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Döbeln Mit 67 Jahren in der Kunstszene angekommen
Region Döbeln Mit 67 Jahren in der Kunstszene angekommen
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08:19 11.04.2018
Michael Kirsch in seinem Atelier in Zschaitz: Einst hat er Keramik gemacht, seit 20 Jahren konzentriert er sich auf Druck und Malerei Quelle: Sven Bartsch
Zschaitz

Michael Kirsch ist Mathematiker, hat als Programmierer gearbeitet und könnte seinen Ruhestand genießen. Doch schon während der Studienzeit zog es ihn mehr zur Kunst als hinter die Bücher. Heute treibt sie den Zschaitzer mehr denn je an. „Mit 60 Jahren habe ich meinen Beruf aufgegeben. Ich wollte so zeitig wie möglich aufhören, um Kunst zu machen. Rentner sein ist für mich nebensächlich, ich sehe mich als Künstler und will mir einen Namen erarbeiten“, sagt der 67-Jährige selbstbewusst.

Einen großen Schritt dahin hat er bereits getan: Seit rund einem Jahr ist der Dresdener Torsten Hans sein Galerist, zeigt Kirschs Werke in seiner Kunstgalerie Hans in der Nähe des Dresdener Körnerplatzes. 30 Arbeiten aus den letzten 20 Jahren von Michael Kirsch sind aktuell noch bis 4. Mai dort ausgestellt. „Ich bin sehr froh, eine Galerie gefunden zu haben und dass sich Torsten Hans für mich entschieden hat“, freut sich Michael Kirsch.

Verkauf als Wertschätzung

Erste Werke von ihm wurden im vergangenen Jahr bereits verkauft. „Ich muss nicht verhungern, wenn ich nichts verkaufe, aber es ist eine Form der Wertschätzung für mich“, sagt er. Ziel sei es, mindestens eine Ausstellung pro Jahr zu haben, am liebsten in größeren Städten, wo die Kunstszene ausgeprägter ist als im ländlichen Raum. Dafür würde Michael Kirsch auch durchs ganze Land fahren.

“49 Kombinationen aus 7 Farben mit Grau“ heißt ein Farbriss von 2014. Quelle: Sven Bartsch

„Malerei & Farbrisse“ heißt seine derzeitige Schau in Dresden und trägt sein Alleinstellungsmerkmal im Namen. Denn die Technik des Farbrisses hat er selbst entwickelt und wendet sie seit 1998 für seine Kunst an. „Ein Jahr habe ich daran getüftelt, bis ich die Technik so weit entwickelt hatte, dass vernünftige Bilder damit möglich waren“, blickt er zurück.

Eigene Technik entwickelt

Beim Farbriss handelt es sich um eine spezielle Drucktechnik, bei der ein Bild auf einer fertigen Platte angefertigt wird. Darauf wird Papier gelegt und dann abgerissen. Fünf bis sieben Mal ist das pro Bild wiederholbar – ein Vorteil der Technik: So kann der Künstler immer eines der Originale behalten.

„Zwei Kuben“ stammt aus dem Jahr 2014. Quelle: Sven Bartsch

Inhaltlich stehen für Michael Kirsch derzeit rein konstruktive Bilder im Vordergrund. Sie verbinden klare, geometrische Formen mit Farbabstufungen, getrennt durch feine Linien. Weil die Farbrisse mit rund 50 mal 60 Zentimetern bislang immer relativ klein blieben, hat sich der Künstler auf Wunsch seines Galeristen auch an größeren Acrylunikaten versucht. „Dabei habe ich auch mit Acrylstiften experimentiert, um die feinen Linien zu erzeugen“, erklärt er. Für ihn sei es wichtig, sich als Künstler unabhängig vom Alter immer weiter zu entwickeln.

Weiterentwickeln in jedem Alter

Das ist auch an den Landschaftsbildern des Michael Kirsch zu erkennen. Frühe Werke in der Ausstellung zeigen noch konkrete Landschaftsabbildungen, beispielsweise aus der näheren Umgebung von Zschaitz. Neuere Bilder zeigen Landschaften nur noch stark abstrahiert.

Dreharbeiten auf Burg Kriebstein für „Der süße Brei“. Quelle: Sven Bartsch

Gemeinsam mit seinem Konstruktivismus soll dies die künstlerische Richtung in naher Zukunft werden, blickt Kirsch voraus. Werke für Folgeausstellungen gibt es zur Genüge – der Künstler im Unruhestand arbeitet unermüdlich.

Von Sebastian Fink

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