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Miete fürs Flüchtlingsheim soll in den Ort fließen

Schule Choren Miete fürs Flüchtlingsheim soll in den Ort fließen

Die Chorener haben nach einem Treffen mit dem Chef der Stabsstelle Asyl beim Landkreis, Dieter Steinert, ihre Forderung nach maximal 40 Flüchtlingen in der ehemaligen Dorfschule aufgegeben. 80 Asylbewerber werden allein für Anfang Februar erwartet. Nun soll die Stadt Döbeln die Mieteinnahmen in den Ort investieren.

Die Proteste der Chorener vor der ehemaligen Schule haben wenig bewirkt: Das gebäude wird für bis zu 220 Flüchtlinge hergerichtet. Die ersten 80 sollen Anfang Februar kommen.

Quelle: Sven Bartsch

Choren. Etwas ernüchtert wirkte Jens Liebscher, einer der Initiatoren des Bürgerprotests in Choren, am Tag nach dem Treffen mit Dieter Steinert, Leiter der Stabsstelle Asyl beim Landkreis. Aussagen über das genaue Konzept der Flüchtlingsunterbringung in der ehemaligen Dorfschule sowie Zugeständnisse angesichts der Forderung nach höchstens 40 Asylbewerbern für Choren hatte Liebscher erwartet. „Stattdessen gab es die klare Ansage: Über die Anzahl der Flüchtlinge brauchen wir nicht zu reden. Der Landkreis will die Schule für 220 Leute ausbauen“, berichtet Liebscher von der dreistündigen Gesprächsrunde im Kulturhaus, der neben zehn ausgewählten Anwohnern auch die beiden Mochauer Stadträtinnen Beate Wolters (FDP) und Rica Zirnsack (Wählervereinigung Mochau, WVM) beiwohnten.

Steinert positionierte sich klar: Die Schule sei als Notunterkunft geplant und man wolle sie möglichst nicht voll auslasten, behalte sich dies aber für den Notfall vor. In der ersten Februar-Woche seien dem Landkreis vom Freistaat etwa 80 Flüchtlinge angekündigt worden, die nach Choren kommen sollen.

Die Reaktionen auf diese Ankündigungen fielen bei den Anwohnern unterschiedlich aus. „Einige haben jetzt das Ziel null Flüchtlinge in Choren ausgegeben“, sagt Liebscher. Er selbst glaube nicht mehr daran, die Nutzung des Gebäudes durch den Landkreis noch verhindern zu können. „Für mich hat sich herausgestellt: Der Faden ist zu Ende. So lange das Objekt dort steht, wird es auch genutzt werden. Darum muss man sich selbst fragen, in wie weit man sich noch mit dem Thema befasst“, sagt er. Dementsprechend sei es auch fraglich, ob sich die Gründung einer Bürgerinitiative als formale Körperschaft überhaupt lohne.

Aus der Situation will Liebscher für Choren dennoch das Beste machen. Die beiden Stadträtinnen Wolters und Zirnsack sollen sich bei der Stadtverwaltung Döbeln, die seit Jahresbeginn für Choren mit zuständig ist, für einen Nutzungsvertrag stark zu machen. „Die Stadt muss dem Landkreis jetzt schnell ein Angebot zur Vermietung der Schule machen, wenn wir für unseren Ort finanziell etwas erreichen wollen“, sagt Liebscher. Seine Idee: Die Mieteinnahmen könnten als Investitionen nach Choren zurückfließen. „Wir haben so viele Baustellen im Ort – das Kulturhaus, Parkplätze oder Spielplätze müssten saniert werden“, meint Liebscher.

Abwegig scheint dieser Gedanke aus Sicht der Stadtverwaltung nicht. Derzeit werde bereits mit dem Landkreis über eine Nutzungsvereinbarung der Schule verhandelt. „Es ist durchaus denkbar, dass Mehreinnahmen, die aus einer solchen Vereinbarung resultieren, Choren und benachbarten Mochauer Ortsteilen zu Gute kommen. Die Entscheidung dazu trifft letztlich der Döbelner Stadtrat“, ließ Stadtsprecher Thomas Mettcher ausrichten.

Von Sebastian Fink

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