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Mitteldeutsche Regionalbahn: Schon wieder Ärger mit der Technik

Strecke Chemnitz – Elsterwerda über Döbeln betroffen Mitteldeutsche Regionalbahn: Schon wieder Ärger mit der Technik

Im Oktober hatte die Mitteldeutsche Regiobahn auf der Strecke Döbeln-Leipzig Technikprobleme mit den neuen Diesel-Talent-Zügen. Jetzt fallen auf der Strecke Chemnitz-Riesa-Elsterwerda über Döbeln fast die Hälfte der Elektrozüge aus. Grund Technikmängel. Die Bahnkunden sind sauer, denn das Krisenmanagement ist wieder ziemlich schlecht.

Probleme mit den Radreifen: Die Coradia Continental Elektrozüge (hier beim Halt in Waldheim) müssen in die Werkstatt.

Quelle: Katja Berger

Döbeln. Ingrid Wilhelm aus Riesa ist stocksauer. Schon den zweiten Tag in Folge stand die Buchhalterin einer Döbelner Gebäudereinigungsfirma morgens stundenlang auf dem Bahnhof. Nur dank einer Kollegin und ihrem Auto kam sie nach drei Zugausfällen hintereinander schließlich doch noch zur Arbeit in Döbeln. Nachmittags das selbe Drama auf dem Nachhauseweg. Infolge technischer Mängel hat die Mitteldeutsche Regiobahn ihre neuen Elektrozüge aus dem Verkehr gezogen und sie zur Überprüfung zurück ins Herstellerwerk geschickt. Das bedeutet auch deutliche Einschränkungen auf der Linie RB 45: Chemnitz – Riesa – Elsterwerda. Diese führt über die Haltestellen Waldheim, Steina, Limmritz, Döbeln sowie Zschaitz und Ostrau.

„Wegen Flachstellen und Ausbröckelungen an den Laufflächen der Radreifen musste fast die Hälfte der insgesamt 29 Elektrotriebzüge vom Typ Coradia Continental der Herstellerfirma Alstom Transport Deutschland GmbH (ATD) aus dem Fahrbetrieb genommen werden“, teilte die Mitteldeutsche Regiobahn mit. Bis zum jetzigen Zeitpunkt konnte der Hersteller, der auch für die Wartung und Instandhaltung der Fahrzeuge zuständig ist, die Ursachen der Radreifenprobleme noch nicht ermitteln. Entsprechende Analysen werden derzeit mit Hochdruck durchgeführt. Zusätzlich zu den genannten Problemen treten teilweise auch Störungen in der Türsteuerung, bedingt durch Feuchtigkeitseintritt, auf. Auch hier ist Alstom dabei, die Ursachen zu ermitteln. Zur Zeit sind aus diesem Grund nur noch zehn Fahrzeuge der Flotte einsatzfähig. „Die Firma ATD arbeitet im Moment im 3-Schicht-System im neuen Eisenbahnbetriebshof im Vorfeld des Chemnitzer Hauptbahnhofes an der Analyse und der Schadensbehebung. Bis zum 10. Dezember wird hierfür zusätzlich der Eisenbahnbetriebshof der DB Regio in Dresden-Altstadt genutzt“, so die Pressesprecherin der Regiobahn. Mit den aktuell verfügbaren Elektrotriebzügen kann die Mitteldeutsche Regiobahn (MRB) als Betreiber des Elektronetzes Mittelsachsen den regulären Fahrplanbetrieb aber nicht aufrecht erhalten. „Zur Reduzierung der Zugausfälle und Verspätungen erarbeitet die MRB momentan mit sehr viel Engagement ein Ersatzkonzept. Zu welchem Zeitpunkt der reguläre Fahrbetrieb im Elektronetz Mittelsachsen wieder aufgenommen werden kann, ist derzeit nicht absehbar“, heißt es bei MRB.

Ingrid Wilhelm macht genau das sauer: „Natürlich müssen die technischen Defekte untersucht und behoben werden. Aber der Schienenersatzverkehr muss doch gleich und nicht erst nach Tagen in Gang kommen“. Am Dienstagfrüh seien morgens kurz vor sechs, vor sieben und vor acht gleich drei der für Pendler, Schüler und Auszubildende wichtigsten Züge hintereinander ersatzlos ausgefallen. Später am Vormittag, wenn der Bedarf geringer wäre, fahren dann die Züge wieder. Das ist planlos“, so die verärgerte Bahnnutzerin.

Auch auf der Strecke von Leipzig über Grimma nach Döbeln herrschten im Oktober wegen technischer Probleme an den Diesel-Talent-Fahrzeugen beinahe Zustände wie in Indien, schimpfte Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger. Auch hier mussten die neuen Züge in die Werkstatt und wurden übervolle Abteile und undurchsichtige Ersatzverkehre zum Aufreger.

aktuelle Infos auf der Internetseite: www.mitteldeutsche-regiobahn.de

Von Thomas Sparrer

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