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Mit Crystal gedealt: Amtsgericht verurteilt Döbelnerin zu Haftstrafe ohne Bewährung

Prozess am Amtsgericht Mit Crystal gedealt: Amtsgericht verurteilt Döbelnerin zu Haftstrafe ohne Bewährung

Hat eine 25-Jährige in Döbeln ihr Hartz IV mit Drogengeschäften aufgestockt? Ja, sagte Staatsanwalt Dr. Bernhard Klose am Donnerstag im Amtsgericht Döbeln und forderte, die Frau zweieinhalb Jahre einzusperren. So dicke kam es dann aber nicht ganz.

Weil sie nach Ansicht des Schöffengerichtes am Amtsgericht Döbeln mit Crystal gehandelt hat, soll eine 25-Jährige aus Döbeln nun ins Gefängnis.

Quelle: Volker Hartmann

Döbeln. Mit Daniela W. ist den Drogenfahndern ein sprichwörtlich dicker Fisch ins Netz gegangen. Die 26-Jährige steht in dem dringenden Tatverdacht, große Mengen Crystal von Tschechien nach Deutschland eingeführt zu haben und wartet auf ihr eigenes Gerichtsverfahren in dieser Sache. In ihren bisherigen Vernehmungen bei der Polizei sagte sie umfassend dazu aus, nannte dabei auch Abnehmer. „Wir führen aufgrund dieser Aussage 150 Ermittlungsverfahren, mit Beschuldigten aus Roßwein, Döbeln bis nach Hartha rüber“, sagte Kriminalist Karsten R. am Donnerstag als Zeuge im Prozess gegen eine Abnehmerin von Daniela W. aus. Er hatte W. mehrfach als Beschuldigte vernommen. Ihrer Kundin lag zur Last zehnmal nicht geringe Mengen Crystal von W. gekauft zu haben, ihr auch Geld mitgegeben zu haben, damit W. ihr Drogen mitbringt. Die 25-jährige Deutsche aus Döbeln ist bisher nicht vorbestraft.

Keine Chance auf Bewährung

Das Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge konnte das Schöffengericht im Amtsgericht Döbeln nicht nachweisen. Aber es nahm einen gewerbsmäßigen Drogenhandel an, wo der Strafrahmen ebenfalls bei einem Jahr Haft beginnt. Nach Ansicht des Gerichtes muss die 25-Jährige deswegen ins Gefängnis. Ein Jahr und zehn Monate verhängte das Gericht als Gesamtstrafe. Eine Bewährung stand für die Frau nicht zur Debatte. Richterin Karin Fahlberg, Vorsitzende des Schöffengericht, begründet der Arbeitslosen das folgendermaßen: „Ihr Pfund, das Sie hier in die Waagschale werfen können, ist viel zu lasch. Da ist nix. Wenn Sie sagen, dass Sie vielleicht mal eine Bewerbung schreiben wollen, dann ist das etwas, was kein Gericht der Welt überzeugt, eine Freiheitsstrafe zur Bewährung auszusetzen.“ Die Vorsitzende attestierte der 25-Jährigen einen unsteten Lebenswandel. Einen festen Wohnsitz hat sie nicht, wohnt nach eigenen Angaben derzeit bei Kumpels. Für das Gericht ein Indiz dafür, dass die Frau erneut straffällig werden könnte. Mit dem Crystal hat die Angeklagte laut eigenen Angaben selbst aufgehört. Derzeit kiffe sie aber. „Wir sind davon überzeugt, dass das Kerngeschehen so stimmt, wie es uns Frau W. erzählt hat“, sagte Richterin Fahlberg. Erneut hatten zwei Bedienstete der JVA Chemnitz Daniela W. in der Grünen Minna zur Zeugenaussage nach Döbeln gefahren. Im Frauengefängnis verbüßt W. derzeit eine langjährige Haftstrafe wegen anderer Delikte. Ihr Anwalt habe ihr geraten, alles zu dem Crystal-Import zu erzählen. „Sonst kann er mir auch nicht mehr helfen, hat er gesagt“, so Daniela W.. Etwas bestätigte sie aber nicht, worum es auch in der Anklage gegen die 25-Jährige ging. Nämlich von dieser vor der Fahrt Geld eingesammelt und Drogen mitgebracht zu haben.

Durch Drogenverkauf Hartz IV aufgebessert?

Für Rechtsanwalt Martin Göddenhenrich genügte nicht nur die Anklage den rechtlichen Vorgaben. Er sah auch die Aussage der Zeugin W. als ungeeignet an, seine Mandantin zu überführen. „Sie schilderte in jeder ihrer Vernehmungen der Polizei die Tatsachen anders. Heute hat die Zeugin auch nichts klargestellt. Hier fehlt einfach die Konstanz.“ Der Verteidiger beantragte Freispruch. Staatsanwalt Dr. Bernhard Klose hatte zweieinhalb Jahre Haft gefordert. „Die Angeklagte hat sich durch den Drogenverkauf ihr Hartz IV aufgebessert“.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Von Dirk Wurzel

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