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Mit 72 zum Seminar: Gudrun Leupold bildet sich zur Kräuterpädagogin weiter

Roßwein Mit 72 zum Seminar: Gudrun Leupold bildet sich zur Kräuterpädagogin weiter

Wer setzt sich mit 72 Jahren noch mal auf die Schulbank, um sich weiterzubilden? Wer unterzieht sich in diesem Alter eigentlich ungeliebten Prüfungsstress? Gudrun Leupold, die Chefin des Roßweiner Kräutervereins! Sie qualifiziert sich gerade zur Kräuterpädagogin.

Vereinschefin Gudrun Leupold (72) bringt auch mal aus dem eigenen Garten ein paar Pflanzen für die Kräuteroase im Roßweiner Schuldurchgang mit – wie diesen Salbei.

Quelle: Olaf Büchel

Rosswein. Wer setzt sich mit 72 Jahren noch mal auf die Schulbank, um sich weiterzubilden? Wer unterzieht sich in diesem Alter Prüfungsstress? Wer fährt als Rentner durch ganz Sachsen, um Seminare zu besuchen und am Ende ein Zertifikat in den Händen zu halten? Gudrun Leupold, die Chefin des Roßweiner Kräutervereins!

Dem Abenteuer „Un-Kraut“ hat sich die Seniorin schon längst verschieben und mit Wildpflanzen kennt sie sich bereits bestens aus. Doch nun soll es noch der Titel Kräuterpädagogin-BNE (Bildung für nachhaltige Entwicklung) sein. „Das Ganze ist anspruchsvoll, die Trauben hängen ziemlich hoch. Nach den Seminaren ist noch viel Stoff selbst zu Hause zu erarbeiten. Und ich finanziere diese Qualifikation aus der eigenen Tasche“, beschreibt Leupold, dass sie da gerade so einiges auf sich nimmt. Das macht sie für sich, um immer mehr über Kräuter und Naturpflanzen sowie den Umgang damit zu erfahren. Zum Beispiel beinhaltet die Ausbildung das Kochen mit Wildpflanzen. Sie macht es aber auch für „ihren“ Kräuterverein, „damit er sich über Wasser hält“. Gudrun Leupold gibt das erworbene Wissen gern an die anderen Mitglieder weiter. Als ausgebildete Kräuterpädagogin kennt sie sich dann auch in vielen Vorschriften und nicht zuletzt in rechtlichen Belangen besser aus. Beispiel Kräuterwanderung: Wird ein Kind bei einer solchen von einer Mücke gestochen, würde eine „Kräuter-Hexe“ spontan zum Spitzewegerichblatt greifen, dieses zerdrücken und die Stelle mit dem Stich damit einreiben. Der Wirkstoff des Spitzwegerichs hilft gegen Juckreiz und Schwellungen. Doch Stopp, wenn es sich um ein fremdes Kind handelt und die Eltern nicht in der Nähe sind und zustimmen. „Das könnte bis zum Vorwurf der Körperverletzung gehen“, weiß Leupold inzwischen.

Seit August 2016 fährt sie einmal im Monat für zwei Tage zu den Seminaren der auf diesem Gebiet renommierten Gundermann Akademie aus Nordrhein-Westfalen, die – so die Roßweinerin – „endlich auch im Osten ausbildet“. Seminarort ist ein Naturhotel in Schönheide im Naturpark Erzgebirge-Vogtland. Zur Seminargruppe gehören 15 Personen. Die Dozenten sind sehr gute Fachleute, wie promovierte Biologen, lobt Leupold die Qualität der Ausbildung. Für die Zertifizierung zum Kräuterpädagogen wird entsprechend viel verlangt: „Wir müssen ein Herbarium mit 60 verschiedenen Wildpflanzen anlegen, für die Prüfung im September muss ein Ausstellungstisch mit Kräutern gestaltet werden, zudem gibt es eine mündliche und eine zweieinhalbstündige schriftliche Prüfung.“ Für die 72-jährige Gudrun Leupold ist das eine Herausforderung, nach eigenen Worten aber auch eine gute Gelegenheit, sich geistig fit zu halten.

Und der Kräutergarten des Roßweiner Vereins im Schuldurchgang? Der wird nicht vernachlässigt. Dafür sorgt Gudrun Leupold mit ihren Mitstreitern. Die Chefin selbst setzte erst diese Woche kleine Waldmeisterpflänzchen um und pflanzte neuen Salbei ein. „Ich sehe jetzt vieles genauer, wenn ich in der Natur bin. Und ich verstehe immer mehr, wie die Natur funktioniert“, sagt die angehende Kräuterpädagogin.

Von Olaf Büchel

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