Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Millionen-Projekt fertig: Haßlauer Milchviehanlage mit modernster Technik
Region Döbeln Millionen-Projekt fertig: Haßlauer Milchviehanlage mit modernster Technik
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:00 11.01.2019
3 Millionen Euro sind in die Milchviehanlage Haßlau investiert worden. Quelle: Manuela Engelmann-Bunk
Hasslau

Nachhaltigkeit – das ist eines der großen Themen, das die Betreiber der Haßlauer Milchviehanlage bei ihrer jüngsten Investition gelenkt und geleitet hat. Rund 3 Millionen Euro sind in den Neubau von hochmodernem Kälberstall, Kuhstall und Reproduktionsstall geflossen. Bis auf das Außengelände sind die Arbeiten nahezu abgeschlossen, im Dezember konnte der neue Kuhstall eingeweiht werden. Jetzt hat sich das Unternehmen auch noch die Stromgewinnung vorgenommen. Bis Ende Januar werden nicht nur auf den beiden Kuhställen und dem Kälberstall, sondern auch auf dem Dach der Milchtankstelle direkt an der Hauptstraße Photovoltaikanlagen montiert, die zusammen im Jahr rund 750 000 Kilowatt Strom erzeugen können.

Den eigenen Strom selbst erzeugen

Dafür ist auf der alten Ammonhalle, die nicht nur die Milchtankstelle und den Regiomaten beheimatet, sondern auch als Futterhalle genutzt wird, in den letzten Tagen ein neues Dach gebaut worden. „Das alte Dach hätte keine 20, 30 Jahre mehr gehalten, was aber Voraussetzung dafür ist, dass wir da eine Photovoltaikanlage drauf setzen können“, erklärt Rico Krause, Prokurist bei der Landwirtschaftsbetriebe Gröbner, zu der die Haßlauer Milchviehanlage gehört. Der Plan des Unternehmens: „Überall dort, wo wir Strom verbrauchen, soll der soweit es möglich ist, aus unserer eigenen Anlage kommen.“ Weil das momentan nur tagsüber umsetzbar ist, wird der zuviel erzeugte und nicht gleich verwertete Strom ins Haßlauer Netz eingespeist. In zwei, drei Jahren, so Krause, wolle man dann noch in Akkutechnik investieren, um den selbst gewonnenen Strom auch speichern und zu jeder Tageszeit nutzen zu können.

Genauso modern wie bei der betriebseigenen Energiewirtschaft geht es grundsätzlich im neuen Haßlauer Kuhstall zu. Alles ist darauf ausgerichtet, nachhaltig und wirtschaftlich arbeiten zu können. Das setzt vor allem gesunde Tiere, die viel Platz haben, und motivierte Mitarbeiter voraus. Ein Standort wie der in Haßlau, erklärt Rico Krause, hätte früher in Summe 50 Personen beschäftigt. Heute sind es aktuell sieben und Milchbauer Christian Kalbhenn, der gemeinsam mit Gerhard und Maria Gröbner aus Zschäschütz die GbR Haßlau bildet. Inzwischen geht es im Kuhstall nicht mehr nur um Senkung von Kosten, sondern auch um Entlastung der Mitarbeiter, die übrigens trotz aller Einsparungen auch derzeit für Haßlau gesucht werden.

Sechs Melkroboter und ein ausgeklügeltes Luftsystem

Melken muss hier allerdings – bis auf die Muttermilch für die Kälber – niemand mehr. Das erledigen vier Melkroboter in dem rund 4000 Quadratmeter großen neuen Stall, der auch einen Freilaufbereich hat. Damit gibt es nun insgesamt sechs Melkroboter am Standort Haßlau. 60 Kühe werden von jedem Roboter gemolken, der nicht nur die Milch abnimmt, sondern sofort untersucht und ausmist. Auf diese Weise können eventuelle Tierveränderungen – Brünstigkeit, Aktivitäten und eben auch gesundheitliche Veränderungen – sofort erkannt werden.

Um Hufkrankheiten zu verhindern, fahren in regelmäßigen Abständen fünf Spaltenroboter über den Boden und befördern den nicht von allein durch die Spalten getretenen Kot nach unten. Ein Futtermischwagen sorgt dafür, dass jede Kuh im Stall genau das Futter bekommt, was ihr zugedacht ist. Ein Futterschieber entbindet die Mitarbeiter davon, mit dem Besen die gehäckselte Nahrung immer wieder zusammenschieben zu müssen. Ausgeklügelt ist auch das Luftsystem für den Stall. Um die für die Kuh optimale Temperatur – nicht zu warm und nicht zu kalt – garantieren zu können, gibt es unter anderem Temperaturfühler und ein vollautomatisches System, mit dem der Stall durch Planen, sogenannte Curtains, je nach Bedarf geöffnet und geschlossen wird.

Produktion auf 6 Millionen Liter steigern

Über 30 000 Kubikmeter Raumvolumen sind im neuen Stall gebaut worden, auch das unter der Prämisse der besonders tiergerechten Haltung, wie Rico Krause erklärt. „Die Mehrkosten, die wir jetzt haben, zahlen sich auf lange Sicht aus“, sagt er. Rund 14 000 Liter Milch werden derzeit täglich von Haßlau nach Leppersdorf zur Weiterverarbeitung gebracht. Das Ziel ist es, die Produktion von derzeit 4,8 Millionen Liter Milch im Jahr auf 6 Millionen zu steigern. Aktuell 511 Kühe inklusive Trockensteher – Tiere, die gerade nicht gemolken werden – und Nachzucht werden am Standort Haßlau gehalten. Zeitlich nahes Ziel sind, so Rico Krause, 600 Kühe.

Von Manuela Engelmann-Bunk

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Staatsanwaltschaft ist beim Ermittlungsrichter abgeblitzt. Nun hat sie Beschwerde beim Landgericht gegen dessen Entscheidung eingelegt, die mutmaßlichen Döbelner Bombenleger nicht in Untersuchungshaft zu nehmen.

14.01.2019

Über 12 000 Broschüren wurden jetzt an die Förder- und Oberschulen und Gymnasien des Landkreises geliefert.

10.01.2019

Jahrelang war das Schützenhaus von Leisnig für den Neujahrsempfang die angesagte Adresse. Dieses Jahr zieht der Bürgermeister mit dem ersten großen Event des Jahres in die Kulturscheune von Börtewitz. Doch warum nicht mehr ins Schützenhaus?

10.01.2019