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Döbeln Ministerin Kurth übergibt Waldheimer Oberschule Scheck über 71 000 Euro
Region Döbeln Ministerin Kurth übergibt Waldheimer Oberschule Scheck über 71 000 Euro
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09:17 13.05.2016
Die Jungs spielen Ball und die Frau bewacht das Geld: Grund zur Freude gab es am Donnerstag in der Waldheimer Oberschule allemal, denn Sachsens Kultusministerin brachte einen Scheck über 71 000 Euro für die Außenanlagen. Darüber freuten sich Schulleiter Jürgen Köber (v.r.), CDU-Landtagsabgeordneter Sven Liebhauser und Waldheims Bürgermeister Steffen Ernst. Quelle: Dirk Wurzel
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Waldheim

Flondra Hajdari ist 14 Jahre alt und besucht eine der DAZ-Klassen der Oberschule Waldheim. DAZ steht für Deutsch als Zweitsprache und Flondra beherrscht ihre Zweitsprache sehr gut. Das stellte auch Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) fest, als sie am Donnerstag gemeinsam mit dem Döbelner CDU-Landtagsabgeordneten Sven Liebhauser und Waldheims Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) die Oberschule besuchte, in der sie Schulleiter Jürgen Köber herumführte. Für die junge Kosovarin hatte die Ministerin nur Lob übrig, fragte nach ihren Berufswünschen und sagte, dass junge Leute wie sie in Deutschland gebraucht werden. Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) dämpfte die Euphorie und erzählte der Politikerin, dass Flondra und ihrer bestens in Waldheim integrierten Familie die Abschiebung droht, dass die Stadt aber alles unternehme, um das zu verhindern. So rückte das Problem nun bis auf die hohen Ebenen der sächsischen Landespolitik vor.

Schulhof soll 2017 drankommen

Und war doch streng genommen eigentlich nur eine Nebensache. In der Hauptsache war Brunhild Kurth gekommen, um einen Fördergeld-Scheck zu übergeben und mit Schulleiter Köber und Bürgermeister Ernst noch ein paar Dinge zu besprechen – zum Beispiel das neue Schulgesetz, das die Regierung noch in diesem Jahr verabschieden will. Das Fördergeld – es sind 71 000 Euro – bekommt die Stadt zum Umbau der Außenanlagen dazu, was insgesamt rund 180 000 Euro kostet. So schön und neu wie die Schule von außen und von innen ist, so überholungsbedürftig sind Teile des Schulhofes. Er ist der letzte Abschnitt der Schulsanierung und steht für 2017 an.

Der Umbau des Sportplatzes liegt dagegen in den letzten Zügen. Auf seiner jüngsten Sitzung vergab der Technische Ausschuss des Stadtrates den Auftrag für die Ballfang-Anlage. Die Leerrohre für die Masten haben die Bauarbeiter bereits eingebaut. Die Netze und Haltemasten der Ballfanganlage baut die Dreiheider Firma Barthel Sportstättenservice GmbH auf. Das kosten insgesamt knapp 50 000 Euro. „Wenn die Ballfanganlage steht, können wir die restlichen Pflasterarbeiten erledigen und den Kunststoffbelag aufbringen“, sagte Bauamtsleiter Michael Wittig zur jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses.

Der Sportplatz ist also demnächst fertig. Und vielleicht treibt ja Flondra hier auch Sport. Sie ist eine von rund 30 DAZ-Schülern in der Oberschule Waldheim, um die sich vier Lehrer kümmern. Derzeit hat die Bildungseinrichtung an der Pestalozzi-Straße 380 Schüler. Und in der Stadt noch viele ehrenamtliche Helfer im Koordinierungskreis, den Altbürgermeister Steffen Blech (CDU) ins Leben gerufen hat und der Deutschkurse für die Eltern der Flüchtlingskinder anbietet sowie die Integration der Asylbewerber in Waldheim vorbildlich vorantreibt.

Schulleiter entscheiden vor Ort

Das Stichwort „Integration“ fiel auch bei dem gestrigen Schulbesuch der Kultusministerin in Waldheim. Direktor Köber – er hatte bereits auf dem Waldheimer Neujahrsempfang vor „reformpädagogischen Aktionismus“ gewarnt – sagte, dass es nichts bringe, zum Beispiel Asylbewerberkinder gleich in den Regelunterricht zu schicken. Integration und Inklusion – darum soll es auch im neuen Schulgesetz gehen. Inklusion meint die gleichwertige Teilhabe aller Schüler am Unterricht, auch von jungen Menschen mit Behinderung oder Migrationshintergrund. „Das sollen die Schulleiter vor Ort entscheiden, das kann man nicht von oben anordnen“, sagte Ministerin Kurth. „Das neue Schulgesetz ist eines der wichtigsten Themen dieses Jahres. Wir wollen die Schulen im ländlichen Raum stärken und die hohe Qualität sächsischer schulischer Bildung sichern“, so die Ministerin weiter. Mehr Eigenverantwortung für Schulleiter gehört ebenso zu den Zielen des neuen Gesetzes. Und natürlich der Kampf gegen den drohenden Lehrermangel.

Spezielle Probleme, spezielle Schicksale

„Komm lieber Mai und mache...“ klang es im Musikzimmer in Heike Heinrichs Unterricht. Die Lehrerin hatte das Frühlingslied für die Ministerin aus Dresden anstimmen lassen. Diese traf hier auf Flondra Hajdaris Schwester, über der genauso das Damoklesschwert der Abschiebung schwebt. Es mag nicht verkehrt sein, wenn Brunhild Kurth den Fall kennt. Aber direkt etwas dagegen tun kann sie auch nicht. Es sind eben die speziellen, schicksalhaften Probleme, mit der Lehrer und Klassenkameraden an einer Oberschule in Berührung kommen, an der viele Flüchtlingskinder lernen.

Von Dirk Wurzel

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