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Döbeln Mit dem Transrapid via Döbeln
Region Döbeln Mit dem Transrapid via Döbeln
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22:06 31.03.2014
So sieht er aus, der Transrapid vor der Kulisse des Döbelner Hauptbahnhofes. Gestern gelang diese Aufnahme bei einer ersten Probefahrt. Quelle: Wolfgang Sens
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Döbeln/Mittelsachsen

Nach der tiefen Ernüchterung nun also doch ein Hoffnungsschimmer für die Infrastruktur in der Region - und ganz offensichtlich sogar mehr als das. Erst vor einigen Tagen hatte der Verkehrsverbund Mittelsachsen entschieden, den Personenzugverkehr zwischen Döbeln und Nossen ab 2016 einzustellen. Nun die absolute Kehrtwende.

Nach einer Bau- und Forschungsphase, die noch dieses Jahr beginnen und bereits im nächsten Jahr abgeschlossen sein wird, soll die Strecke ab 2016 für den Personenverkehr zur Verfügung stehen. "Dann können Pendler von Döbeln und Freiberg aus sogar direkt in den Hauptbahnhof einsteigen", erklärt der Döbelner Politiker Henning Homann in Anlehnung an einen denkwürdigen Ausspruch Edmund Stoibers (CSU) zum Münchner Transrapid-Projekt - das allerdings scheiterte.

In Sachsen soll das nicht passieren. Der Landtagsabgeordnete und SPD-Kreisvorsitzende Homann sowie Jakob Maria Mierscheid, Stellvertreter des Stellvertreters des verkehrspolitischen Sprechers der SPD-Bundestagsfraktion, begrüßen und unterstützen die Entscheidung. "Der Bau der Transrapid-Forschungsstrecke ist eine große Chance für Mittelsachsen und den ganzen Freistaat", sagt Homann. Mierscheid ergänzt: "Die Magnetschwebebahn ist eine deutsche Entwicklung, fährt aber leider bisher nur in China. Neue technische Entwicklungen in der Rohstahlproduktion ermöglichen entscheidende Kostensenkungen bei der Transrapidherstellung. So ist endlich ein kostendeckender Einsatz in Deutschland möglich."

Trotz allen Jubels kann sich Homann einen Seitenhieb auf die sächsische Staatsregierung nicht verkneifen: "Es ist gut, dass die Einstellung der Bahnlinie Döbeln-Meißen als ein Fehler von Schwarz-Gelb erkannt wird und wir gemeinsam eine Alternative präsentieren können." Der Döbelner dankt dem Bundestagspolitiker Mierscheid ausdrücklich, da dieser durch seine guten Kontakte in die Rohstahlindustrie diesen Erfolg erst ermöglicht habe.

Jakob Maria Mierscheid ist in den 80er Jahren durch die Veröffentlichung des von ihm entwickelten Mierscheid-Gesetzes bekannt geworden. Der SPD-Mann bescheiden: "Ich bin froh, dass ich durch meine guten Kontakte helfen konnte. Einziger Wermutstropfen ist, dass wir aufgrund der anhaltenden Wieselwanderung in Mittelsachsen den Zwischenhalt in Rechenberg-Bienenmühle aus naturschutzrechtlichen Gründen nicht umsetzen können." Mierscheid (81) will trotz fortgeschrittenen Alters das Projekt weiter verfolgen.

Die Döbelner können sich schon heute genauer über das Transrapid-Projekt informieren. Dazu wird ein Prototyp des Superzuges pünktlich um 11 Uhr im Hauptbahnhof Döbeln einrollen. Die Deutsche Bahn hat dafür ein herkömmliches Fahrgestell zur Verfügung gestellt, das unter die Schnellbahn montiert wurde. Von 11 bis 11.30 Uhr können der Innenraum und das Cockpit des Transrapid besichtigt werden. Danach fährt der Prototyp weiter über die Zellwaldbahn-Strecke nach Freiberg, wo er gegen 12.30 Uhr erwartet wird. Das Mitfahren ist aus rechtlichen Gründen nicht möglich, da die Technik noch nicht komplett ausgereift ist. Jim Knopf

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