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Döbeln Mittelsachsen warnt per App vor Katastrophen
Region Döbeln Mittelsachsen warnt per App vor Katastrophen
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12:18 27.09.2018
Bei den Informationen konzentriert sich der Landkreis zunächst auf Katastrophen, Seuchen oder Großschadenslagen. Quelle: Marktplatz GmbH
Mittelsachsen

Biwapp bedeutet ausgesprochen Bürgerinformations- und Warn-App. Die Kreisverwaltung empfiehlt den Einwohnern von Mittelsachsen, diese moderne Smartphone-App herunterzuladen, was kostenlos möglich ist. Die Bevölkerung soll auf diese zeitgemäße Weise schnell, verbindlich und unmittelbar im Katastrophenfall oder bei anderen Gefahrenlagen informiert werden können. Zunächst will sich der Landkreis dabei auf Katastrophen, Seuchen oder auch Großschadenslagen konzentrieren. Ausgewählte Mitarbeiter des Landratsamtes können Warnungen oder wichtige Informationen für den Bürger an die App senden und erreichen so direkt die Bürger.

Derzeitige Warnmittel mit Defiziten

„Die Bevölkerung im Landkreis kann bislang mit Sirenen, Lautsprecherdurchsagen oder Rundfunkdurchsagen bei besonderen Lagen gewarnt werden“, sagte Steffen Kräher, Leiter der Abteilung Ordnung, Sicherheit und Veterinärwesen im Landratsamt, in der jüngsten Kreistagssitzung. Alle drei Varianten sollen auch weiterhin genutzt werden, doch sie haben Defizite. „Auch wenn die Sirene geht, weiß niemand, ob er das Haus verlassen kann oder ob er in den Keller gehen soll. Bislang gibt es im gebiet des Landkreises nur wenige Sirenen mit Sprachfunktion“, erklärte Kräher. Ohnehin gebe es keine 100-prozentige Abdeckung des Kreis-Territoriums. Ein vollständiger Ausbau, mit dem das annähernd erreicht werden könnte, wäre laut Kräher sehr teuer. Die Information der Einwohner mit Lautsprecherdurchsagen ist nur bei sehr begrenzten Schadenslagen möglich. Und das Verbreiten von Rundfunkmeldungen bezeichnet Steffen Kräher als schwierig: „Die Hoheit hat hier der Freistaat. Wenn wir über den Rundfunk benachrichtigen wollen, ist zunächst eine Freigabe der Meldungen durch den Freistaat erforderlich.“

Die meisten haben ein Smartphone

Im Landratsamt habe man sich deshalb dazu entschieden, Biwapp als zusätzliches, ergänzendes Mittel anzubieten und zu nutzen. Ein großer Vorteil, so Kräher, sei die hohe mögliche Abdeckung. Eine jüngste Studie habe belegt, dass mittlerweile 84 Prozent der Bevölkerung über ein Smartphone verfügen und somit über dieses Medium erreichbar wären. Tendenz sicherlich noch steigend. Über Apps, wie Biwapp, könne schnell und im Bedarfsfall regional differenziert informiert werden. „Beim Amoklauf von München vor zwei Jahren ist deutlich geworden, dass solche Apps eine wichtige Ergänzung zu Warn- oder Katastrophenhinweisen im Fernsehen, Rundfunk oder zu Lautsprecherdurchsagen sind“, sagte Kräher.

Regionale Warnungen möglich

Die App kann direkt auf das Smartphone geladen werden und ist für die Bevölkerung kostenlos. Im Anschluss an die Installation ist es möglich, den Standort einzugeben und mit ein paar Klicks einen sogenannten „Wächter“ zu setzen. So kann der Nutzer im Ernstfall per Push-Meldung oder SMS informiert werden, ganz speziell über Lagen in der Region, in der er sich gerade aufhält.

Zum Eigenschutz selbst beitragen

Landrat Matthias Damm verwies darauf, dass auch im Hinblick auf die Zunahme von extremen Wetterlagen die Warn-App ein nützliches Informationsmittel sein kann: „Jeder Bürger ist dabei verpflichtet, zu seinem Eigenschutz beizutragen.“

www.biwapp.de; biwapp ist für die Betriebssystem iOS, Android, Windows Mobile 10 und einige Blackberry-Geräte verfügbar

Von Olaf Büchel

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