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Döbeln Mittelsachsen: Landkreis fehlt einheitliches Telefonbuch
Region Döbeln Mittelsachsen: Landkreis fehlt einheitliches Telefonbuch
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20:53 25.10.2012

Im Freiberger Regionaltelefonbuch einen Anschluss in Döbeln finden? Fehlanzeige! Aber wenn Kreisstädter Leute in erzgebirgischen Aue anrufen wollen, bietet ihr Telefonbuch dazu die passenden Einträge. Nicht mal Teilnehmer in Hainichen und Mittweida stehen in diesem Telefonbuch. Im umgekehrten Fall schauen Döbelner in die Röhre, die einen Anschluss in Freiberg in ihrem Telefonbuch suchen. Steht da nicht drin.

Aber warum ist das so? Die Telekom - so sollte man meinen - wüsste darauf eine Antwort. "Mit den Telefonbüchern haben wir gar nichts zu tun. Wir geben nur unsere Daten an die Verlage weiter, wie andere Anbieter auch", sagt Georg von Wagner, Telekom-Pressesprecher für den Osten. "Wir sind für die Region Döbeln nicht zuständig. Das ist ein anderer Verlag", sagt Petra Fischer vom Telefonbuch Verlag Sachsen GmbH, der die Nummernbücher für das südliche Kreisgebiet herausgibt. Das sind zwei Stück, eins für Freiberg und eins für Chemnitz, in dem auch die Anschlussinhaber im ehemaligen Kreis Mittweida stehen.

"Die politischen Grenzen sind nicht mit den Telefonbuchgrenzen identisch. Diese wurden vor vielen Jahren gezogen", sagt Lothar Rupp von der WTV Leipziger Medien GmbH, die das regionale Telefonbuch für Leipzig verantwortet, in dem auch die Anschlüsse der Region Döbeln stehen. Das Gebiet dieses Verzeichnisses ist identisch mit den ehemaligen Grenzen des Regierungsbezirks Leipzig, aus dem die Kreisgebietsreform 2008 die Region Döbeln herauslöste und dem Direktionsbezirk Chemnitz zuschlug. Dass Änderungen im Zuschnitt des Leipziger Telefonbuches anstehen, ist Lothar Rupp nicht bekannt.

Aber seine Kollegin vom Telefonbuch Verlag Sachsen kann mit Neuigkeiten aufwarten: "Uns gefällt die Aufteilung unserer Bücher auch nicht. Darum gibt es aus unserem Haus ab 2013 ein Telefonbuch für den Landkreis Mittelsachsen", sagt Petra Fischer. Und schränkt ein: "Für den Landkreis Mittelsachsen ohne Döbeln." Denn für dieses Gebiet ist eben der Leipziger Verlag zuständig.

Und dann gibt es das Örtliche, die örtlichen "Gelben Seiten" und damit wiederum Telefonbücher, die zu unterschiedlichen Verlagen gehören. "Der Landkreisverwaltung ist dieser Fakt bekannt", sagt André Kaiser, Sprecher des Landratsamtes (LRA) Mittelsachsen. Auf die Frage, ob die Behörde anstrebe, die Landschaft der Nummernbücher überschaubarer zu machen, sagt der Behörden-Sprecher: "In Deutschland und auch in Mittelsachsen gibt es mehrere Telefonbücher, nicht nur die der TG Telefonbuch-Verlag sowie der WZV Leipziger Medien GmbH. Das heißt, die Einwohner können über diese Publikationen oder auch die Internetangebote zahlreicher Anbieter nutzen. Die Landkreisverwaltung hat die Ansprechpartner der Verwaltung auf der Webseite veröffentlicht."

Nur dass nicht jeder ins Internet schaut. "60 Prozent nutzen das Papier-Telefonbuch für ihre Anfragen", hat Petra Fischer vom Telefonbuch Verlag Sachsen herausgefunden. Vor allem ältere Menschen blättern lieber nach der Nummer, statt sie zu googeln. Dieses Nutzungsverhalten hat den Verlag mit veranlasst, ein Telefonbuch für Mittelsachsen herauszugeben. Den Raum Döbeln ausgeschlossen.

-Kommentar

Dirk Wurzel

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