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Döbeln Mit dem Revierförster Unterwegs am Döbelner Pferdeberg
Region Döbeln Mit dem Revierförster Unterwegs am Döbelner Pferdeberg
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00:34 18.04.2018
Revierförster Dirk Tenzler (2.v.l.) erklärt den Wanderfreunden die Eigenheiten des Waldes oberhalb der Siedlung Döbeln-Greußnig Quelle: André Pitz
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Döbeln

Die Spuren von Sturmtief Friederike, das im Januar durch die Region fegte, hinterließ auch in den mittelsächsischen Wäldern tiefe Spuren und hievte die Forste selbst in den Wahrnehmungsbereich eingefleischter und vermeintlich betonfixierter Großstädter. Wie es dem Wald sonst geht, wenn nicht gerade der Orkan die Baumwipfel ins Wanken bringt, versuchte Revierförster Dirk Tenzler während seinem Frühjahrsspaziergang durch die Natur oberhalb der Siedlung Döbeln-Greußnig zu erläutern. Elf interessierte Wanderfreunde und die beiden Hunde des Försters waren dessen Aufruf gefolgt.

Der Wald als Mülldeponie

Gute anderthalb Stunden lang erkundete die Truppe unter fachkundiger Führung Tenzlers das etwa 20 Hektar große Areal am Steinbruch am Pferdeberg. „Eine Herausforderung ist es, den Wald attraktiv zu gestalten und gleichzeitig ordentlich wirtschaften zu können“, erläuterte der Revierförster zu Beginn der Runde. Eines der Hauptprobleme sei die unmittelbare Stadtnähe. Dadurch würde der Wald immer wieder als Ablagestelle für Müll genutzt.

Sorgenkind Esche

Ein Problem, das am Pferdeberg offenbar nur den Waldrand betrifft, denn tiefer im Gehölz ist davon praktisch nichts zu sehen. Dafür unter anderem eingezäunte Bereiche. „Das bedeutet, dass hier die Verjüngung eingeleitet wurde“, erklärte Tenzler den Grund der Absperrung. Hinter dem Draht wird voraussichtlich Berg-Ahorn herangezüchtet. „Eiche kriegen wir nicht hin – es sei denn, wir hacken den Berg-Ahorn radikal runter“, so Tenzler. Aber dessen Qualität sei im Wald am Pferdeberg „wirklich spitze.“ Sorgenkind sei derzeit die Esche, denn das sogenannte Eschentriebsterbe mache auch vor der Döbelner Region keinen Halt. Tenzler zeigt auf einen umgekippten Vertreter eben jener Art: „Das Wurzelsystem ist praktisch nicht mehr vorhanden und ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung warum.“ Darauf müsse man jedoch ein Auge haben und „bei der Verkehrssicherung höllisch aufpassen, dass man das nicht übersieht.“ Sonst kippt womöglich eine schwach verwurzelte Esche auf Fußgänger oder vorbeifahrende Autos.

Baumhöhlen als Nistplätze

Auch am Rande der Siedlung muss Tenzler aus Sicherheitsgründen immer Ausschau nach möglicherweise weniger standfesten Bäumen halten und mitunter auch rechtzeitig selbst die Säge ansetzen. An anderen Stellen werden indes bereits abgestorbene Bäume und insbesondere Exemplare mit Höhlen im Stamm stehengelassen. Denn die dienen als Nistplätze für Schwarzspechte und Hohltauben. „Hier stehen Etagenwohnungen ohne Ende“, scherzte der Revierförster noch gegen Ende der Tour.

Von André Pitz

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