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Döbeln Michael Döring ist der Mann im Harthaer Hort
Region Döbeln Michael Döring ist der Mann im Harthaer Hort
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21:51 25.04.2013
Zusammen mit den Kindern hat Michael Döring in dieser Woche neu erworbene Fußballtore aufgestellt. Im Tor und am Ball sind nun sowohl Jungs als auch Mädchen. Quelle: K. Schultz

Hartha. Der Hort Sonnenschein in Hartha hat seit kurzem eine kleine Besonderheit: einen der deutschlandweit raren Erzieher. Michael Döring ist sein Name. Was hat den 29-Jährigen zu der Ausbildung bewogen? Und vor allem - Wie reagieren Kinder, wenn ein so seltenes männliches Exemplar in ihrem außerhäuslichen Alltag auftaucht?

"Ich wusste nicht so richtig, was ich machen will", berichtet Michael Döring. Ließ sich zum Hauswirtschafter ausbilden, war Zivi im Pflegeheim und Schachtbauer, Dörings Weg zum Erzieher war nicht gradlinig und doch kein Umweg. Für das Arbeitsamt jedenfalls lag es nah: "Warum eigentlich nicht Erzieher?", fragte man ihn. Und Döring probierte es. Mit 24 Jahren begann er die Ausbildung an einer Privatschule in Dresden. Seine vorhandene soziale Ader wurde gefördert und die Fähigkeit, über Dinge zu reflektieren gestärkt, wie er sagt. Fachwissen über die Entwicklung von Kindern- und Jugendlichen aneignen, pädagogische Konzepte kennenlernen, Erste Hilfe Kurse belegen oder Gitarre spielen: "Die Ausbildung ist komplex." Die Zielgruppe, für die er damit pädagogisch gerüstet ist, reicht von Krippenkindern bis zu 27-Jährigen. Mit der Arbeit mit Jugendlichen steigt Döring drei Jahre später in den Berufsalltag ein. Ist in der Jugendarbeit in Dresden tätig und nach seinem Umzug nach Mittweida anschließend in Döbeln. Vor ein paar Wochen wird er selbst Vater. Will mehr Zeit für sein Kind und seine Frau. "In der Jugendarbeit muss man viel nachts arbeiten, sieben Tage die Woche." Zur gleichen Zeit ist der vor drei Jahren gegründete Hort Sonnenschein in Hartha auf fast dreißig Kinder angewachsen und sucht Personal. "Er strahlt Ruhe aus", sagt Hortleiterin Barbara Pohle über den Kollegen, der seit Februar an ihrer Seite ist. Reagieren die Kinder anders auf den Mann im Hort? "Für die Kinder ist es schön, die Wahl zu haben", meint Pohle. Wenn die Jungs sehen, dass ein Mann etwa Weidenkörbe flechtet, sagen sie eher: "Wenn der das macht, kann ich auch mit basteln", diesen Effekt hat Pohle mehrfach beobachten können, nicht nur bei den Vorbereitungen auf den Muttertag. "Noch lässt es sich schwer einschätzen, welchen Einfluss er auf die Kinder hat", dazu ist er zu kurz da. "Je mehr eigene Projekte er hat, desto mehr werden die Kinder auf ihn zugehen", schätzt Pohle. Und der Mittweidaer hat schon Ideen. Etwa den Bau einer Rakete aus Flaschen. "Ich will die Mädchen genauso einbeziehen wie die Jungs. Für mich geht es darum, offen zu sein und individuell zu fördern." In der Welt des Horts werden die Geschlechterklischees weniger erfüllt als man denkt: Erst neulich sind die Mädchen mit dem Hammer rumgelaufen, um eine Bude zu bauen. Und die Jungs setzen sich hin und wieder an die Nähmaschine in der Einrichtung, hat der Familienvater beobachtet.

Seine hauswirtschaftliche Vorbildung kam Michael Döring zugute. Denn diese ist eine Voraussetzung für den Erzieherwerdegang. In beiden Ausbildungsklassen war er einer von zwei Jungs. Warum tun es ihm nur so wenige Geschlechtsgenossen gleich? "In der Gesellschaft gibt es noch zu viele Vorurteile dagegen, denke ich."

Katharina Schultz

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