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Ministerin Barbara Klepsch besucht „Soziale Kümmerin“ in Döbeln

Pilotprojekt Ministerin Barbara Klepsch besucht „Soziale Kümmerin“ in Döbeln

Über 13 500 Euro aus dem Fördermitteltopf fließt nach Döbeln zur Wohnungsgenossenschaft „Fortschritt“. Das hilft bei der Finanzierung einer „Sozialen Kümmerin“, die Bewohnern eine schnelle und unkomplizierte Hilfe bei Problemen sein soll. Wie das funktioniert, hat sich Sozialministerin Barbara Klepsch am Mittwoch vor Ort angeschaut.

Die „Soziale Kümmerin“ Elke Makk (Mitte) mit Ministerin Barbara Klepsch, dem Landtagsabgeordneten Sven Liebhauser und den WGF-Chefs Stefan Viehrig und Bernd Wetzig.

Quelle: Gerhard Dörner

Döbeln. Die Döbelner Wohnungsgenossenschaft „Fortschritt“ (WGF) hat aktuell 192 Wohnhäuser mit insgesamt 1697 Wohnungen. Und mittendrin steht Elke Makk. Seit Anfang Juni ist sie als sogenannte „Soziale Kümmerin“ unterwegs. In dieser Position ist sie Ansprechpartner für die Bewohner bei Problemen aller Art. „Mit Pilotprojekten zum ’Sozialen Kümmerer’ prüfen wir, ob eine Vertrauensperson, die direkte und unbürokratische Hilfe vor Ort geben kann, ein Baustein sein kann“, erklärt Sachsen Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU). Das Land unterstützt das vorerst bis Ende des Jahres angelegte Projekt in Döbeln mit 13 560 Euro aus dem Fördermitteltopf. Die Maßnahme läuft dabei begleitend zur Erarbeitung eines Aktionsplanes zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Am Mittwoch machte sich die Ministerin direkt vor Ort ein Bild und ließ sich vom Genossenschaftsvorstand und Elke Makk die Situation schildern. „Wir wollen, dass alle Menschen – mit und ohne Behinderung – so lange wie möglich zu Hause leben können. Uns ist bewusst, dass die Förderung über ein halbes Jahr keine schlüssige Förderung ist. Wir hoffen aber, dass so etwas im nächsten Doppelhaushalt Verfestigung findet“, so die Ministerin. Für Elke Makk kommt das Projekt genau zur richtigen Zeit: „Wir sind an einem Wendepunkt angekommen. Als wir 2006 alles aufgebaut haben, war vieles einfacher und Freundschaften schneller geschlossen Jetzt sind alle älter und die ersten Wehwehchen setzen ein.“ Ihre Hilfe kann dabei unter anderem den Kranken, aber auch Angehörigen eine Stütze sein. „Es gibt Tausend Dinge, die man als Kümmerin tun muss und sollte.“ Das reicht von der Suche nach einem verlorenen Schlüsselbund bis hin zum Trostspenden und das Aufzeigen des Weges aus dem Kummer. Bewohner, die sich immer weiter zurückziehen, ermutigt sie zur Teilnahme an einer der zahlreichen Veranstaltungen, die die WGF mit Hilfe vielzähliger Ehrenamtler auf die Beine stellt. „Unsere Partner sehe ich dabei als Straffe Seile, aus denen wir ein dichtes Netz machen“, beschreibt es Elke Makk. Auch unter den Bewohnern würden sich kleine Netzwerke herausbilden. „Viele wollen mit 70 oder 80 auf einmal noch ein Smartphone und dann von mir wissen, wie das mit den Gruppennachrichten funktioniert“, freut sich die Kümmerin. „Mit dem Pilotprojekt erproben wir die Realisierbarkeit dieser ’Netzwerker’. Unser Ziel ist es, alle bei ihrem gleichberechtigten Zugang zu öffentlichen und sozialen Räumen im Sinne der sozialen Teilhabe zu unterstützen“, so die Ministerin. „Hier bin ich davon überzeugt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Das Projekt „Soziale Kümmerer“ wird zurzeit auch mit Wohnungsgenossenschaften in Chemnitz, Schneeberg, Dresden, Werdau und Zwickau pilotiert. Insgesamt stehen dazu Fördermittel in Höhe von 135 000 Euro bereit.

Von André Pitz

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