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Döbeln Mit Kleinkind auf Klautour im Kaufland Döbeln: 28-Jähriger soll nun ins Gefängnis
Region Döbeln Mit Kleinkind auf Klautour im Kaufland Döbeln: 28-Jähriger soll nun ins Gefängnis
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13:17 03.04.2018
Das Amtsgericht Döbeln hat jetzt einen 28-Jährigen Deutschen zu einer Haftstrafe verurteilt, unter anderem wegen Diebstahls. Bei dieser Tat hatte der Deutsche sein kleines Kind dabei. Quelle: Wolfgang Sens (LVZ/DAZ)
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Döbeln

Mit einem Kleinkind auf Klautour und als der Ladendetektiv den Langfinger erwischte, wurde der auch noch ausfällig. Ein 28-Jähriger vorbestrafter Drogenabhängiger stand mal wieder vor Gericht. Diesmal lagen dem Deutschen Diebstahl eines LED-Lichtbandes für etwa 40 Euro im Kaufland, Bedrohung des Ladendetektivs und eines Sicherheitsmannes, eine Sachbeschädigung in der Wohnung seiner Freundin sowie mehrere Körperverletzungen an der Frau zur Last.

Straftaten unter laufender Bewährung begangen

Im September hatte er noch Glück in seinem Prozess am Landgericht Chemnitz. Ihm drohte wegen eines Drogenverbrechens eine langjährige Haftstrafe. Weil es in diesem Verfahren aber ein Hindernis gab, musste es die 6. Große Strafkammer einstellen (die DAZ berichtete). Am Amtsgericht Döbeln gab es nun wegen mehrerer Vergehen eine kleine Haftstrafe von vier Monaten ohne Bewährung. „Die haben Sie noch nicht verdient“, sagte Richterin Christa Weik, als sie den 28-Jährigen wegen Diebstahls, Bedrohung und Sachbeschädigung schuldig sprach und vier Monate Haft als Gesamtstrafe verhängte. Die Richterin, die den Angeklagten nicht zum ersten Mal verurteilte, begründete das so: „Im August 2016 habe ich Ihnen zur Bewährungsauflage gemacht, eine Drogentherapie binnen sechs Monaten zu beginnen. Sie haben das innerhalb eines Jahres nicht geschafft. Wenn Sie am Landgericht in der Berufungsverhandlung Bewährung wollen, sollten Sie diese Therapie jetzt machen.“

Das aktuelle Urteil gab es für den Diebstahl, die Bedrohung und die Sachbeschädigung – Taten, die der Angeklagte nach Ansicht des Gerichtes in der Bewährungszeit begangen hat. Die Gewalttätigkeiten gegen die Freundin des Angeklagten ließen sich nicht nachweisen. Auch, weil die angeblich Geschädigte den Verlobungstrick anwendete. Partner, die sich das Eheversprechen gegeben haben, brauchen nicht als Zeugen in Prozessen gegen ihre Partner aussagen. Sie sei mit dem Angeklagten verlobt, sagte die 20-Jährige und entschied sich, zu schweigen, nachdem sie Richterin Weik über das Zeugnisverweigerungsrecht belehrt hatte. Zudem hatte die junge Frau auch keinen Strafantrag gestellt. Ihre Schwester, sie hatte damals die Polizei gerufen, schwenkte im Zeugenstand um, entlastete den Angeklagten und belastete ihre Schwester. „Die Zeugin ist Belastungs- zum Entlastungseifer übergegangen“, würdigte die Vorsitzende das Aussageverhalten. Und schilderte dann noch einen traurigen Umstand aus Verfahren, bei denen es um häusliche Gewalt geht: „Da erleben wir häufiger, dass die Frauen einknicken, so dass dann Freisprüche erfolgen.“

Verteidigerin fordert Teilfreispruch

Der Angeklagte hatte nur den Diebstahl eingeräumt. „Es tut mir leid, dass ich das gemacht habe“, sagte er, stritt aber ab, den Ladendetektiv und den Sicherheitsmann bedroht zu haben. Unwirsch reagiert habe er aber. „Die haben mich so massiv bedroht und ich hatte doch mein Kind dabei.“ Seit 16 Jahren, so gab der 28-Jährige an, konsumiere er Crystal. Vor drei Jahren sei dann auch noch das Heroin dazu gekommen. Die Sätze „Ich mach dich platt“, „heute Abend bis du tot“ und „ich schlage dir den Schädel ein“ habe er jedoch nicht gesagt. Allesamt sind das Androhungen von Verbrechen, also von Straftaten auf die mindestens ein Jahr Haft steht. Das braucht es, um den Tatbestand der Bedrohung zu erfüllen.

Die Vernehmung der Zeugen habe aber ergeben, dass ihr Mandant dies so nicht gesagt habe, führte Rechtsanwältin Kristin Böhme aus. Die Verteidigerin beantragte, den 28-Jährigen nur wegen des Diebstahls zu verurteilen und vom Rest der Tatvorwürfe freizusprechen. Einer der beiden Sicherheitsleute hatte als Zeuge jedoch ausgesagt, gehört zu haben, wie der Angeklagte einen der inkriminierten Sätze zu seinem Kollegen sagte. Auch darauf stützte Richterin Weik ihr Urteil. Das ist nicht rechtskräftig.

Von Dirk Wurzel

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