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Döbeln Mit Böhmen-Böllern Ford in Leisnig gesprengt: Gericht straft nicht und drückt Auge zu
Region Döbeln Mit Böhmen-Böllern Ford in Leisnig gesprengt: Gericht straft nicht und drückt Auge zu
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Zwei junge Männer (21 und 32) jagten einen Ford mit Tschechen-Böllern in die Luft und fanden sich jetzt auf der Anklagebank im Amtsgericht Döbeln wieder. Quelle: Wolfgang Sens (LVZ/DAZ)
Leisnig/Döbeln

Silvester lag schon drei Tage zurück, als es ein Leisniger und ein Ostrauer an der Mulde in Leisnig nochmal richtig rummsen ließen. Mit zwei Tschechen-Böllern der Marke Super Cobra 12 jagten sie am 3. Januar 2016 einen alten Ford-Escort in die Luft. Das filmten die Sprengmeister von Leisnig.

Sprengkraft wie Handgranate

„Wir wollten mal ausprobieren, was diese Böller anrichten können. Ich habe schon vorher Videos im Internet mit Sprengversuchen gesehen“, sagte der 21-jährige Ostrauer am Mittwoch im Amtsgericht Döbeln. Er war zur Tatzeit Heranwachsender. Deswegen war des Jugendgericht für die Sprengsache zuständig. „Wir hatten einen Feldstecher, ein Abschleppseil und Feuerlöscher dabei. Für die Sprengung haben wir uns eine abgelegene Stelle gesucht und das Fahrzeug zwischen zwei aufgeschütteten Hügeln abgestellt. Durch die Sprengung flogen Fahrzeugteile und Kleinteile durch die Luft. Die Gefährdung durch die Explosion habe ich vorher nicht erkannt. Ohne mein Zutun hätte der Mitangeklagte die Tat nicht begangen“, sagte der 32-jährige Leisniger. „Strafbaren Umgang und Verkehr sowie strafbarer Beförderung und Einfuhr nach SprengGesetz“, lautet der etwas sperrige Name des Vergehens, dessen die Staatsanwaltschaft die beiden angeklagt hatte. Solche pyrotechnische Erzeugnisse aus dem Lande des braven Soldaten Schwejks sind in Deutschland nicht zugelassen. So ein Böhmen-Böller misst 14,5 Zentimeter in der Länge und viereinhalb Zentimeter im Durchmesser. Er enthält 65 Gramm Explosivstoff.

Da hatten die beiden Glück, dass es die Staatsanwaltschaft nicht hat richtig krachen lassen und die beiden der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion angeklagt hatte. Ein Jahr Haft steht auf dieses gemeingefährliche Verbrechen – in minder schweren Fällen Freiheitsstrafe von sechs Monaten aufwärts. So hat zum Beispiel die Bundesanwaltschaft acht Rechte aus Freital dieses Verbrechens vorm Oberlandesgericht Dresden angeklagt. Sie sollen das Auto eines Kommunalpolitikers der Linken gesprengt haben. Der Prozess läuft.

Alten Ford zum Sprengplatz geschleppt

Aber einen rechtsterroristischen Hintergrund hat die Ford-Sprengung zu Leisnig nicht. So richtig krachen lassen, wollte es denn auch Jugendrichterin Marion Zöllner nicht. „So viel Asche auf Ihr Haupt“, sagte sie nach den Geständnissen der beiden. „Das ist jetzt nicht das absolute Kavaliersdelikt, aber ich will das auch nicht hochstilisieren“, sagte die Richterin und regte an, das Verfahren gegen Auflagen einzustellen. Das fand auch Staatsanwalt Alexander Länge nicht schlecht. Wenn die beiden 40 Stunden gemeinnützige Arbeit geleistet haben, ist die Sache für sie vom Tisch. Einen Eintrag ins Vorstrafenregister gibt es nicht und streng genommen gelten sie ohne Urteil mit Schuldspruch weiterhin als unschuldig. Den alten Ford, der nicht mehr zugelassen war und dem Jüngeren gehörte, haben sie übrigens nicht zum Sprengplatz gefahren, sondern geschleppt. Und als sie es hatten krachen lassen, haben sie das arg demolierte Fahrzeug wieder zurückgeschleppt und nicht einfach stehen lassen.

Von Dirk Wurzel

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