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Döbeln Millionen-Investition trägt Früchte – Baywa macht in Mockritz gute Geschäfte
Region Döbeln Millionen-Investition trägt Früchte – Baywa macht in Mockritz gute Geschäfte
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00:44 15.04.2018
Im neuen Technik-Standort an der Autobahn im Gewerbegebiet Mockritz macht die Baywa gute Geschäfte – auch mit gebrauchten Landmaschinen. Quelle: Sven Bartsch
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Region Döbeln

Das Warten hat sich gelohnt. Lange plante die Baywa, im Gewerbegebiet Goldene Höhe in Mockritz bei Döbeln einen Technik-Standort zu errichten. Aber die Nähe zur Autobahn machte es schwierig. Die Baugenehmigung ließ auf sich warten, das Projekt verzögerte sich von Jahr zu Jahr. 2016 eröffnete der Stützpunkt schließlich.

Bilanz stimmt optimistisch

Und für 2017 kann Reinhold Bichle, Baywa-Spartengeschäftsführer Technik, auf ein komplettes Geschäftsjahr zurückblicken. Die Bilanz stimmt optimistisch. „Bereut haben wir es auf keinen Fall. Das Geschäft ist sehr gut angelaufen. Vor allem gebrauchte Landmaschinen verkaufen wir gut. Viele Kunden kommen aus Tschechien, das liegt an der guten Verkehrsanbindung über die Autobahn“, sagte Reinhold Bichle am Donnerstag in Hainichen, wo die Baywa-Sachsen ihre Geschäftszahlen für 2017 vorstellte. Kleinmockritz dient der Baywa nun künftig als neues Zentrum für Landmaschinen. Zwei Millionen Euro hat sie dort investiert. 30 Mitarbeiter beschäftigt das Technikzentrum. Weitere sollen folgen.

Gebrauchte Maschinen gehen wie geschnitten Brot

Das Technik-Geschäft war 2017 schwierig, wie Reinhold Bichle sagte, die Landwirte zögerten zunächst mit Investitionen. Die Zurückhaltung lag, so sagte es Reinhold Bichles Geschäftsführerkollege für die Agrar-Sparte, Matthias Eckstein, am niedrigen Getreidepreis und am zunächst unwägbaren Milchpreis. „Im Endspurt konnten wir in der Sparte Technik aber kräftig zulegen. Der Umsatz bei den Gebrauchtmaschinen ist um 13 Prozent gestiegen“, sagte Reinhold Bichle. Die Technik-Sparte schloss das vergangene Geschäftsjahr im Vergleich zu 2016 mit einem leichten Umsatz-Plus von drei Millionen Euro ab. Daran hat auch der neue Standort in Mockritz seinen Anteil.

Hackmaschinen für Biobauern

Die Baywa will sich nun auch Landmaschinen für Öko-Landwirte anbieten. Landmaschinen für Öko-Landwirte? Trecker ist doch Trecker, könnte man meinen. Reinhold Bichle erläuterte am Beispiel, was Ökobetriebe für Maschinen brauchen. „Da sie auf Pflanzenschutzmittel verzichten, gibt es Hackmaschinen zur Unkrautbekämpfung. Mittlerweile gibt es diese kameraoptimiert, um die Nutzpflanzen nicht anzugreifen.“ Vielleicht steht ja eine solche Hackmaschine schon bald in Mockritz.

Rückblick und Ausblick

In der Agrar-Sparte ging der Umsatz von 317 Millionen Euro 2017 auf 301 Millionen Euro zurück. Für 2018 wird eine gute Ernte erwartet, Brache und Zwischenfruchtanbau gewinnen an Bedeutung.

Im Bereich Technik machte die Baywa 2017 im Geschäftsgebiet Sachsen mit 67 Millionen Euro drei Millionen Euro mehr Umsatz, als 2016. Das liegt auch mit am neuen Technik-Stützpunkt in Mockritz. Hier hält immermehr die Digitalisierung Einzug, es geht um den computergestützten präzisen Landbau – zum Beispiel punktuelle Düngung nur dort, wo es notwendig ist.

Der Bereich Energie machte im vergangenen Jahr 59 Millionen Euro Umsatz, sieben Millionen mehr, als 2016. Die Baywa hat jetzt eine Marke für Holzpellets entwickelt und forciert diese . Hier nimmt die Bedeutung des Online-Handels mit Holzpellets weiter zu. Gute Geschäfte machte die Energiesparte 2017 unter anderem mit Diesel und Schmierstoffen.

2017 konnte die Baywa-Sachsen in der Bausparte beim Umsatz im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls zulegen. Dieser stieg von 74 auf 80 Millionen Euro. Hier bestimmt der Handel mit schadstoffarmen Baustoffen und der Verkettung von Online-Handel mit den stationären Handel die Zukunft.

Während der Gesamt-Umsatz der Baywa-Sachsen 2017 mit insgesamt 507 Millionen Euro gleich blieb, stieg der Konzernumsatz von 1541 Milliarden Euro auf 16,055 Milliarden Euro.

Aber auch an anderen Standorten in der Region investiert die Baywa. In Hainichen bringt der Betrieb die Saatgut-Beiz-Anlage auf Vordermann. Diese kommt ohne Chemie aus. „Es geht um Elektronenbehandlung“, erläuterte Matthias Eckstein. Ein sanfter Strahl aus kleinen Teilchen entfernt Pilze, Bakterien und Viren von den Getreide-Saatkörnern. „So behandeltes Saatgut ist für den Biolandbau und für Schläge in Trinkwasserschutzgebieten geeignet“, sagte Matthias Eckstein. Im Herbst dieses Jahres soll die mobile Beizanlage ihren Betrieb aufnehmen. Sie reist auf einem Sattelschlepper von ihrem Standort Hainichen dorthin, wo sie gebraucht wird. Bis zu 20 Tonnen Saatgut behandelt die Maschine pro Stunde. Die Modernisierung der Anlage, die bereits seit mehreren Jahren in Hainichen steht, kostet rund zwei Millionen Euro. Die Baywa hat sie zusammen mit dem Fraunhofer-Institut entwickelt. Momentan liegt der Anteil an elektronengebeiztem Saatgut bei zehn Prozent. Matthias Eckstein rechnet damit, dass sich der Anteil auf 30 Prozent erhöht.

Einbruch in Agrar-Sparte

Im Agrarbereich hat die Baywa im Vergleich zum Vorjahr eingebüßt. Um rund 16 Millionen Euro ging der Umsatz zurück. Matthias Eckstein sieht den Grund dafür unter anderem in niedrigen Getreidepreisen. „Wir haben die fünfte Rekordernte in Folge“, sagte er. Außerdem sei das Export-Geschäft 2017 schwierig gewesen. Auch viel sächsisches Getreide geht in den Export.

Von Dirk Wurzel

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