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Mit 53 zum neuen Traumberuf

Mit 53 zum neuen Traumberuf

Olaf Weber aus Döbeln gehört mit 53 Jahren zu den so definierten "älteren" Arbeitnehmern. "Die Älteren? Wo?", fragt er selbstironisch, dreht sich scheinbar suchend um und lacht.

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Hat wieder gut lachen: Olaf Weber (r.) hat dank Ausbilder Jan Grunert und viel Durchhaltevermögen mit 53 wieder einen festen Job.

Quelle: Sven Bartsch

Olaf Weber fühlt sich nicht alt und seit einigen Wochen sogar wieder wesentlich jünger. Denn der gelernte Werkzeugmacher hat sich vor einem Jahr noch einmal auf die Schulbank gesetzt und im Mitteldeutschen Fachzentrum für Metall und Technik (MFM) in Roßwein an der CNC-Fräse zum Maschinenbediener und Einrichter ausbilden lassen. Und das mit Erfolg: Seit fünf Wochen arbeitet er wieder in Vollzeit in einem großen Döbelner Unternehmen. Den Arbeitgeber konnte er sich mit der neu erworbenen Qualifikation praktisch aussuchen.

 

"Ich hatte sechs Angebote. Dabei habe ich mich nicht einmal vom Geld leiten lassen, sondern mein Bauchgefühl hat mir gesagt, dass ich in einer gut funktionierenden Truppe lande, wo die Arbeit Spaß macht", berichtet Weber. Sein Beispiel zeige, wie händeringend die Unternehmen der Region qualifizierte Mitarbeiter suchen, sagt Annett Mietsch vom MFM. "Das zeigt, dass man sich auch mit 50 noch auf die Schulbank setzen und einen festen Job finden kann", meint sie.

 

Das MFM bietet die Ausbildung, die zu 100 Prozent vom Jobcenter gefördert wird, jederzeit an. Fünf Module müssen absolviert werden, die jeweils mit einem Zertifikat bestätigt werden. Doch wer wie Olaf Weber gleich alle fünf hintereinander in einem einjährigen Kurs besucht, bekommt vom MFM sogar die Prüfung bei der Handwerkskammer Chemnitz bezahlt. "Das sind etwa 350 Euro, das soll Anreiz und Belohnung sein", sagt Mietsch.

 

Bisher haben vier Umschüler diesen Weg genommen, alle seien inzwischen vermittelt. Für Olaf Weber ist unerwartet der "Traumjob" aus der Weiterbildung geworden. "Da es voll meine Interessen getroffen hat, wurde es schnell zum Selbstläufer. Jetzt kann ich meine Erfahrungen von früher mit den neuen Kenntnissen zusammenfließen lassen", schwärmt er.

 

Zu DDR-Zeiten hat Olaf Weber lange als Maschineneinrichter gearbeitet, aber auch als Schleifer in den früheren Jugendmöbelwerken Döbeln. Nach der Wiedervereinigung war er lange Hausmeister für die Treuhand-Liegenschaftsgesellschaft (TLG) in Döbeln. 2004 versuchte er es mit der Selbstständigkeit als Getränkehändler, doch nach sieben Jahren, lohnte sich der Aufwand nicht mehr. "Die 70 bis 75 Stunden Arbeit pro Woche waren mit dem Verdienst, der übrig blieb, irgendwann nicht mehr vereinbar", sagt er. Danach ging es von einem Kurzzeit-Job zum nächsten, meist auf Montage - kein Dauerzustand für den Döbelner. "Man hatte keine Planungssicherheit, konnte nie sagen, ich brauche ein neues Auto oder eine Couch oder will in den Urlaub fahren", erzählt er.

 

Seit Mai hat er seinen Abschluss in der Tasche und fühlt sich im neuen Job pudelwohl. Er hofft, dass mehr ältere Arbeitssuchende seinem Beispiel folgen, versteht aber auch die Unsicherheit. "Nach Jahren zu Hause, traut man sich den Job oft körperlich nicht mehr zu. In den ersten Wochen musste ich auch erstmal sehen, wo ich die Mathematik wieder herhole. Aber es kommen schon nach 14 Tagen die ersten Erfolgserlebnisse, dass man es doch noch kann", berichtet er. Eine Vorbildung in Holz- oder Metallbearbeitung sei Voraussetzung für die Schulung, so Ausbilder Jan Grunert. Alles andere werde praktisch und theoretisch im MFM vermittelt.

 

Interessenten können sich unverbindlich im MFM Roßwein informieren unter Tel. 034322/51 50 oder info@mfm-rosswein.de.

Sebastian Fink

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