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Milchtankstelle Haßlau brummt: seit Juni 19 000 Liter gezapft

Landwirtschaft Milchtankstelle Haßlau brummt: seit Juni 19 000 Liter gezapft

Milchbauer Christian Kalbhenn ist überwältigt. Seine Mitte Juni eröffnete Milchtankstelle am Ortseingang von Haßlau zieht viele Menschen magisch an. Durchschnittlich 133 Liter pro Tag super frische Milch konnte er bislang über den Automaten verkaufen. Insgesamt zapften seine Kunden in den viereinhalb Monaten rund 19 000 Liter.

Michaela Heiland und Tochter Mia aus Roßwein gehörten zu den ersten Kunden der Milchtankstelle.

Quelle: Sven Bartsch

Hasslau. Milchbauer Christian Kalbhenn ist überwältigt. Seine Mitte Juni eröffnete Milchtankstelle am Ortseingang von Haßlau zieht viele Menschen magisch an. Durchschnittlich 133 Liter pro Tag super frische Milch konnte er bislang über den Automaten verkaufen. Insgesamt zapften seine Kunden seit der Eröffnung am 11. Juni rund 19 000 Liter. Ein spitzen Ergebnis, von dem der Mitgesellschafter der GbR Haßlau und Betreiber einer Milchviehanlage anfangs kaum zu träumen wagte.

„Ich bin sehr, sehr zufrieden und stolz auf die Leute, die mein Angebot so gut nutzen“, sagt Kalbhenn. Vor der Inbetriebnahme der Milchtankstelle hatte der Landwirt erklärt, dass er wenigsten 50 Liter am Tag verkaufen müsste, damit die Investition wirtschaftlich einigermaßen Sinn mache. „100 Liter am Tag wären super, alles darüber megasuper“, so Kalbhenn Anfang Juni. Also sein Fazit nach viereinhalb Monaten: „Megasuper!“

Die Milchzapfer kämen nicht nur aus Haßlau, Roßwein und Umgebung. Da halten auch Autos mit Chemnitzer oder Berliner Kennzeichen, vielleicht Geschäftsreisende oder Touristen. Der Milchbauer: „Es gibt auch schon Einkaufsgemeinschaften. Zum Beispiel kommt jemand aus Hainichen und holt regelmäßig sechs Flaschen, die er dann unter Bekannten verteilt.“ Die Spitzentage beim Zapfen seien Donnerstag, Freitag und Sonnabend. So kommt es vor, dass Kalbhenn oder seine Lebensgefährtin den 150-Liter-Tank des Automaten tagsüber nachfüllen müssen. Ohnehin erfolgt jeden Abend ein Behälterwechsel, um zu reinigen und aufzufüllen.

Einmal gab es bisher eine Havarie. Der Geldwechsler des Automaten war defekt, so dass einen knappen Tag lang nicht automatisch gezapft werden konnte. Es könne auch mal passieren, dass der Automat gerade nicht über Fünf-Cent-Stücke verfügt, weil er schon alle rausgegeben hat. Doch an der Tankstelle steht, wie Christian Kalbhenn erreichbar ist und er macht alles möglich, bei solchen Problemchen zu helfen.

Nicht so toll ist, dass sich einige Milchholer am verfügbaren Leergut bedienen, ohne an der Kasse des Vertrauens das Entgelt dafür zu entrichten. Eine neue leere Glasflasche mit Aufdruck, die unzählige Male wieder verwendet werden kann, kostet den Kunden drei Euro. „Wir bezahlen im Einkauf dafür 2,56 Euro. Die 44 Cent Differenz pro Flasche decken nicht den Schwund, den wir haben und der am Tag zwischen zehn und 20 Prozent liegt“, erklärt Christian Kalbhenn.

Deshalb soll ein Flaschenautomat her, an dem es Glasflaschen ohne Aufdruck für einen Euro geben wird. Die PET-Flaschen nimmt der Haßlauer „der Umwelt zuliebe“ganz aus dem Angebot. Da viele auch nach anderen Molkerei-Produkten fragen, plant der Landwirt zudem, einen Regiomaten in der Zapfstelle aufzustellen. An dem soll es dann zum Beispiel portionierten Käse aus Haßlauer Milch geben. „Ich habe dafür schon mit dem Betreiber einer Hofkäserei bei Dresden gesprochen. Er würde in Abständen 600 Liter Milch von mir holen und verschiedene Sorten Käse und Quark daraus herstellen, die es dann am Regiomaten gibt“, sagt Kalbhenn. Um diesen Automaten auch mit Butter, Joghurt oder frischen Eier bestücken zu können, würde der Landwirt ausgewählte Produkte anderer Anbieter hinzunehmen.

Übrigens: die Milchpreise steigen zurzeit wieder. Ab Oktober gibt es drei Cent mehr und damit zirka 27 Cent für den Liter. Der Markt hat sich laut Kalbhenn gedreht, doch der Preis müsste weiter zulegen. „Die Rentabilitätsgrenze für die Milchbauern liegt zwischen 30 und 35 Cent.“

Von Olaf Büchel

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