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Mit 100 Jahren und der Leselupe gut unterwegs: Charlotte Feind hat Hunderte Döbelner Arbeiter beköstigt und genießt ihren Lebensabend im Kreise der...

Mit 100 Jahren und der Leselupe gut unterwegs: Charlotte Feind hat Hunderte Döbelner Arbeiter beköstigt und genießt ihren Lebensabend im Kreise der Familie

Eine Berühmtheit will Charlotte Feind auf ihre alten Tage eigentlich nicht mehr werden. Ganz bescheiden sitzt die schick frisierte Dame an der Stirnseite ihres Geburtstagstisches, als Oberbürgermeister Joachim Egerer zu Besuch kommt und Blumen bringt.

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Die Jubilarin mit Schwiegersohn Hainer und Tochter Renate Werner. Oberbürgermeister Joachim Egerer kam am Sonntag zum Gratulieren.

Quelle: Steffi Robak

Döbeln. Auf dem Tischtuch glitzert eine kleine "100" neben der anderen; so viele Lebensjahre zählt Charlotte Feind.

Am Sonntag feierte sie am Rotkäppchenweg Geburtstag, zu Hause und im Kreise ihrer Familie. Egerer kann bei der Jubilarin einiges lernen, wo zum Beispiel in Döbeln die Straße am Steigerhaus ist. Dort hat Charlotte Feind 30 Jahre ihres Lebens gewohnt und in den Küchen verschiedener Gasthäuser, Imbissbuden und Milchbars gearbeitet. So stand sie lange in der Sattelstraße bei der Arbeiterversorgung an der Durchreiche und teilte Mittagessen aus.

Angefangen hat ihr Berufsleben im Riesengebirge, wo sie auch geboren ist. "Im Ziegelwerk in Lomnitz war mein Vater Ziegelmeister. Da hab ich dort auch angefangen." Von einem gezogenen Ziegelstrang mussten vorm Brennen die einzelnen Steine akkurat geschnitten werden. So war die junge Frau beizeiten an schwere Arbeit gewöhnt. Mit dem Krieg und der Vertreibung verschlug es Charlotte Feind und ihren Ehemann in die Nähe von Suhl, ihre Schwiegereltern in die Nähe von Döbeln. Hier sind sie schließlich auch geblieben.

Charlotte Feind kann alles noch sehr gut selber erzählen und sie weiß in der Welt Bescheid, denn jeden Tag liest sie ausgiebig mit der Lupe die Zeitung. "Abends muss ich ihr dann alle Fragen beantworten. Da habe ich manchmal selber noch nicht alles gelesen", lacht ihr Schwiegersohn Hainer Werner.

Zu ihm und ihrer Tochter Renate zog Charlotte Feind 1980. Da war ihr Ehemann schon vier Jahre tot und die erste von zwei Enkelinnen vier Jahre alt. Heute ist sie um drei Urenkel reicher.

Nach der Wende besuchte Charlotte Feind ihre Heimat im Riesengebirge und auch sonst ist sie lange noch gereist, zum Beispiel mit Tochter und Schwiegersohn nach Ungarn. Bei der letzten Reise war sie 95 Jahre alt.

Heute traut sie sich nach einer Hüftoperation nicht mehr so weit weg, verbringt aber bei schönem Wetter Zeit im Garten, damit sie an der frischen Luft ist. Ein Rezept für das hohe Lebensalter hat sie nicht, sagt aber: "Ich habe in den Jahren viel durchgemacht. So etwas macht eben auch irgendwie hart."

Steffi Robak

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