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Mit kalter Nadel in Döbeln ritzen

Mit kalter Nadel in Döbeln ritzen

"Wir versuchen bei unseren Werkstattangeboten immer einen Bezug zu aktuellen Ausstellungen herzustellen. So kamen wir auf das Angebot der Volkskunstschule Oederan", schildert Kathrin Fuchs von der Kleinen Galerie.

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Inspiriert von der aktuellen Ausstellung mit Radierungen von Ralf Schneider in der Kleinen Galerie des Döbelner Rathauses durften sich gestern Kinder des Hortes in Zschaitz und interessierte Erwachsene mit Unterstützung des Grafikers Günter Wittwer in der Technik der Kaltnadelradierung ausprobieren und eigene Drucke anfertigen.

Quelle: Sven Bartsch

Wer sich also selbst einmal in den verschiedenen Radiertechniken versuchen wollte und Lust hatte, sich mit Radiernadel, Farbe und Handpresse einmal auszuprobieren, war gestern in der Druckwerkstatt des Stadtmuseums/Kleine Galerie im Döbelner Rathaus genau richtig. Der Grafiker Günter Wittwer von der Volkskunstschule Oederan nahm die Teilnehmer an die Hand und half bei der Herstellung eigener Radierungen vom Entwurf der Arbeit bis zum Drucken der Platte. Die Teilnehmer des gestrigen Ferienworkshops waren zwischen acht und über 60 Jahren alt. Kunstlehrerin Angelika Smeykal hatte ihre inzwischen pensionierte ehemalige Kollegin Inge Thiemig zum praktischen Exkurs in die Kunst der Radierungen überredet. Mit Schürzchen bekleidet und viel Geduld ritzen die beiden Lehrerinnen an ihren ersten Radierungen. Kerstin Hofmann, Erzieherin im Hort der Zschaitzer Kindertagesstätte, hatte einige ihre 13 Ferienkinder im eigenen Kleinbus nach Döbeln gebracht, zusätzlich war auch der Kleinbus der Gemeinde im Einsatz. "Ich dachte, dass ist doch mal ein besonders kreatives Ferienangebot für meine Mädels und Jungs", sagt sie. Und damit lag sie richtig. Abigel Mann (9) und Cecile Großmann (8) erzählen voller Begeisterung, wie ihre eigenen Kunstdrucke entstanden sind. "Wir haben Skizzen gemalt und die dann wie eine Schablone auf ein Stück durchsichtigen Kunststoff geritzt. Dann haben wir Farbe aufgetragen und wieder abgewischt und danach ging es an die Druckpresse", schildern die Beiden aufgeregt.

 

Kursleiter Günter Wittwer gibt die passenden handwerklichen Anleitungen und die notwendige Theorie dazu. Es handelt sich hier um sogenannte Kaltnadelradierungen. Die ältesten Kaltnadelradierungen sind als Kupferstiche bekannt. "Statt in Kupfer zu ritzen, nutzen wir heute 0,5 Millimeter starke Rhenalon-Platten", schildert der Grafiker. Während Kinder und Erwachsene die Motive von der Skizze auf die Kunststoffplatten übertragen, rührt er die Farbe an, damit sie die richtige Konsistenz für den Tiefdruck hat. Dann wird die vorgewärmte Farbe aufgewalzt und aufwendig in die Ritzen gewischt. Zuerst mit Stoff, dann mit dem Handballen und danach wird alles mit Gaze vorsichtig abgewischt. So dass nur in den Ritzen des Motivs Farbe bleibt. Dann wird in der Druckerpresse das Motiv von der Platte auf ein Schulkupferdruckpapier aufgedruckt. Das ist nicht ganz so teuer wie Büttenpapier.

 

Heute sind noch einmal 15 Kinder und mehrere Erwachsene für einen zweiten Workshop in der Druckwerkstatt im Rathaus angemeldet. Ein dritter Termin am Donnerstag musste abgesagt werden, weil nicht genügend Interessenten zusammenkamen.

Thomas Sparrer

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