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Döbeln Mieter müssen entscheiden: Sind die Birken ein Fall für die Säge?
Region Döbeln Mieter müssen entscheiden: Sind die Birken ein Fall für die Säge?
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12:00 30.09.2014
Grüne Lunge vor dem Wohnblock in der Albert-Schweitzer-Straße 1 bis 9: Jetzt geht es um das Schicksal der Birken. Quelle: Wolfgang Sens

Doch die Meinungen sind gespalten.

Die Wohnungsgenossenschaft Fortschritt lädt in regelmäßigen Abständen die Mieter in ihren Wohngebieten zu Mieterversammlungen ein. Bei der jüngsten Versammlung vor zwei Wochen wurden die anwesenden Genossenschaftsmitglieder darüber informiert, dass vor den Wohnblöcken in der Albert-Schweitzer Straße die kranken Fichten demnächst gefällt werden sollen. Bei dieser Gelegenheit fragten Mieter nach, ob man denn nicht bei dieser Gelegenheit auch die Birken mit umsägen könne. Denn Birken machten mehrmals im Jahr ordentlich Dreck. Stefan Viehrig, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft, nahm das Anliegen auf und versprach, dazu eine Mieterbefragung per Aushang in den einzelnen Häusern zu starten.

Mittlerweile gibt es mehrere Mietereingaben, worin das Fällen der Birken gefordert wird. Doch nicht alle Mieter sind mit dem Fällen der Birken einverstanden. Seit vergangener Woche hängen nun die Aushänge der Genossenschaft in den Treppenhäusern. Die ersten Mieter haben bereits ihr Kreuzchen für oder gegen das Fällen der Birken gesetzt. Wilfried Löffler hat ganz klar mit Nein gestimmt. "Ich möchte, dass die Birken vor unserem Haus stehen bleiben. Bei unserem Einzug vor einigen Jahren hier im Haus haben die Bäume und das Grün für mich auch eine Rolle gespielt. Die Birken an der Nordseite unseres Wohnblockes sind einfach schön und voller Leben. Mir würden sie fehlen", sagt er. Gerade wachsen Pilze unter den Bäumen.

Dirk Tänzler, Revierförster in Döbeln und zuständig für den Döbelner Stadtwald, kann die Vorurteile über Birken, die so viel Dreck machen, überhaupt nicht hören. Beim Spruch Birken seien Unkraut des Waldes stellen sich dem Waldexperten die Nackenhaare zu Berge. "Die Birke ist eine Pionierholzart und für die Anfangsentwicklung einer kahlen Fläche zu einem Wald sehr bedeutsam. Im Schatten der Birken entwickeln sich weitere Pflanzen des künftigen Waldes", schildert der Revierförster. In Wohngebieten hält er Birken für attraktive Bäume, die zum Stadtbild gehören. Das was Birkengegner landläufig als Schmutz bezeichnen, gehört nun mal zum natürlichen Lebenszyklus des Baumes. "Pflanzt man anstelle der Birken als Ersatz Eichen, Linden oder Ahorn verlieren die auch ihre Blätter", argumentiert Dirk Tänzler. Birken seien im Frühling die ersten Farbtupfer und ihre schwarz-weißen Stämme seien immer Hingucker. Der Revierförster plädiert dafür, den Gesundheitszustand der Birken anzuschauen und dann zu entscheiden. "Gesunde Bäume zu fällen, halte ich für Frevel", so Tänzler.

WGF-Vorstand Stefan Vierhrig sieht das entspannt: "Ein Kahlschlag ist nicht geplant. Wir wollen den Baumbestand in Ordnung halten und wo nötig auch erneuern. Jetzt klären wir, wie die Mehrheit der Mieter denkt und suchen dann gemeinsam eine tragfähige Lösung."

Thomas Sparrer

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