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Döbeln Ministerpräsident weckt Hoffnung auf den Zug nach Roßwein
Region Döbeln Ministerpräsident weckt Hoffnung auf den Zug nach Roßwein
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13:56 18.05.2018
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU, rechts) im Gespräch mit dem Mahlitzscher Konrad Heinze (l.). Quelle: Foto: Dirk Wurzel
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Freiberg/Rosswein/Döbeln

Beim „Sachsengespräch“ kommt die Regierung zu ihren Bürgern. So war das auch am Mittwoch, als Ministerpräsident Michael Kretschmer mit etlichen Ministern aus seinem Kabinett sowie Staatssekretären und Fachleuten aus Ministerien und Landesämtern nach Freiberg kam, um mit Mittelsachsen ins Gespräch zu kommen. Auch aus der Region Döbeln waren Besucher angereist.

Mahlitzscher will Zug zurück

420 Bürger trafen die Regierung, die im legendäre Konzert- und Ballhaus „Tivoli“ gastierte, dort, wo die Puhdys 1969 ihre Karriere begannen. Wo vor 48 Jahren Maschine und seine Band-Kollegen (noch) englische Coversongs spielten, saß nun der Ministerpräsident und sprach mit Mittelsachsen. Mit Konrad Heinze aus Mahlitzsch zum Beispiel. Er machte Michael Kretschmer auf den fehlenden Personenzug zwischen Döbeln und Meißen aufmerksam. Er hatte seinen Protest dagegen auf einem Zettel formuliert, den er dem CDU-Politiker mitgab. „Finden Sie eine Lösung, dass diese Strecke befahrbar bleibt. Was soll die ständige Privatisierung der Bahnen? Sie bringt dem Bürger nur Nachteile“, ist darauf zu lesen.

Ländlichen Raum nicht abkoppeln

Michael Kretschmer griff die Anregung auf. „Wir können nicht Behörden, wie den Landesrechnungshof, im ländlichen Raum ansiedeln, diesen aber abkoppeln“, sagte er. Das führe das Ziel ad absurdum, den ländlichen Raum zu stärken, indem ihn der Freistaat zu Behörden-Standorten macht. Die Verantwortung für das Bahn-Problem sieht der Ministerpräsident im System der regionalen Verkehrsverbünde. Er kündigte eine Lösung an. Wie die Details aussehen, ist noch offen.

MP Michael Kretschmer hatte fast die gesamte Staatsregierung mit ins Freiberger Tivoli gebracht. Quelle: Dirk Wurzel

„Ich kann das nur sehr unterstützen. Diese Lösung braucht es dringend“, sagte Döbelns Ex-Landrat Dr. Manfred Graetz (CDU), der nach 2008 als Vize-Kreischef auch die Geschicke des Großlandkreises Mittelsachsens mit lenkte. Zufrieden zeigte sich auch Konrad Heinze, der übrigens genauso heißt, wie der ehemalige Freiberger CDU-Oberbürgermeister, der die Bergstadt bis 2001 regierte und der natürlich auch zum Sachsen-Gespräch gekommen war. Der Roßweiner Namensvetter des ehemaligen OB der Kreisstadt war von Stanislaw Tillichs Nachfolger in der sächsischen Staatskanzlei positiv überrascht. Dabei wollte der Mahlitzscher erst gar nicht nach Freiberg fahren. Übrigens bekam Eva-Maria Stange (SPD), die Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst in Michael Kretschmers Kabinett, auch einen Zettel von Konrad Heinze. Er möchte nämlich, dass die Sozialstudenten nach Roßwein zurückkehren, die Hochschule Mitweida ihre Zweigstelle wiederbelebt. Das Wissenschaftsministerium hatte diese unter Eva-Maria Stanges Amtsvorgängerin geschlossen und den Studiengang in Mittweida konzentriert.

Theater ebenfalls Thema

Bevor sich die Regierung den Fragen der Bürger stellten, sahen sich ihre Mitglieder das Freiberger Theater an, sprachen mit den Mitarbeitern, Musikern, Sängern und Schauspielern. Diese können aufatmen, was die Bezahlung angeht. Die Lücke zwischen Haustarif und Flächentarif werde sich schließen, sagte Theater-Geschäftsführer Dr. Hans Peter Ickrath. Theater fällt auch ins Ressort von Staatsministerin Stange. Sie hob die Leistung der Kommunen bei der Finanzierung der beiden Theater im Kulturraum Mittelsachsen/Erzgebirge hervor. „Die Kommunen zahlen hier soviel, wie nirgendwo in Sachsen.“ Von 19 Millionen Euro Kulturraum-Geld stammen neun Millionen von den Kommunen, zehn vom Freistaat.

Von Dirk Wurzel

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