. Dann habe es Streit gegeben. Auch wenn der Angeklagte zu den Tatvorwürfen schweigt, so sagte er doch zum Geschädigten, dass es ihm leid tue. „Das war ein Fehler von mir.“ Sein Verteidiger, Rechtsanwalt Thomas H. Fischer, hatte ihn dazu mit den Worten ermuntert: „Wollen Sie noch etwas sagen?“ Da war die Vernehmung des Geschädigten gerade beendet. Er tritt in dem Verfahren als Nebenkläger auf.

Problematischer Drogenkonsum?

Um die Schuldfähigkeit des 25-Jährigen einzuschätzen, hat das Gericht den bekannten Dresdner Gerichtspsychiater Dr. Stephan Sutarski beauftragt. Zu den Tatvorwürfen schweig er – über seinem Drogenkonsum sagte der Angeklagte aus und antwortete auf Dr. Sutarskis Fragen. Sollte der Sachverständige dem Angeklagten bescheinigen, im Drogenrausch gerne mal die eine oder andere Straftat zu begehen, kann ihn das Gericht zusätzlich zur Strafe auch in einer Entziehungsanstalt unterbringen.

Halluzinationen vom Crystal

Er habe ein halbes Jahr vor dem Vorfall im Staupitzbad angefangen, Crystal zu nehmen. Pro Woche habe er sich ein halbes Gramm Methamphetamin durch die Nase gezogen. „Ich habe mich großartig gefühlt“, sagte der Angeklagte. Er gab aber auch an, optische Halluzinationen gehabt zu haben. „Ich habe Dinge gesehen, die gar nicht da waren. Auch Personen, die ich kannte“, sagte der junge Mann über die Sinnestäuschungen.

Quer durch das Strafgesetzbuch

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt den 25-Jährigen nicht nur, Urheber der blutigen Vorfälle im Staupitzbad zu sein. Auch mehrere Sachbeschädigungen, Ladendiebstähle, Beleidigungen und Körperverletzungen soll der Mann begangen haben. Es geht quer durchs Strafgesetzbuch. Nicht mal vor Polizisten soll er Halt gemacht haben. Als die Beamten ihn festnahmen, hab er sie übel beschimpft, einen Polizisten getreten, einen anderen mit einem Kopfstoß in der Zelle verletzt. Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte liegt dem Rumänen daher auch zur Last.

Kein Schwiegermutterliebling

Wenn es stimmt, was in der Anklage steht, war es für die Ex-Freundinnen und Ex-Schwiegermütter des Rumänen auch nicht gerade leicht nach der Trennung. So soll er bereits am 25. November 2016 eine Frau wegen ihrer dunklen Hautfarbe rassistisch beschimpft haben. Die Mutter einer deutschen Verflossenen soll er einen Monat später mit Nazi-Schlampe tituliert haben. Deren Tochter wiederum soll er im Oktober 2016 im Döbelner Kaufland gegen die Regale gestoßen haben.

Der Prozess wird fortgesetzt. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Gudrun Trautmann hat vier weitere Verhandlungstage anberaumt.

Von Dirk Wurzel

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