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Mit dem Bonus des Neuen

Mit dem Bonus des Neuen

Angekommen ist er in Radebeul, sagt Manuel Schöbel, der ehemalige Intendant des Mittelsächsischen Theaters. Seit 1. Oktober ist er in gleicher Funktion an den Landesbühnen Sachsen tätig.

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Manuel Schöbel hat keine Eingewöhnungsprobleme an seiner neuen Wirkungsstätte. Seit dem 1. Oktober ist er Intendant an den Landesbühnen Sachsen.

Quelle: Björn Meine

Radebeul/Döbeln. Und nutzt den "Bonus des Neuen", wie er sagt. Mit Blick auf seine bisherige Wirkungsstätte kann er sich durchaus eine Zusammenarbeit mit seinem Nachfolger vorstellen.

Ein Intendant hat seinen Arbeitsplatz nicht nur an seinen Bühnen. Das galt für Manuel Schöbel schon während seiner Zeit in Freiberg und Döbeln, man hat ihn oft gesehen - nicht nur in den Theaterhäusern. Das gilt für ihn erst recht mit Blick auf seine neue Aufgabe. Denn die Landesbühnen bespielen ein sehr viel größeres Gebiet; Schöbel ist mindestens zwischen Riesa und Bad Schandau unterwegs. Dienstag Abend ist er aus Berlin zurückgekehrt; Schöbel sitzt im Kuratorium des Fonds Darstellende Künste, ein Gremium, das Theater-Projekte unterstützt. Der Mann bleibt viel beschäftigt - und knüpft, ganz nebenbei, auch in Radebeul die ersten Verbindungen zu den Menschen vor Ort.

Noch pendelt er jeden Tag zwischen Freiberg und Radebeul. Aber klar ist, dass er nach Radebeul kommen wird. Bei der Wohnungssuche sind seine Frau Ulrike und seine Kinder Lukas (6) und Laura (3) natürlich beteiligt. "In dieser Suche findet man sich auch", erzählt Manuel Schöbel.

Die erste Phase sei nicht so schwer. "Das hat bestimmt auch etwas mit meiner Art zu tun." Schöbel geht auf Leute zu, macht den ersten Schritt, ist offensiv. Und zu Beginn, in der Entdeckerphase, gebe es den "Bonus des Neuen", sagt Schöbel. "Anfang hat immer einen besonderen Charme."

Manchmal entstünden während den ersten Begegnungen bereits gemeinsame Pläne. Von diesen ersten Begegnungen gibt es jetzt besonders viele. Das ist auch mühe-, aber vor allem reizvoll für den Intendanten. "Es gibt eine besondere Erlebnisdichte." Den "Bonus des Neuen" spürt Schöbel "nach innen und nach außen". Termine bei Kooperations- und Gastspielpartnern, bei Bürgermeistern und Landräten kommen schnell zustande, das Interesse ist groß.

Besonders angenehm empfindet er es, dass es zugleich viele bekannte Gesichter gibt, in die er blicken kann. Leute aus Mittelsachsen sieht er immer wieder mal, auch Weggefährten aus seiner Zeit am Kinder- und Jugendtheater in Berlin. "Man ist der Neue, aber nicht der unbekannte Neue, das macht total Spaß."

Seine Arbeit in Radebeul ist eine andere als in Mittelsachsen. Die wirtschaftliche Mitverantwortung ist höher - zugleich gibt es in diesem Bereich große Baustellen. "Wir haben eine GmbH-Gründung vor uns." Und die Ausgliederung des Orchesters, das mit der Neuen Elbland Philharmonie fusionieren soll, ist auch kein einfacher Job. Es hagelte Proteste in den vergangenen Wochen und Monaten. Ja, sagt Schöbel, man stehe vor harten Aufgaben und müsse große Schwierigkeiten bewältigen. "Aber große Schwierigkeiten sind große Chancen."

Wird Schöbel Leute aus Freiberg und Döbeln nach Radebeul holen? Diese Frage stellt sich mit Blick auf den personellen Umbau, den Schöbels Nachfolger Ralf-Peter Schulze angekündigt hat (die DAZ berichtete). "Das ist nicht ausgeschlossen, wird aber nicht in großem Umfang passieren", sagt Schöbel. Ein ausgeprägter Personalumbau scheint also nicht vorgesehen, vorerst jedenfalls. Er achte seine Leute in Radebeul in hohem Maße, betont Schöbel. Klar ist aber, dass Operndirektor Horst Otto Kupich zum Ende der Spielzeit nach Stralsund-Greifswald wechseln wird.

Und sonst? Für die laufende Spielzeit greift Schöbel auf die Arbeit seines Vorgängers zurück. Und nimmt kleine Anpassungen vor. Unter dem Titel "Pucks Sommernachtstraum" entsteht zum Beispiel erstmals eine Ballettproduktion für die Felsenbühne Rathen. Als neues Karl-May-Stück bringen die Landesbühnen Old Surehand. Die Felsenbühne ist neben dem Stammhaus und dem Theater in Meißen ein Schwerpunkt der Landesbühnen. Zusätzlich werden Orte besucht, in denen es kein Theater gibt.

Das Musik- und Tanztheater für Kinder und Jugendliche will Manuel Schöbel an den Landesbühnen weiter entwickeln - und dabei mit anderen Häusern in Sachsen zusammenarbeiten. Kleine und reisefähige Inszenierungen könnten auch auf die Bühnen nach Freiberg und Döbeln kommen, wenn es gewünscht ist, erklärt Schöbel. Erste Kontakte dazu gab es bereits, auch mit Dr. Christine Klecker und Ralf-Peter Schulze vom Mittelsächsischen Theater.

"Das muss keine Einbahnstraße sein", betont der Landesbühnen-Intendant. "Ich kann mir vorstellen, dass Theater aus Sachsen bei uns gastieren, wenn sie Besonderheiten in ihren Spielplänen haben - ganz einfach, um solche Wagnisse einem größeren Publikum anzubieten." Die Landesbühne könne auf Reisen sein, und zugleich Schaufenster für die Besonderheiten der sächsischen Bühnen werden. Björn Meine

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