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Döbeln Mittelsachsen: Psychische Erkrankungen weiter auf dem Vormarsch
Region Döbeln Mittelsachsen: Psychische Erkrankungen weiter auf dem Vormarsch
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10:55 21.09.2016
Psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angstzustände sorgen in Mittelsachsen für die drittmeisten Krankschreibungen. Quelle: Foto: Sven Bartsch
Döbeln

Der Krankenstand im Landkreis Mittelsachsen ist im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen lagen bei 4,9 Prozent. Die Region hatte damit einen leicht höheren Krankenstand als der Landesdurchschnitt (4,6 Prozent). Nur in Bautzen, Görlitz und in den Kreisen Nordsachsen und Leipziger Land ist der Krankenstand noch etwas höher. Zum Vergleich: Den niedrigsten Krankenstand in Sachsen verzeichnete mit 4,0 Prozent die Landeshauptstadt Dresden.

Die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit für den Landkreis Mittelsachsen stellte gestern Christian Baier, Leiter des Döbelner Servicezentrums der DAK Gesundheit gemeinsam mit dem Amtsarzt des Landkreises Mittelsachsen, Dr. Andreas Prokop, im Klinikum Döbeln vor. Die meisten Ausfalltage wurden auch im Betrachtungszeitraum aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen verzeichnet. Diese Diagnose ist noch immer Ursache für beinahe jeden vierten Fehltag. Es folgten Erkrankungen des Atmungssystems, wie Erkältungen und Bronchitis. An dritter Stelle der häufigsten Krankheitsursachen stehen trotz eines leichten Rückgangs die psychischen Erkrankungen, zu denen Depressionen und Angstzustände zählen. Für Amtsarzt Andreas Prokop liegt das an den vielfältiger gewordenen Anforderungen, an die Menschen im Arbeitsleben. „Oft bricht dazu die eigene Kompensationsfähigkeit weg, wenn es im sozialen Umfeld oder im Kollegenkreis Schwierigkeiten gibt“, schildert Prokop. Bei den Atemwegserkrankungen dauert die Genesung länger und nahm die Fallhäufigkeit zu. „Rauchen ist nach wie vor eine Hauptursache für schwere Lungen- und Gefäßerkrankungen“, so der Amtsarzt.

„Wir informieren regelmäßig über den Krankenstand im Landkreis Mittelsachsen, um so Impulse für das Gesundbleiben und Gesundwerden der Beschäftigten zu geben“, erklärt Christian Baier von der DAK-Gesundheit die Ergebnisse. „Um zum Beispiel längeren Erkrankungen durch Rückenleiden oder seelische Probleme vorzubeugen, können Arbeitgeber Hilfe anbieten.“ In Sachsen hätten sich zum Beispiel die Fehltage durch psychische Erkrankungen deutlich erhöht. Den betroffenen Mitarbeitern könne ein betriebliches Gesundheitsmanagement gezielt helfen.

Die DAK-Gesundheit untersucht in ihrem Gesundheitsreport auch andere Themen. In diesem Jahr wurde „Der große Unterschied – warum Frauen und Männer anders krank sind“ beleuchtet. Im Sachsendurchschnitt sind Frauen deutlich öfter krank geschrieben als Männer. Im Landkreis Mittelsachsen ist der Unterschied aber weniger ausgeprägt. In Mittelsachsen sind Frauen bei psychischen Erkrankungen aber auch bei Krebserkrankungen häufiger betroffen. Dagegen sind Männer häufiger wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen krank geschrieben. Amtsarzt Andreas Prokop bemerkt, dass Frauen ihren Körper bewusster und Vorsorge intensiver wahrnehmen. Männer gingen dagegen seltener zum Arzt und zur Vorsorge. Beide Geschlechter gehen häufiger auch krank zur Arbeit, um etwa die Kollegen nicht hängen zu lassen. Dieser Präsentismus ist bei Frauen noch häufiger anzutreffen.

Die DAK-Gesundheit hat rund 49 000 Versicherte im Landkreis Mittelsachsen. Dem DAK-Gesundheitsreport liegen eine Umfrage unter Beschäftigten sowie Daten über Krankmeldungen zugrunde.

Von Thomas Sparrer

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