Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Mildes Urteil für Ausraster im Zug nach Döbeln
Region Döbeln Mildes Urteil für Ausraster im Zug nach Döbeln
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:01 05.05.2018
Ein junger Mann hatte sich im Zug von Leisnig nach Döbeln mit der Schaffnerin angelegt. Das brachte ihn in Döbeln vor Gericht. Quelle: dpa
Döbeln/Leisnig

Richtig doof gefahren ist ein 21-jähriger mit Zug von Leisnig nach Döbeln. Die kurze Reise ohne Fahrschein ging fast gut. „Die letzten zehn Sekunden soll ich dann meinen Fahrschein zeigen“, sagte der junge Mann nun im Amtsgericht Döbeln. Nicht nur er wird die Kontrolle nicht so schnell vergessen, sondern auch die Schaffnerin. Da ging es nämlich richtig rund im Zug. „Er sah gar nicht aus, wie das übliche Klientel, das wir sonst an Schwarzfahrern haben“, sagte die 46-Jährige Zugbegleiterin non im Prozess gegen 21-jährigen Deutschen. Ihm lag Leistungserschleichung – so heißt das Schwarzfahren juristisch korrekt – Körperverletzung und Nötigung zur Last.

Junger Mann gesteht Tatvorwürfe

Am 26. Juni 2017 fuhr der junge Mann mit der Regionalbahn von Leisnig nach Döbeln. Als ihn die Schaffnerin zwischen Westewitz und Döbeln kontrollierte, zeigte er ihr eine Schülerfahrkarte, die aber in den Ferien nicht galt. Die Frau wollte das Teil fotografieren, um Beweise zu sichern. Das führte offenbar zu einer Kurzschlussreaktion bei dem jungen Mann, der bisher ein straffreies Leben führte, sich in einem Verein engagiert, Sport treibt, einen Schulabschluss und vielseitige Interessen hat. Damals im Zug benahm er sich nicht wie ein vernünftiger junger Mann. Nun im Gericht räumte er die Tatvorwürfe weitgehend so ein, wie sie im Anklagesatz standen.

Schaffnerin fliegt in den Sitz

Demnach riss er der Schaffnerin das Schülerticket aus der Hand. „Ich wollte nicht, dass sie meinen Namen hat“, sagte er. Auch dass der die Frau dann in den Sitz gestoßen hat, gab der junge Mann zu. „Sie hat mir hinterher gerufen: Sie sind ein Arschloch“, sagte er. Die Schaffnerin konnte nicht abstreiten, dies gesagt zu haben. Die Wogen schlugen hoch an jenem Tag und so etwas hatte sie auch noch nicht erlebt. Die Zugbegleiterin gab dann auch an, dass sie der Angeklagte genötigt habe, aus dem Weg zu gehen. „Du hast drei Sekunden“, sagte er zu mir. Weil sie stehen blieb, flog sie in den Sitz.

Richter muss urteilen

Dem jungen Man tat das alles schrecklich leid. Er bat die Schaffnerin zudem um Entschuldigung. Jugendrichter Lutz Kermes wollte das Verfahren eigentlich ohne Urteil beenden und es nach Jugendrecht gegen Auflagen einstellen. So hatte es die Vertreterin der Jugendgerichtshilfe des Landkreises Mittelsachsen angeregt. Aber da spielte die Staatsanwaltschaft nicht mit. So verurteilte Richter Kermes des jungen Mann wegen Leistungserschleichung, Körperverletzung und Nötigung zur niedrigsten Geldstrafe, die das Gesetz vorsieht: Fünf Tagessätze zu zehn Euro nach Erwachsenenstrafrecht. „Es spricht eigentlich vieles zu Ihren Gunsten“, sagte der Richter mit Blick auf Geständnis, Reue und Entschuldigung. „Es war eine Kurschlussreaktion. Sie wollten sich der Kontrolle entziehen und dann ist die Situation aus dem Ruder gelaufen“, so Richter Kermes.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Von Dirk Wurzel

Das lässt Kinderherzen höher schlagen. Über jede Menge neue Sportgeräte kann sich die Kita „Unter den Linden“ in Roßwein freuen. Viele Roßweiner Firmen beteiligten sich an einer Spendenaktion. So hüpfen die Bälle und die Herzen an der Freiberger Mulde

05.05.2018

Klickt ihr schon oder blättert ihr noch? Egal, Hauptsache es gibt was Spannendes zu erfahren. Und anschließend das Lesediplom. Leisnigs Grundschüler aus den vierten Klassen tauchen beim Projekt „Zeitungsflirt“ ins Netz ab.

07.05.2018

Über 1000 Läufer und hunderte Sponsoren sorgten am Freitagabend für einen neuen Teilnehmerrekord beim 18. Döbelner Lauf mit Herz. 25 000 Euro kamen dabei für krebskranke Kinder und ihre Familien zusammen.

04.05.2018