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Döbeln Mittelsachsen bei erneuerbarer Energie vorn – Netz häufig überlastet
Region Döbeln Mittelsachsen bei erneuerbarer Energie vorn – Netz häufig überlastet
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19:00 25.04.2016
Photovaltaik-Anlagen auf Haus- und Gewerbedächern machen im Landkreis Mittelsachsen das Gros der EEG-Anlagen aus. Quelle: LVZ
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Region Döbeln

Der Landkreis Mittelsachsen hat die meisten Anlagen zur Erzeugung grünen Stroms nach Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) im Netzgebiet von Mitnetz Strom aus Halle/Saale. Dieses umfasst ein Gebiet mit 30 Landkreisen und kreisfreien Städten in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg, in denen rund 2,3 Millionen Menschen versorgt werden. Genau 4130 EEG-Anlagen gab es Ende 2015 in Mittelsachsen – vier Prozent mehr als noch 2014. „Damit ist Mittelsachsen Spitzenreiter aller Landkreise in unserem Netzgebiet. Das liegt vor allem an den vielen Photovoltaikanlagen“, sagt Evelyn Zaruba, Sprecherin von Mitnetz, zugleich Tochtergesellschaft der Envia Mitteldeutsche Energie AG (Envia M). Einbezogen sind außerdem Stromerzeugung aus Wind, Wasser, Biomasse, Deponie-, Klär- und Grubengas (s. Hintergrund).

Grund für den Spitzenplatz sei auch die Größe des Landkreises sowie seine höhere Einwohnerdichte im Vergleich zu Regionen in Brandenburg oder Sachsen-Anhalt. Bei der installierten Leistung liegt Mittelsachsen mit derzeit 511 Megawatt (MW) im Mittelfeld. Hier wiederum spielt die höhere Erzeugung von Windkraft im Vergleich zur Solarenergie eine Rolle.

Knapp 3750 Photovoltaikanlagen gibt es in Mittelsachsen – Freiberg noch nicht eingerechnet. Die meisten Anlagen befinden sich auf Hausdächern. In Döbeln stehen hier die Schulen und Kindereinrichtungen im Norden der Stadt und Industriehallen im Vordergrund. Dabei hat der Verlust der Einspeisevergütung nicht zu einem Rückgang neu gebauter Anlagen geführt. Durch neue Batteriespeicher für ein- und Mehrfamilienhäuser lohnt sich der Sonnenstrom jetzt stärker für den Eigenbedarf. „Wir haben im Netzgebiet schon 600 Anlagen mit kleinen Batteriespeichern in privatem Gebrauch. Dafür gab es bis Ende 2015 ein Förderprogramm, dass nun verlängert wurde, um die neuen Technologien zu fördern“, erklärt Uwe Härling, Leiter der Netzregion Westsachsen bei Mitnetz.

Das spiegelt sich im gestiegenen Anteil des Stroms aus regenerativen Quellen an der Gesamterzeugung wider. Im Netzgebiet Westsachsen, zu dem Mittelsachsen gehört, lag der Anteil 2015 bei 47 Prozent und damit deutlich über dem aktuellen Bundesdurchschnitt (30 Prozent) sowie dem Ziel der Bundesregierung von 40 Prozent bis 2025. Genau beziffern können den Anteil die Stadtwerke Döbeln. „2015 kamen von 80 Millionen Kilowattstunden, die durch unser Netz flossen, 30 Millionen oder 38 Prozent aus erneuerbaren Quellen“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Gunnar Fehnle.

Derweil sind die Netze auf stetig steigende Produktion des grünen Stroms noch nicht überall ausgelegt. „In Ostdeutschland wird jetzt schon deutlich mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt, als verbraucht“, sagt Härling. Das hat in seinem Netzgebiet zu einem sprunghaften Anstieg der Netzeingriffe geführt. Musste die Schaltstation in Taucha bei Leipzig 2010 nur 13 Mal wegen einer drohenden Netzüberlastung einschreiten und Strom umleiten, stieg die Zahl bis 2014 auf 188 und im vorigen Jahr noch einmal drastisch auf 534 Eingriffe. „Null wäre das Optimum, aber durch den stetigen Ausbau kommen wir weiterhin in die prekäre Situation, dass Netze abgeschaltete werden müssen, um neue einzubinden“, erklärt Härling. Dennoch sei die Versorgung gesichert. „Wir fahren keinen Risikobetrieb, wir greifen nur ein, damit das Netz stabil bleibt. Dafür wird der Stromfluss kontinuierlich gemessen und ferngesteuert geregelt.“

Von Sebastian Fink und Thomas Sparrer

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